*+* Rita Falk: „Leberkäs-Junkie“ *+*

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Leberkäsjunkie
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Liebe Lesefreunde,

der Franzl hat es nicht leicht. Das Haus von der Mosshammerin hat ganz elendig gebrannt und was noch viel schlimmer ist: Es hat eine Brandleiche gegeben! Logisch, dass da der Eberhofer ermitteln muss. Und das tut er wie immer ganz franzl-like. Unkonventionell geht er an den Fall heran und deckt ihn – nicht zuletzt seinem Detektiv-Spezl Rudi sei Dank – schließlich ganz sauber auf. Bis endlich feststeht, wer die Tote auf dem Gewissen hat, passiert aber noch einiges mehr im normalerweise herrlich beschaulichen Niederkaltenkirchen. Im Vorjahr geisterten dort zum ersten Mal die Pläne für ein Hotel am Ort durch das Dorf – und die Gefahr war noch nicht gebannt. Denn inmitten der Ermittlungen geht die Diskussion um dieses Mordstrumm in die heiße Phase…. Apropos Mord: Das geplante Hotel und die Brandleiche könnten in unmittbarem Zusammenhang miteinander gestanden haben. Aber sollte die Lösung wirklich so leicht sein?

Franzl macht seinen Job und ermittelt, was das Zeug hält. Aber er wird ständig abgelenkt, denn der Papa hat seit neuestem ein Gspusi, die wegen des Brandes obdachlose Mooshammerin hat bei den Eberhofers Unterschlupf gefunden und die schönste Ablenkung ist wohl Sohn Paul. Nur dass die Vaterfreuden auch nicht so einfach sind wie gedacht. Und als ob dies nicht alles schon anstrengend genug für den armen Franz wäre, muss er bis auf Weiteres auf seine geliebten Weißwürste und Co. des ortsansässigen Simmerl-Metzgers verzichten. Denn die Gesundheit meint es gerade nicht allzu gut mit dem urigen Polizisten.

Ich kenne und liebe alle Fälle aus dieser Reihe von Rita Falk. Aber hier hat sich die Autorin wirklich selbst übertroffen. Der Fall ist delikat, entwickelt sich wunderbar verschachtelt und endet dann auch sehr überraschend. Die Ermittlungen sind wieder allererste Sahne, vor allem habe ich mit Begeisterung die typischen franzl´schen Vorgehensweise verfolgt und mich mehr als einmal über das Verhältnis zwischen ihm und seinem Helfer – man könnte es quasi als eine Art Hassliebe bezeichnen – amüsiert.

Toll war es, wieder alle meine Spezln aus dem Dorfes zu treffen. Wenn du sie schon seit Jahren kennst, ist es fast, als würdest du alte Freunde wiedertreffen! Und sie sind sich alle treu geblieben mit ihren Ecken und Kanten, wunderbar. Mir hat dieser Leseaufenthalt in der verschlafenen bayrischen Idylle wieder sehr gut gefallen. Ganz besonders hat es mich gefreut, dass Franzls Oma – ein echtes Original – so viele großartige Auftritte hatte. Sie hat mich immer wieder zum Lachen gebracht, mit ihren nicht vorhandenen Englischkenntnissen, ihrem neuen und ersten Handy, ihrer quasi Taubheit und vor allem mit ihrem riesengroßen Herzen und den grandiosen Küchenkünsten!

Dementsprechend logisch schließt auch dieser Kriminalroman wieder ab. „Aus dem Kochbuch von der Oma, anno 1937“ ergänzen viele Rezepte die lukullische Vielfalt des Buches. Auch findet der des Bayrischen nicht mächtige Leser eine kleine „Vokabelliste“ im Anhang, die mögliche Verständnisschwierigkeiten aufklärt – denn die Krimis sind im leicht-süddeutschen Dialekt verfasst, welches den Lesespaß noch mehr erhöht.

Inhalt
Schluss mit Fleischpflanzerln von der Oma oder mit »Warmen« vom Simmerl – die Cholesterinwerte vom Eberhofer sind so hoch wie die Laune im Keller. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling: knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, da kennt sie kein Pardon.

Und dann dieser grausame Mord an einem Fremden in der Pension von der Mooshammer Liesl, der mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Warum hatte sich dieser Gast nach Niederkaltenkirchen verirrt? Und warum wollte man ihn so brutal aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der angolanische Fußballspieler Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf.

Buch
„Leberkäs-Junkie“ von Rita Falk ist im Januar 2016 unter der ISBN-Nr. ISBN 978-3-423-26085-5 im dtv erschienen. Der Kriminalroman umfasst 320 Seiten und ist auch als eBook, Hörbuch und Audio-Download erhältlich.

Autorin
Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.

Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.
Quelle: dtv

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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5 Antworten zu *+* Rita Falk: „Leberkäs-Junkie“ *+*

  1. Miri schreibt:

    Alles was ein bisschen spannend ist, ist für mich ja immer gleich gruselig, aber an solchen Krimis hätte wohl auch ich viel Spaß! Momentan lese ich mit meinem Mann die schwedischen Krimis mit Kommissar Martin Beck (wir lesen uns abends immer abwechselnd gegenseitig vor).

    • irveliest schreibt:

      Miri, hier steht eindeutig der Humor im Vordergrund. Gruelig ist es kein bisschen 🙂 Liebe Grüße, Heike

      • Miri schreibt:

        Ja, so klingt es in deinem Artikel auch! Also, durchaus etwas für mich 😉

      • irveliest schreibt:

        Einfach mal in einer Buchhandlung oder Bücherei reinlesen. Die Fälle sind zwar in sich abgeschlossen, aber ich würde dir trotzdem empfehlen, mit dem ersten Teil anzufangen. Dann kriegst du nämlcih die ganzen genialen Familienklamotten mit und die Hassliebe bei Franzl Männerfreundschaften 😉

      • Miri schreibt:

        Ja, das ist ja bei den meisten Krimireihen so, dass es dann auch netter ist, wenn man sie von Anfang an liest um auch die Entwicklung der Figuren etc. mitzubekommen.

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