*+* Mark Roderick: „Post Mortem“ *+*

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Post Mortem
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Mir ist immer noch ganz schwindelig von dieser actionreichen Berg- und Talfahrt, die ich mit Avram und Emilia unternommen habe. Und ganz wohl ist mir auch noch nicht wieder. Denn was ich in den letzten Tagen an Gewalt und Brutalität ertragen musste, ging weit über das sonst gewohnte Thrillermaß hinaus. Und so ganz habe ich die Geschehnisse auch noch nicht begriffen. Es ging halt alles rasend schnell!

Alles begann damit, dass Goran Kuyper zwei Nachrichten versendet hat, bevor er – ebenso wie seine Familie – verschwand. Eine Nachricht schickte er an die Interpol-Agentin Emilia, die lange nicht verstand, warum ausgerechnet ihr diese Information zuging. Die andere Nachricht war für Gorans Bruder Avram bestimmt. Auch hier gab es zunächst ein Rätselraten, was Goran mit seinen merkwürdig anmutenden Worten mitteilen wollte….. Solange bis Avram begriff, dass sein Bruder die Information sorgfältig verschlüsselt hatte.

Nach und nach begreift man, was mit seiner Familie geschehen war.
Wer war Goran? Wo war Goran? Wieso war er nicht bei seiner Familie, als man ihn fand? Diese und viele weitere Fragen brannten mir unter den Nägeln. Zum Schluss war alles geklärt. Dennoch endet der Thriller nicht wirklich, sondern wartet mit einem kleinen Cliffhanger auf. „Post Mortem – Tränen aus Blut“ ist der erste Teil von Mark Rodericks Zweiteiler und so verwundert die Gestaltung des Endes nicht wirklich.

Der Thriller, der – mal vom aufrüttelnden Start abgesehen –  zunächst eher mit einer gewissen Langsamkeit aufwartet, steigert sein Tempo mit dem Fortschreiten im Buch immer mehr.. Dies betrifft zwar nicht unbedingt die Auflösung des Falles, aber das ganze Drumherum. Die Hintergründe zu den Hintergründen, die zu Avrams Nachrichten führten, werden ausführlich beleuchtet. Und dies häufig sehr tempo- und actionreich, oft auch brutal und übelst gewalttätig – grausame Folterszenen inklusive.
Ebenso werden Persönliches und Privatangelegenheiten einiger Protagonisten immer wieder in den Fokus gestellt. Wer ein umfassendes Bild der Charaktere mag, wird diesen Stil mögen. Wer eher thrillerfokussiert ist, könnte sich an dem häufigen Zerschneiden der ohnehin nicht allzu großen Spannung stören. Emotionen und Thrill – diese Komination ist ein zweischneidiges Schwert und wie so vieles Geschmackssache.

Diese Spannung, die man greifen kann….ich spürte sie nicht. Dafür war für mich das Erzähltempo zu hoch. Ich konnte die eínzelnen Szenen häufig gar nicht richtig sacken lassen und einordnen, da ging es schon mit der nächsten Sensations-Sequenz weiter. Interessant ist der Thriller aber definitiv. Denn der Autor hat seine Geschichte sehr sorgfältig aufgebaut und sie ist in Anbetracht der Vielfältigkeit an Verstrickungen, Haupt- und Nebenfäden gut mit einem stabilen Spinnennetz vergleichbar. Aber wird am Schluss die Spinne ihr Opfer unschädlich machen können? Oder wird es Super- Avram gelingen, ihr Werk zu zerstören? Denn Avram mutierte mehr und mehr zum Actionhelden. Keine Situation war zu schwierig für ihn, nichts zu gefährlich. Er kam immer irgendwie aus jeder Situation heraus, schien das Unmögliche möglich zu machen.

Sehr realitätsnah ist dieses Konstrukt nicht, auch ist es nicht immer logisch nachvollziehbar. Den einen Leser mag es stören, der andere wird genau in dieser umfangreich erschaffenen Erzählwelt gerne sein Lesezelt aufschlagen.

Inhalt
Sie heißt Emilia Ness und arbeitet bei Interpol. Er heißt Avram Kuyper und ist Profikiller. Gemeinsam jagen sie einen bestialischen Mörder. Jeder auf seine Weise.
›Post Mortem – Tränen aus Blut‹ ist der erste Band des großen Zweiteilers von Mark Roderick: schockierend, aufwühlend und mega-spannend.
Der Profikiller Avram Kuyper und die Interpol-Ermittlerin Emilia Ness verfolgen die Fährte eines Mannes, der keine Grenzen und kein Gewissen kennt: machthungrig, erfolgs-verwöhnt und unberechenbar aggressiv.

Ein Blick in die Hölle…
Eine Familie verschwindet spurlos. Ein Mann stirbt durch zwei Schüsse. Er war Reporter, einer großen Sache auf der Spur. Kurz vor seinem Tod sendet er noch zwei Nachrichten: eine an seinen Bruder Avram Kuyper, einen skrupellosen Profi-Killer, und eine an Emilia Ness, eine unbestechliche Interpol-Agentin. Avram soll ihn und seine Familie rächen, Emilia den Fall vor Gericht bringen. Beide sehen das Horror-Video, das ihnen jemand zuspielt. Beide blicken direkt in den Schlund der Hölle. Wer ist diese Bestie, die kein Gewissen und keine Grenzen kennt? Können Avram und Emilia ihn gemeinsam zu Fall bringen?

Autor
Mark Roderick arbeitete nach dem BWL-Studium jahrelang als Personalentwickler und Projektmanager im Finanzbereich, bevor er 2008 ins Controlling eines juristischen Fachverlags wechselte. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart.
Quelle: Fischerverlage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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Eine Antwort zu *+* Mark Roderick: „Post Mortem“ *+*

  1. nilibine70 schreibt:

    Auch noch ein Wunschlisten-Buch 🙂 Ich lass mich ja gerade auf sowas mal gerne ein. Obs dann funktioniert, werd ich irgendwann sehen 😉

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