*+* Linwood Barclay: „Frag die Toten“ *+*

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frag die toten
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Liebe Lesefreunde,

Aus einer auf den ersten Blick alles anderen als besonderen Ausgangslage entwickelte sich nach und nach ein maßgeschneidertes Krimipaket, dass mich immer mehr staunen ließ. Ich klatschte zunehmend innerlich Beifall, weil ich mal wieder völlig beeindruckt und fasziniert war von Linwood Barclays Talent, alle Fährten, die zum Ziel führten, so schleichend und scheinbar unscheinbar zu legen. Denn jedes noch so kleinste Detail war wichtig und fand nach und nach seinen Platz in diesem sehr überraschend endenden Buch.

Aber worum geht es eigentlich? Keisha ist äußerst erfindungsreich, wenn es darum geht, aus Nichts Gold zu machen. Hat sie einen ehrbaren Beruf? Nein! Verdient sie ehrlich ihr Geld? Nochmals nein!
Aber sie hat Talente, viele sogar. Sie beherrscht es meisterhaft, sich und ihr vermeintliches Können in Szene zu setzen. Eine ihrer zweifelhaften Einnahmequellen ist es, Hinterbliebene kürzlich verstorbener oder auch vermisster Menschen aufzuspüren, denen sie dann vorgaukelt, Kontakt zu ihnen herstellen zu können.

Ihren Hokuspokus betreibt Keisha sehr erfolgreich – das ist auch mehr als notwendig, hat sie sich doch erst kürzlich einen riesigen Klotz ans Bein gebunden, der ihr reichlich Kosten verursacht.

Bei einem Todesfall ganz in ihrer Nähe sieht sie die Chance auf einen schnellen Zusatzverdienst – hat jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sie sticht mit ihrem Besuch bei Mr. Garfield in ein Wespennest und tritt eine Lawine los, die schlimmer ist als jeder Albtraum.

Der Leser ist von Anfang an über alle der thematisierten Verbrechen ziemlich im Bilde und über lange Zeit lebt die Spannung davon, ob und wie Keisha sich von ihrem selbstgedrehten Strick wird befreien können. Ich fragte mich immer wieder, ob der Autor die gesamte Wahrheit wohl lückenlos und rückstandsfrei an Licht befördern würde und verfolgte somit höchst interessiert die Ermittlungsarbeit der Polizei. Zudem trieb mich die Ahnung einer Gewissheit, dass das Ende der ganzen Geschichte noch etwas ganz Besonderes für den Leser bereit halten könnte…

Sehr begeistert von dieser Art der Auflösung und der gezogenen Schlussstriche für alle betroffenen Personen schlug ich diesen Pageturner von Buch noch am selben Abend zu, an dem ich ihn auch aufgeschlagen hatte.

Frag die Toten“ ist ein tolles „One-night-Book“, das ich gerne weiterempfehlen möchte. Hier beherrschen weder Action noch großes Buchvergießen, sondern ein kluger, überzeugender Plot das Buch.
Einzig möchte ich anmerken, dass ich es nicht ins Thriller-Genre sortieren würde, aber ein sehr gut durchdachter Krimi mit einem grandiosen Finale ist das aktuelle Werk von Linwood Barclay allemal!

Inhalt:
Keisha schlägt sich als Medium durch. Die junge Frau studiert Todesanzeigen und gaukelt den trauernden Angehörigen vor, Verbindung zu den Verstorbenen aufnehmen zu können. Natürlich kostet das Geld: 5000 Dollar. Die meisten kaufen Keisha die Nummer ab. Auf den ersten Blick auch Wendell Garfield, der verzweifelt nach seiner verschwundenen Frau sucht. Doch der Schein trügt …

Zum Buch:
Meine Taschenbuchausgabe „Frag die Toten“ von Linwood Barclay ist im Juli 2015 unter der ISBN-Nr 978-3-426-51372-9 im Droemer Knaur Verlag erschienen. Der Thriller umfasst 304 Seiten und ist auch als eBook erhältlich.

Zum Autor:
Linwood Barclay, geboren 1955, stammt aus den USA, lebt aber seit seiner Kindheit in Kanada. Er studierte Englische Literatur an der Trent University in Peterborough, Ontario, und arbeitete bis 2008 als Journalist. Im „Toronto Star“, Kanadas größter Tageszeitung, hatte er eine beliebte Kolumne. Sein erster Thriller, „Ohne ein Wort“ (2007), war auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Toronto.
Quelle: Droemer Knaur Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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