*+* Steve Mosby: „Schwarze Blumen“ *+*

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Schwarze Blumen
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Liebe Bücherfreunde,

 

heute stelle ich euch einen Thriller der etwas anderen Art vor – eine Geschichte, die Fiktion und Realität perfekt miteinander verwebt. Wahre Erlebnisse spiegeln sich in dem „Buch im Buch“ wider, deren teils vorgegriffene Handlungen finden aber später wiederum auch in der Realität ihre Entsprechung…

Dies mag verwirrend und undurchschaubar klingen, aber ich kann euch beruhigen. Nacheinander finden die zu Beginn weit auseinander klaffenden Scherenflächen zusammen und schließen sich zu einem letztlich stumpfen Instrument. Denn zum Schluss ist der Fall zum Glück gelöst.

„Schwarze Blumen“ beginnt mit einem Prolog. Ein Mädchen ist vor seinem Eltenhaus geflohen und wird von einem Polizisten aufgegriffen. Nach einem kurzen Gespräch bittet das Kind ihn um Hilfe. Es hat eine schwarze Blume bei sich, die es Jane nennt….

Diese Schlüsselszene bildet den Ursprung von allem. Denn natürlich hilft der Polizist dem Mädchen – derweil sämtliche Nachforschungen zu ihrem Elternhaus im Sande verlaufen. So wird das Kind gottlob in einer Pflegestelle untergebracht. Soweit zu den Geschehnissen aus dem Jahr 1977.

Später dann verfasst ein Autor namens Wiseman einen Thriller, in dem er das Schicksal des Mädchens aufgreift. Bei seinen Recherchen korreliert er mit dem Leben einiger Menschen – wie das bei Nachforschungen zwangsläufig geschieht -, hier ziehen diese Recherchen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt einige Todesfälle nach sich.

Nach und nach begreift der Leser, wie Buch und Wirklichkeit miteinander verzahnt sind, wie sie ineinanderzufließen vermögen. Die Wahrheit kommt schließlich ans Licht – komplexer und furchterregender als ich es über lange Zeit vermutet hätte. Furchterregender, weil das Schicksal des kleinen Mädchens Ausmaße angenommen hatte, die in diesem kleinen Alter nur schwer verkraftbar sein dürften. Komplexer, weil zusätzlich zu den Passagen aus dem „Buch im Buch“, die in die Erzählung eingebunden wurden, auch zwei Handlungsstränge aus der Gegenwart immer wieder für neue Erkenntnisse sorgten, die den Thriller in eine neue Richtung lenkten.

Die Charaktere sind brilliant gelungen. Ebenso fasziniert mich hier das „Zwillingshafte“. Denn jede Figur im Roman hat seinen Gegenpart in der Realität. So muss man recht konzentriert lesen, um zwischen der Wirklichkeit und der Fiktion unterscheiden zu können – um sich im Buch nicht zu verlaufen 😉

Zusätzlich zum Schicksal des kleinen Mädchens erhält der Thriller eine messerscharfe Spannung durch unglückliche, voneinander unabhängige, Verwicklungen und Verstrickungen der beiden Hauptprotagonisten der gegenwärtigen Handlungsstränge.

Zwischendurch stockte mir immer wieder der Atem, wenn ich gemeinsam mit einem von ihnen in eine besonders gefährliche Situation geriet – immer auf der Suche nach der Wahrheit. Ich wollte ebenso wie sie wissen, wo der Schlüssel zu allem lag!

„Schwarze Blumen“ ist ein großartiger Thriller: Ein fast übersehenes Schicksal zieht enorm weite Kriese und rückt Vergangenheit und Gegenwart ganz nah zusammen.

Vom Stil der Umsetzung, der perfekten Verwebung von realen und fiktiven Passagen bin ich sehr angetan. Auch die bildhafte, lebendige Schreibe hat mir gut gefallen.

Ein Thriller, der in Inhalt und Umsetzung eher anspruchsvollerer Natur ist und aufmerksames Lesen fordert – und sich sehr positiv von der breiten Masse abhebt.

Inhalt
Wie aus dem Nichts erscheint eines Tages auf der Promenade eines englischen Seebades ein kleines Mädchen, das eine schwarze Blume in der Hand hält und eine grauenerregende Geschichte erzählt. Ihr Vater entführt Frauen und quält sie auf einer abgelegenen Farm zu Tode. Die Polizei kann die Farm jedoch nicht finden. Doch dann taucht genau diese Geschichte plötzlich in einem Kriminalroman mit dem Titel „Die schwarze Blume“ auf. Der Verfasser ist ermordet worden. Und er ist nicht der Einzige, der mit dem Leben bezahlen muss …

Buch
„Schwarze Blumen“ von Steve Mosby ist im Februar 2012 unter der ISBN-Nr. 978-3-426-19927-5 im Droemer Knaur Verlag erschienen. Der Thriller umfasst 400 Seiten und ist auch als eBook erhältlich.

Autor
Steve Mosby, geboren 1976 in Horsforth/Yorkshire, studierte Philosophie und lebt als freier Schriftsteller in Leeds. Mit „Der 50/50-Killer“ gelang ihm der Durchbruch als hochklassiger Thrillerautor. Für seine bisher acht Romane erhielt er 2012 den angesehenen „Dagger in the Library“ der britischen Crime Writers‘ Association.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Steve Mosby: „Schwarze Blumen“ *+*

  1. Bücherstöberecke schreibt:

    Huhu,
    toll, dass dir die Geschichte auch so gut gefallen hat, wie mir.
    Ich lese ja relativ selten Thriller, aber dieser hat mich total begeistert und diese Verflechtung war einfach nur unglaublich!
    Dieses anspruchsvolle Lesen liebe ich…

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