*+* Angela Marsons: „Silent Scream“ *+*

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Silent Scream
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Der Prolog hat es in sich. Fünf Erwachsene begruben vor vielen Jahren ein Kind im gefrorenen Boden….

Mir war die Einführung etwas suspekt, ich hing irgendwie in der Luft. Denn die kurze Schilderung der Zeremonie war alles, was man an Informationen an die Hand bekam. Ich suchte den roten Faden, um ins Geschehen zu finden und den Bogen vom aktuellen Erzählstrang zur Vergangenheit spannen zu können. Es dauerte eine ganze Weile, ehe ich mich an den Stil der Autorin gewöhnt hatte, fand nicht wirklich leicht in die Geschichte hinein. Möglicherweise lag dies auch an der großen Zahl an Protagonisten.

Diese wirken recht authentisch, sind gut vorstellbar geschildert. Jedoch habe ich sie auch als eine bunte Klischee-Mischung empfunden. Kommissarin Kim, die eine schwere Kindheit hatte, wodurch es ihr an sozialen Kompetenzen fehlt und lieber im Einzelkampf als in Teamarbeit ermittelt. Oder Kollege Bryant, Typ „gemütlicher Bär“, in dessen Gegenwart jedes Problem nur noch halb so schwer wiegt.

Eigenschaften hin oder her, das Polizei-Team hat es mit einem arg komplizierten Fall zu tun, in dem sich die Verbrechen der Vergangenheit mit denen der Gegenwart zu einem schauerlichen Muster verweben. Denn auf einem Acker nahe eines früheren Heims für verlassene und verwaiste Kinder werden archäologische Grabungsarbeiten boykottiert und sabotiert. Schnell wird klar, warum besagter Acker ein brisanter Ort ist – denn es werden menschliche Knochen gefunden…

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass Kinderskelette gefunden werden, auch in der Gegenwart wird gemordet.

Eine Wahnsinnsherausforderung für die Ermittler. Sie kontaktieren viele Menschen und sämtliche Spuren laufen am damaligen Kinderheim zusammen. Frühere Bewohnerinnen des Heims, aber auch damalige Angestellte rücken immer mehr in den Focus. Wer weiß etwas? Was ist damals passiert? Warum müssen auch jetzt Menschen sterben? Hängen die früheren Fälle überhaupt mit den aktuellen zusammen?

Meine Verwirrung wurde durch zwischenzeitliche Sprünge in die Gedankengänge des Täters/ der Täterin perfekt. Ich hatte keinen Schimmer, wo hier der Hase lang lief! Erst am Schluss, als der letzte Vorhang fiel, sah ich klarer. Lediglich in einem Punkt ging es mir zu sehr Knall auf Fall, sodass ich mir dort einiges zusammenreimen musste.

Die Handlungen der beiden Todesschienen waren gut durchdacht und fanden zum Schluss plausibel, wenn auch weit hergeholt, zusammen. Bis dahin nahm ich so manchen Lese-Holzweg und wäre im Traum nicht auf dies Auflösung gekommen – weder bezüglich der Vorfälle in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Auch der Untertitel des Thrillers „Wie lange kannst du schweigen?“ erklärt sich am Ende sehr schlüssig.

Inhalt
Eisig glitzert der Frost auf der tiefschwarzen Erde des Black Country, als die Geräte der forensischen Archäologen den Fund menschlicher Überreste anzeigen und Detective Kim Stone den Befehl zur Grabung erteilt. Nur wenige Schritte entfernt, aber im Nebel doch kaum sichtbar, liegt das verlassene Gebäude des Kinderheims. Eine der ehemaligen Angestellten ist bereits tot, und auch das Leben der verbliebenen hängt am seidenen Faden. Kim ist überzeugt, dass die Lösung des Falls im lehmigen Boden begraben liegt, doch um ihm auf den Grund zu kommen, muss sie sich den Dämonen ihrer eigenen Kindheit stellen. Und noch ahnt sie nicht, was sich in Crestwood zugetragen hat und mit wem sie sich anlegt …

Autorin
Angela Marsons ist im Black Country, einer von Bergbau und Industrie geprägten Region Englands, geboren und aufgewachsen. Mit ihrer Partnerin lebt sie auch heute noch dort. Sie arbeitete lange Jahre in der Sicherheitsbranche, schreibt seit ihrer Jugend und veröffentliche mehrere erfolgreiche Kurzgeschichten. Mit »Silent Scream« legte Angela Marsons ihr beeindruckendes Krimidebüt vor, „Evil Games“ ist der zweite Band dieser Krimireihe.
Quelle: Piper Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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