*+* Tamara Ireland Stone: „Mit anderen Worten: ich“ *+*

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Mit anderen Worten ich
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Dies ist die Geschichte von Samantha. Eigentlich ist sie ein Mädchen wie alle anderen. Jetzt gerade sind Ferien und Sam genießt diese Zeit am liebsten, indem sie ihrer Schwimmleidenschaft nachgeht. Dass sie nicht immer so fröhlich und unbeschwert ist, zeigt ein Einschub gleich zu Beginn des Romans, der sechs Monate in der Vergangenheit liegt.

Hier lernen wir Samantha als zwangsgestört kennen. Sie verfängt sich immer wieder in Zwangshandlungen und Gedankenspiralen, die zu durchbrechen fast unmöglich sind. Manchmal erlebt das Mädchen auch so große Angstattacken, dass die Gedanken in ihrem Kopf lähmend und unkontrollierbar werden.

Ich war sofort mit ihr, sorgte mich um Samantha und war froh, dass ihre Familie so besonnen und einfach nur wunderbar war, wenn es darum ging, die ganz persönliche Spirale des Grauens zu durchbrechen. Aber nicht immer hatte sie ihre Mom oder Schwester zur Seite. Samantha musste ganz dringend lernen, auch selbst den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und ihren Neurosen nicht die Oberhand zu überlassen. Zum Glück war sie bei einer sehr fähigen Psychiaterin in Behandlung, die ihr mehr als einmal den richtigen Fingerzeig gab. Sie deutete die Zeichens des Mädchens richtig und machte ihr Mut, einfach sie selbst zu sein – immer wieder und unermüdlich. Irgendwann begannen diese Worte Wirkung zu zeigen.

Denn Sam findet über verschlungene Pfade zu ihrem Weg des Lebens. Sie erkennt nach und nach, dass man nicht vorankommt, wenn man den Kopf in den Sand steckt, oder den Weg des kleinsten Widerstands geht. Manchmal muss man die Schultern straffen, sich etwas trauen und dann über den eigenen Schatten springen. Leichter gesagt, als getan – wie wir alle wissen. Dass Sam dies überhaupt schaffte, hat große Begeisterung bei mir horvorgerufen – ich weiß nicht, ob ich in einigen Bereichen, in denen sie „aufräumte“ und die Dinge änderte, ihren Mut aufgebracht hätte. Die Art und Weise wie Sam den Weg zu sich selbst findet, und merkt, was für ein wundervoller Mensch ist, sieht, was alles in ihr steckt, ist einfach nur großartig!

Ich werde nicht weiter auf den Inhalt eingehen, da ich nicht den zukünftigen Lesern den Zauber des Buches stehlen möchte. Nur soviel: Der Titel „Mit anderen Worten: ich“ könnte nicht treffender gewählt sein. Denn auch wenn ein Gedankenanstoß von außen, ein Anstubser von jemand anders häufig den Weg weist, gehen muss man ihn selbst. Das tut Sam und ist sich dessen zunächst gar nicht bewusst!

Da mir das Mädel sehr ans Herz gewachsen ist, erfüllte mich ihre Geschichte mit immer mehr Freude. Ich weiß, dass es Samantha nicht wirklich gibt, aber es gibt sicher Menschen, die sich in dieser oder einer ähnlichen Ausgangslage befinden. Und zu sehen, dass man nicht dort stehen blieben muss, sondern dass es einen Weg in die Normalität oder wenigstens in deren Nähe gibt, ist ein beruhigender Gedanke! Die Autorin findet im Anhang dazu auch sehr schöne Worte.

Was auch noch mitten in meine Herz traf, ist, dass ein Gutteil von Sams Pfaden mit dem Thema Literatur gepflastert ist. Ob gelesen, selbstverfasst, oder mit anderen darüber ausgetauscht – Literatur hat die große Gabe zu heilen, vor allem, wenn man sich in der Gemeinschaft mit anderen Gleichgesinnten über sie austauscht. Dann ist möglicherweise der Weg zu echten Freunden nicht weit und man vermag in diesem Bereich leichter die Spreu vom Weizen zu trennen. Sam orientiert sich aber nicht nur in diesem Punkt von Äußerlichkeiten zu „Innerlichkeiten“.

Dieser Roman voller Tiefgang hat mich sehr begeistert. Was ist wirklich wichtig im Leben? Was steckt in mir drin? Sam hat den Weg zu sich gefunden. Ich denke, dass ihre Geschichte auch bei den jugendlichen Lesern gut ankommt. Denn die Themen, die bei dieser Altersgruppe vorherrschend sind, werden ausführlich, maßvoll und behutsam zugleich angesprochen.

Der Roman wartet mit einer Vielzahl wundervoller Passagen auf, die zum Nachdenken und Sinnieren einladen. Überhaupt gefielen mir die verwendete Sprache und der flüssige Stil sehr gut. Dadurch, dass der Leser immer wieder Sams Gedanken präsentiert bekommt, fühlt man sich ihr nahe und kann sich gut in sie hineinversetzen. Aber auch die Handlung ist sehr lebendig und bildhaft beschrieben, sodass es nicht schwerfällt, sich in die Geschichte hineinfallen zu lassen.

Inhalt
Worte sind nicht Samanthas Freunde. Im Gegenteil: In endlosen Gedankenschleifen verfolgen sie Sam und hindern sie daran, ein normales, unbeschwertes Leben zu führen. Aus Angst, als verrückt abgestempelt zu werden, verheimlicht Sam ihren täglichen Kampf sogar vor ihren Freundinnen.
Nur die unkonventionelle Caroline sieht hinter Sams Fassade und lädt sie ein, sich einem geheimen Dichterklub anzuschließen. Hier erlebt Sam zum ersten Mal die befreiende Kraft von Worten und kommt sich seit langer Zeit selbst wieder nahe. Als sie sich in den klugen, zurückhaltenden AJ verliebt und gerade beginnt, vorsichtig auf ihr neues Glück zu vertrauen, stellt eine unerwartete Entdeckung alles infrage.

Autorin
Die beglückende Wirkung von Worten erlebt Tamara Ireland Stone jedes Mal selbst, wenn sie einen Stift in die Hand nimmt. Genau aus diesem Grund hat sie sich nach einer erfolgreichen Karriere im PR-Bereich vor einigen Jahren ihren Traum vom Schreiben erfüllt. Ihr erster Roman wurde in über zwanzig Ländern veröffentlicht. „Mit anderen Worten: ich“ ist ihr drittes Buch. Tamara Ireland Stone lebt mit ihrer Familie in San Francisco.
Quelle: Magellan – Der Verlag mit dem Wal

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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