*+* Irve fragt…. Ursula Poznanski (LBM16) *+*

Liebe Ursula,

dies ist mein erstes persönliches Interview – und dann gleich so ein Chaos. Ich kam dank unseres Navis in einen Stau und bin jetzt arg verspätet. Darüber hinaus bist du stimmlich strapaziert 😦
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Im November laufen auf meinem Blog immer die KiJuBuWo (Kinder- und Jugendbuchwochen). In diesem Jahr wollte ich u.a. gerne EREBOS und LAYERS empfehlen. Daher drehen sich jetzt meine Fragen in erster Linie um diese beiden Bücher.

Aber zunächst: Wie fing alles an? Seit wann schreibst du Bücher und Geschichten?

Geschichten schon länger, Bücher mit Hinblick auf eine Veröffentlichung seit 2003, das waren am Anfang Kinderbücher und später dann Jugend- und mittlerweile auch Erwachsenenbücher. Es hat sich langsam entwickelt und gewandelt.

War es von Anfang an dein Ziel, das Schreiben kommerziell zu betreiben?

Ja, das war ab dem Zeitpunkt, als ich mir gedacht habe, ich schicke es auch mal zu einem Verlag. Davor habe ich einiges geschrieben, nur so für mich, aber das waren meistens nur kurze Sachen.

Der erste Kracher war EREBOS, oder?

Ja, das war der erste Kracher. Ich hatte meinem Agenten von der Idee erzählt und er sagte sofort: „Das machen wir.“ Ich hatte zu der Zeit eigentlich ein anderes Projekt, das war auch schon fertig – er wollte dann aber lieber EREBOS machen – und das war eine gute Entscheidung!

Ich selbst habe von deinen Büchern mit LAYERS begonnen, was ja zeitlich nach EREBOS entstanden ist. Beim Stöbern vor allem auf anderen Blogs ist mir dieser Titel immer wieder begegnet – das Cover hat ich sehr angesprochen und auch die Geschichte klang sehr interessant. Da ich auch gerne Audiobooks mag, dachte ich mir, ich höre es mir einfach mal an….. Und Dorians Erlebnisse haben mich häufig so gepackt, dass alle Nebentätigkeiten während des Hörens plötzlich ruhten und ich mich ganz auf die Geschichte konzentriert habe.
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Wie kamst du auf diese Ideen? Denn einerseits ist die Story ja sehr fiktiv, andererseits doch auch sehr auf die Realität bezogen…

Ja, es ist zumindest denkbar, zwar jetzt noch nicht machbar, aber durchaus denkbar. Ich habe diese Datenbrillengeschichten schon immer spannend gefunden, wenn man Zusatzinfos eingeblendet kriegt, aber eben anfangs nur Schrift. Irgendwann habe ich aber etwas über einen Zoo gelesen, der Datenbrillen verteilt und wo man dann von Pinguinen begrüßt wird. Das war dann der Anstoßpunkt für das Buch, weil es so eine ganz andere Qualität hat, als wenn man nur Schriften eingeblendet bekommt. Das war die Grundlage dafür, dass ich mir dachte, daraus könntest du eine Geschichte machen.

Ging es denn in erster Linie darum, aufzuzeigen, was überhaupt machbar ist? Oder auch auf den möglichen Missbrauch hinzuweisen? Denn es gab ja auch einen ganz klaren Missbrauch…Oder zu zeigen, dass die obdachlosen Jugendlichen ein Problem sind?

Nein, die obdachlosen Jugendlichen waren in dem Fall nur ein Mittel zum Zweck, weil ich Dorian ja nicht in einer heilen Familie aufwachsen lassen konnte. Dann wäre es ja sofort aufgefallen, wenn er weggewesen wäre. Ein Obdachloser wird in dem Sinne ja nicht vermisst. Daher war das die nahe liegende Entscheidung, ihn so leben zu lassen.

Bei EREBOS sagte damals dein Agent „Das machen wir, das klingt gut“. Wie war es bei LAYERS? Wie ist diese Geschichte entstanden? Hat sie sich langsam entwickelt, als sich die Idee mit den Datenbrillen in dir festgesetzt hatte?

Ja, da hatte ich schon den Vertrag für ein neues Buch. Es ist ja so, dass man bei den Verlagen nach einem abgeschlossenen Projekt einen neuen Vertrag bekommt. Dann suche ich nach dem Stoff für das Buch. Hier kannte ich ja schon einige Artikel zum Thema und hatte die spannende Grundidee schnell gefunden und somit eine interessante Geschichte.
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Kommen wir nochmal zu EREBOS zurück. Meine Söhne sind 9 und 12 Jahre alt und gerade das Thema „Gefahren beim Computerspielen“ rückt immer näher. Kinder und Jugendliche dürfen ruhig sehen, wie gefährlich das unreflektierte Spielen sein kann, vor allem, wenn das Internet mit im Spiel ist. Auch Eltern sollte bewusst sein, dass man immer ein Auge auf die Cyberwelt haben sollte, in der sich die Kinder bewegen.
Dieses brisante Thema hast du wirklich spannend und für die jugendliche Zielgruppe ansprechend umgesetzt. Mir hat es sehr gut gefallen.

Was war für dich Anstoß und Motivation, den Cyberthriller in dieser Form zu gestalten? Wolltest du auf diese eben erwähnten Gefahren hinweisen, oder ging es dir darum, die zukünftigen möglichen Gefahren der technischen Entwicklung aufzuzeigen? Gab es auch hier ein ganz klares „Sprungbrett“ – so wie es bei LAYERS die Datenbrillen waren, die dich dann zur Geschichte gebracht haben?

So klar wie bei LAYERS war der Anstoß bei EREBOS nicht. Einer der Grundgedanken war, dass es reizvoll wäre, eine Geschichte rund um „Weltenwechsel“ zu schreiben, ohne dass es Fantasy ist. Irgendwann schob sich dann ein weiterer Gedanke dazu, dass nämlich Computerspiele auch etwas wie eine andere Welt darstellen, in die man wechseln und in der man versinken kann. Das war der Anstoß zu EREBOS.

Beim Stöbern im Netz habe ich gesehen, dass es zu EREBOS auch Begleitmaterial gibt. Wird dein Buch bereits als Schullektüre eingesetzt? Wenn ja, wie kam es dazu? Gibt in dem Fall der Verlag eine Empfehlung heraus, oder wurde dieser Cyberthriller von Seiten der Lehrer oder Schulen ausgewählt? Konntest du am Begleitmaterial mitwirken, oder war es eine Sache außerhalb deines Einflussbereiches?

Ja, das Buch wird recht häufig als Schullektüre verwendet, wie genau es dazu kam, weiß ich nicht 🙂
Das Begleitmaterial kenne ich zwar, aber ich habe nicht an der Entstehung mitgewirkt. Iich habe vor ein paar Monaten erstmals drin geblättert.

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Du hattest es bereits angedeutet – du hast direkt nach LAYERS einen weiteren Vertrag bekommen und steckst vermutlich mitten in diesem neuen Projekt. Darfst du denn schon verraten, worum es da geht?

Ich bin damit schon fast fertig. Das Buch kommt im Sommer heraus. Es geht um Drohnen.

Mehr hat mir Ursula Poznanski nicht verraten – na gut, ich habe auch erfahren, dass es für dieselbe Altersklasse wie LAYERS empfohlen wird.

….somit hat unser Interview einen ganz tollen Cliffhanger und ich warte jetzt ganz gespannt auf den Sommer 🙂

Liebe Ursula, vielen Dank, dass wir das Interview trotz der schlechten Vorzeichen doch noch unter Dach und Fach gebracht haben!!!

Weitere Informationen findet ihr hier:

LAYERS
Verlagsinfos
Meine Besprechung

EREBOS
Verlagsinfos
Meine Besprechung

Ursula Poznanski
Homepage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Irve fragt…. Ursula Poznanski (LBM16) *+*

  1. nilibine70 schreibt:

    Hach ja! Ich mag sie sehr! Und die Bücher! Layers und Saeculum habe ich beide schon verschlungen, Erebos steht aber auch im Regal und wartet dort auf mich. Ich liebe allein schon den Anblick der 3, wie sie da so stehen! Und der Cliffhanger hier im Interview…das lässt hoffen! Ich freu mich denn auch mal einfach auf den Sommer! Wie gut, dass ich im Sommer Geburtstag hab *gg*

    Danke für das Interview :*

    Liebe Grüße
    Bine

    • irveliest schreibt:

      Huhu Bine…
      Bin auch schon ganz kribbelig wegen des neuen Buches… Aber Saeculum habe ich auch noch ungelesen im Regal stehen. Bei poznanskischen Entzugserscheinungen könnte ich mir also helfen 🙂
      Liebe Grüße…

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