*+* Sylvia Lott: „Die Lilie von Bela Vista“ *+*

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Die Lilie von Bela Vista
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Liebe Lesefreunde,

als ich diesen Titel hörte, dachte ich sogleich in blumigen Dimensionen. Inspiriert von der Lilie in Kombination mit einer schönen Aussicht, was die deutsche Übersetzung von „Bela Vista“ bedeutet, legte ich diesen Roman unbewusst sofort in die gedankliche Schublade der leichten Urlaubslektüre. Das romantische Titelbild in den bunten, zarten Tönen suggerierte mir weiterhin einen leichten Lesegenuss. Dazu die Schlagworte des Rückentextes wie dramatische Liebesgeschichte, Brasilien, Edelsteine und Reichtum schürten die Erwartung auf einen abenteuerlichen Frauenroman mit einem pastellig- fröhlichen Ausgang für die weibliche Hauptdarstellerin.

Im Großen und Ganzen lag ich mit meinen Erwartungen ganz richtig. Sylvia Lott hat einen flüssigen, leichten Schreibstil, sodass ich sofort in die Geschichte hineinfand. Die gut durchdachten und ausgearbeiteten Charaktere machten es mir ganz schnell leicht, meine Sympathien zu verteilen. Einigen der Damen und Herren fühlte ich mich sehr verbunden und hoffte gerne mit ihnen. Dieses Bangen beschränkte sich jedoch nicht auf die emotionale Ebene alleine. Natürlich spielte auch die Liebe eine Rolle, jedoch hatten die Protagonisten oft weitaus größere Sorgen.

Sylvia Lott versteht es sehr gut, Gegenwart und Vergangenheit miteinander zu veweben. In ihrem aktuellen Roman dreht sich thematisch alles um Edelsteine – vond er Gewinnung übder Handel und Bearbeitung bis hin zum fertigen Schmuckstück. Alles nimmt seinen Anfang, als Josie antiken Schmuck von ihrer Großtante erbt. Während ihrem Lebensgefährten schon die Dollarzeichen in den Augen stehen, möchte Josie diese Erinnerungsstücke nicht erkaufen. Ihr Interesse ist geweckt und sie nimmt ihr Ebe zum Anlass, die Familiengeschichte zu rekonstruieren und fährt für einen kleinen Urlaub nach Idar-Oberstein. Dort leben entfernte verwandte von ihr, die noch mit der Tradition des Schmuckhandels verbandelt sind und gewinnt dort erste Einblicke in die Edelsteinkunde. Sie erliegt immer mehr der Fszination dieser Wissenschaft. Im selben Maße wie ihre Bgeisterung steigt, steigt auch das Unverständnis ihres Partners. Josies Erbe polarisiert das Paar so sehr, dass die Trennung unausweichlich wird. Dies wiederum wird zur Sprungfeder für Josies Wunsch, das Leben der früheren Besitzerin des Schmucks, Sophie, mit allen Sinne zu erfassen. Kurzum reist sie daher nach Beasilien, da Sophie neben Idar-Oberstein auch in dem südamerikanischen Land einen Teil ihres Lebens verbracht hat.

So las ich mich durch eine sehr berührende Geschichte, durchlitt zwei Romanzen – eine in der Vergangenheit, eine ind er Gegenwart – und lernte nebenher erstaunlich viel. Die Autorin hat ihr durch umfangreiche Recherchen großes Wissen sehr lesenswert eingebracht. Die Edelsteinkunde wurde sehr intensiv und interessant in den Roman eingeflochten, ebenso versorgt Sylvia Lott ihre Leserschaft mit zahlreichen Fakten zu Geschichte und Politik Idar-Oberstein auf der einen Seite des Handels und Brasilien auf der anderen. Nebne wenigen Charakteren, die früher wirklich lebten, hat die Autorin viele Figuren dazu erfunden, um ihre fiktive Handlung in dieser Firm ausführen zu können.

„Die Lilie von Bela Vista“ hat mir gut gefallen. Meine Begeisterung wurde lediglich hin und wieder im Dschungel getrübt, wenn die zweifellos realen Handlungen und Riten in ihrer teilweisen Grausamkeit ungeschönt in den Roman eingeflossen sind. An diesen Stellen bekam mein Lesglück ein paar kleine Risse. Die leidenschaftlichen Beschreibungen zu Flora und Fauna machten die unschönen Passagen allerdings mehr als wett…..und da die Liebe auch nicht fehlen durfte, frischte immer wieder ein pastellig-fröhlicher Wind auf.

Von der Autorin sind ebenfalls bei blanvalet diese Titel erschienen:
Die Rose von Darjeeling
Die Glücksbäckerin von Long Island

Inhalt
Als die Hamburger Modedesignerin Josie das antike Collier ihrer Großtante erbt, ahnt sie nicht, dass dieses auf eine dramatische Liebesgeschichte zurückgeht – und ihr Leben verändern wird. Idar-Oberstein, 1830. Sophies Verlobter ist wie so viele Männer nach Brasilien ausgewandert – und entdeckt dort Edelsteine. Als Karl nicht kommt, um Sophie wie versprochen in die neue Heimat zu holen, ahnt sie, dass er ihre Hilfe braucht. Kurzentschlossen reist sie ihm hinterher und wird in einem Indiodorf im Dschungel fündig. Doch Karls langes Schweigen hat Gründe, die Sophie erst langsam durchschauen wird …

Buch
„Die Lilie von Bela Vista“ von Sylvia Lott ist im August 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-7341-0058-1 im im blanvalet Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Roman umfasst 576 Seiten und ist auch als eBook erhältlich.

Autorin
Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits die Romane „Die Rose von Darjeeling“ und „Die Glücksbäckerin von Long Island“. Sylvia Lott lebt in Hamburg-Winterhude.
Quelle: Randomhouse

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Sylvia Lott: „Die Lilie von Bela Vista“ *+*

  1. Anke (Svanvithe) schreibt:

    Hallo Irve,

    das Buch lese ich gerade, und nach deiner Einschätzung lohnt es sich auch. Ich freue mich auf den „pastellig-fröhlichen Wind“ im weiteren Verlauf der Geschichte.

    Liebe Grüße

    Anke

  2. zimttraeumereien schreibt:

    Wie schön diese Besprechung ist – macht riesig Lust auf das Buch ❤

  3. Pingback: *+* Wochenshow #37 *+* | Irve liest...

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