*+* Freda Wolff: „Schwesterlein muss sterben“ *+*

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Schwesterlein muss sterben
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Merette Schulman ist Psychologin und übernimmt den Fall „Aksel“. Bereits bei der ersten Sitzung gesteht er ihr den Mord an seiner damals 14-jährigen Stiefschwester und setzt hinzu, diesem seien noch weitere gefolgt. Recherchen offenbaren Merette, dass es an allen Orten, an denen Aksel sich in der Vergangenheit aufgehalten hat, Todesfälle gab – die jungen Frauen waren jeweils so alt, wie seine Stiefschwester es zu diesem Zeitpunkt gewesen wäre.
Zufall – oder nicht?

Merettes Tochter Julia hat einen neuen Freund, der ein Zusammentreffen mit der Psychologien meidet wie der Teufel das Weihwasser. Zudem gibt es einige Ungereimtheiten in Bezug auf den jungen Mann und er weist einige der Merkmale Aksels auf.
Zufall – oder nicht?

Marie plant, ihre Freundin Julia zu besuchen. Die beiden Frauen ähneln sich sehr stark. Marie kommt wider Erwarten nicht bei Julia an.
Zufall – oder nicht?

Der Schreibstil hängt von der Erzählperspektive ab. Es gibt Kapitel, die Julia bzw. Merette gewidmet sind. Hier werden die Geschehnisse aus Sicht der jeweiligen Frau erzählt – Hintergrundinfos vielfältigster Art inklusive, was dem Thriller phasenweise eine etwas romanhafte, langwierige Stimmung verlieh. Erst zum Schluss hin, als sich die Auflösung nähert, bricht in diesen Phasen mehr und mehr die Spannung durch. Als durchweg interessant und fesselnd habe ich hingegen die Kapitel empfunden, die den Leser in die Gedankenwelt des Täters eintauchen lassen – hier war die Spannung viel greifbarer und deutlich spürbar.

Der Showdown ist grandios gelungen, vieles klärt sich auf und das Ende überrascht mit vielen Wendungen, was mir sehr gut gefiel.

Die Charaktere sind je nach Stellenwert für den Thriller unterschiedlich stark ausgearbeitet. Am überzeugendsten waren für mich die Nebenfiguren gelungen, denn die weiblichen Hauptcharaktere verhielten sich stellenweise überraschend einfältig für ihre eigentliche Klugheit. Der Charakter des Täters ist leider nicht wirklich transparent konstruiert. Mich hätte sehr die Motivation für seine Taten interessiert. Diese blieb derart erklärungslos ebenso unnachvollziehbar wie Aksels immer wieder erwähnte Aversion.

Als mein Fazit kann ich zusammenfassen, dass mich „Schwesterlein muss sterben“ eher unterhalten als gefesselt hat. Seine kleinen logischen Flexibilitäten irritierten hin und wieder. Dafür ist das Ende vom Feinsten und sehr gut gelungen. Auch wenn es kein spannungsgeladener Thriller war, gelesen habe ich ihn gerne.

Inhalt
„Du wirst jetzt schwimmen lernen“, sagt er. „Schwesterlein muss schwimmen können, sonst stirbt sie.“

Bergen in Norwegen. Merette Schulman liebt ihren Beruf als Psychologin – bis sie an Aksel gerät, einen eindeutig soziopathisch veranlagten Patienten. Nicht nur, dass er gesteht, bereits als Vierzehnjähriger seine Stiefschwester getötet zu haben, er scheint auch Merettes Tochter Julia nachzustellen. Als deren Freundin Marie spurlos verschwindet und Merette herausfindet, dass in Aksels Umfeld weitere mysteriöse Badeunfälle geschahen, gerät sie in Panik. Die Opfer waren immer junge Mädchen – wie Julia und Marie.

Ein Thriller, der jede Mutter um ihre Tochter bangen lässt – und alle Töchter um ihre Mütter!

Zum ersten Mal in ihrem Beruf wird die aus Hamburg stammende Psychologin Merette Schulman mit einem Fall konfrontiert, der sie an ihre Grenzen führt. Aksel, ein eindeutig soziopathisch veranlagter Patient, erzählt ihr bereits in der ersten Sitzung von dem Mord an seiner Stiefschwester. Er will ihr offenkundig Angst einjagen – und er erkennt schnell Merettes Schwachstelle: ihre Tochter Julia, die gerade alleine ihre erste Wohnung bezogen hat.
Als Julia dann kurz darauf von einem netten jungen Mann erzählt, den sie kennengelernt hat, schrillen bei Merette alle Alarmglocken: Sind der Patient und der neue Freund ihrer Tochter womöglich ein und dieselbe Person?

Autor
Freda Wolff ist das Pseudonym des Schriftstellerpaares Ulrike Gerold und Wolfram Hänel. Ulrike Gerold und Wolfram Hänel (beide Jahrgang 1956) haben Germanistik in Berlin studiert und an verschiedenen Theatern gearbeitet, bevor sie gemeinsam zu schreiben begannen. Heute leben und arbeiten sie meistens in Hannover – und schreiben seit über zwanzig Jahren im selben Raum und am selben Tisch, ohne sich dabei mehr zu streiten als unbedingt nötig. „Schwesterlein muss sterben“, der erste Roman mit der Psychologin Merette Schulman, ist bei Rütten & Loening lieferbar. Im 2015 erschien ihr neuer Roman „Töte ihn, dann darf sie leben“.
Quelle: Aufbau Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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