*+* Angela Bajorek: „Wer fast nichts braucht, hat alles – JANOSCH, die Biographie“ *+*

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Wer fast nichts braucht, hat alles
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In „Wer fast nichts braucht, hat alles“ nimmt Angela Bajorek den Leser mit auf eine Reise quer durch das Leben des Horst Eckert, vielen besser bekannt als Janosch.
Es ist ein Leben, das eine so hohe Dichte an Erlebnissen hat, dass der Autor sie in einer Vielzahl von Büchern verarbeitete. Es ist ein Leben, bei dem ich mich während des Lesens immer wieder gefragt habe, wie man diese Geschehnisse überstehen kann. Wie man solche Negativ-Ereignisse in der Familie so gut verkraften kann. Wie man es schafft, trotz dieser düsteren Kindheit, in der alle Institutionen völlig versagten, derart glückliche, grundzufriedene Geschichten von Tiger und Bär zu ersinnen.

Mit jeder Seite, die ich las, wuchs meine Hochachtung vor dem sympathischen Herrn Janosch.
Er hatte auch im späteren Leben häufig Pech, ließ sich auf die falschen Menschen ein, traf falsche Entscheidungen, lag häufig am Boden – und stand immer wieder auf. Sehr beeindruckend, wie ich finde! Der Titel der Biographie ist gut gewählt, denn Horst Eckert hat gemessen an seinem großen Erfolg und dem hohen Bekanntheitsgrad keinen hohen materiellen Besitz.

„Wer fast nichts braucht, hat alles“ ist pünktlich zu des Autors 85. Geburtstag erschienen.
Selten habe ich eine derart umfassende Biographie gelesen. Angela Bajorek schneidet die einzelnen Lebensstationen des Autors nicht nur an, sie scheint den Leser an die Hand zu nehmen und ihn in die Vergangenheit zu führen. Bei vielen Erlebnissen bekommt die Lektüre durch die Ausführlichkeit, die vielen Details der Schilderungen, die intensiven Charaktere eine große Tiefe. Das Lesen war somit sehr tief und berührend für mich.

‚Glück ist ein Zustand im Kopf.
Ich kann es zu fast jeder Zeit herstellen.‘

Ich bin sehr froh, dass Horst Eckert seine Aversion gegenüber Journalisten in Bezug auf Angela Bajorek abgelegt und vor ihr in einem überdimensionalen Email-Austausch sein Leben schonungslos und ungeschönt ausgebreitet hat. Sie hat – sich ihrer Sonderposition sehr wohl bewusst – ein großartiges Werk über einen Ausnahmemenschen (zumindest für mich) daraus gefertigt.

Inhalt
Oh, wie schön ist Panama, Tigerente und der kleine Bär — Janosch ist der bekannteste deutsche Kinderbuchautor. Sein Werk umfasst über 300 Bücher, übersetzt in 40 Sprachen. Über ihn selbst weiß man nur wenig. Angela Bajorek ist es gelungen, von Janosch Einblicke in sein bewegtes Leben zu erhalten.

In seinen Kinderbüchern erschuf Janosch phantastische Welten — und damit einen Kontrast zu seiner eigenen schwierigen Kindheit. 1931 im oberschlesischen Hindenburg (heute Zabrze) geboren, haben die Gewalterfahrung zu Hause und in der Jesuitenschule ihn zu einem Traumsucher gemacht und zu einem zwischen Humor und Sarkasmus schwankenden Eigenbrötler. In ihrer einfühlsamen Biographie präsentiert Angela Bajorek Janosch als faszinierenden Künstler, aber auch als ungewöhnlichen, durch Krankheiten gezeichneten und dennoch optimistischen Menschen — als einen Mann, der nach einem aufregenden Leben heute große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Autorin
Angela Bajorek ist Germanistin und lehrt am Neuphilologischen Institut der Pädagogischen Universität Krakau. Für ihre Habilitationsarbeit über Janosch begann sie an den Originalschauplätzen und in Archiven zu forschen. Schließlich tauschte sie über 900 E-Mails mit Janosch aus und besuchte ihn zweimal auf Teneriffa.
Quelle: Ullstein Buchverlage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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6 Antworten zu *+* Angela Bajorek: „Wer fast nichts braucht, hat alles – JANOSCH, die Biographie“ *+*

  1. Rabin schreibt:

    Der Titel spricht sofort an. Ganz besonders der Titel. Dabei habe ich die Tigerente nur sporadisch gesehen und nie gelesen.

  2. Miri schreibt:

    Das Buch würde mich auf jeden Fall such interessieren.

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