*+* Andreas Winkelmann: „Killgame“ *+*

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Kill Game
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Bevor wir uns mit Dries Torwellen auf die Suche nach seiner Nichte begeben, gewährt uns der Autor einen kleinen Einblick in die schaurige Situation einer verängstigten, jungen Frau. Sie wurde – wer weiß, wie lange schon – in einem Verschlag mitten in den Wäldern Kanadas gehalten. Als ihr jemand Kleidung hinwirft und die Tür offen lässt, ist sie hin- und hergerissen. Ist das ihre Chance auf die Freiheit, oder erwarten sie draußen noch schlimmere Grausamkeiten…

Anschließend lesen zu müssen, dass Dries auf der Suche nach seiner bereits seit 4 Wochen verschwundenen Nichte ist, hat mich ebenfalls ziemlich beunruhigt. Denn Nia ist die Tochter von Dries´ Zwillingsschwester, die vor vielen Jahren verstorben war und der besorgte Mann fühlt sich zuständig für das gerade mal 18 Jahre alte Mädchen, zumal deren Vater eine ziemliche Niete ist. Dries begleitet der Beiname: „ Er findet die, die nicht gefunden werden wollen“. So war ich recht hoffnungsvoll, dass Nia bald wieder in Sicherheit käme.

An einem anderen Ort begleiten wir eine junge Frau – sie nennt sich Snake -, die sich nach einem neuen Leben sehnt. Am liebsten würde sie weit weg, bevorzugt ins Ausland. Die Chance, einen alten, nostalgischen Herren an seinen Lieblingsort in Kanada begleiten zu dürfen, ist für sie wie ein Sechser im Lotto.

Glaubte ich zwischendurch zu wissen, wie diese Handlungsstränge zusammenfinden könnten, musste ich schließlich fast völlig zurückrudern. Denn wie die anfangs erwähnte, verängstigte junge Frau in diesen Verschlag gekommen war, machte mich sprachlos….

Der Schreibstil des Autors ist recht flüssig und das Lesen geht leicht von der Hand. Auch die Geschehnisse rund um die verschiedenen Charaktere lassen sich gut verfolgen. Die Figuren sind je nach Stellenwert für den Thriller unterschiedlich tief konstruiert. Sie spielen allesamt ihre Rolle sehr gut und wirkten authentisch und glaubhaft auf mich. Bis auf Dries. Er ist ein Hitzkopf, wird aber recht grob und primitiv geschnitzt – dachte ich. Bis ich bemerkte, dass ich an einigen Stellen einem großen Irrtum aufgesessen war.

Die Schauplätze verschieben sich im Verlauf des Buches immer mehr von Deutschland in Richtung des Waldes, in dem der Autor uns mit seinem Thriller begrüßt hatte. Dort kommt es schließlich zu einem grausamen Showdown, Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele inklusive. Die Spannungskurve flachte nach dem mysteriösen Beginn zunächst stark ab, um später stetig wieder zur anfänglichen Stärke zurückzufinden.

Was mich leider immer wieder aus der Handlung gerissen hat, ist der stellenweise arg strapazierte „Zwillingskult der Yoruba“. Natürlich ist der Gedanke sehr interessant und auch ein wenig tröstlich, wenn der überlebende Zwilling auch nach dem Tod eine seelische Bindung zum verstorbenen Gegenstück fühlt. Aber hier war mir zu viel HokusPokus um das Thema gemacht worden, zumal es immer wieder von der Handlung ablenkte. Ansonsten gefiel mir der Thriller aber ganz gut.

Inhalt
Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen.
Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei…

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt…

Der neue Thriller von Andreas Winkelmann: Eine grausame Menschenjagd in den Wäldern Kanadas

Autor
Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen. Bei Wunderlich erschienen bisher seine sehr erfolgreichen Thriller «Wassermanns Zorn» und «Deathbook».
Quelle: Rowohlt Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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