*+* Kirsten Boie: „Ferien im Möwenweg“ *+*

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Ferien im Möwenweg
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Liebe Lesefreunde,

es sind Sommerferien und die Kinder vom Möwenweg dürfen ganz unerwartet einen kleinen Abenteuerurlaub verbringen. Eigentlich war es so geplant, dass nur Tieneke ihre Verwandten besucht. Leider hat sie ganz schreckliches Vorheimweh bekommen und so nehmen ihre Freunde die Sache ganz spontan selbst in die Hand und laden sich mit auf den alten Bauernhof ein.

Nachdem die Eltern ihren Überraschungs-Schock überstanden haben, geben sie grünes Licht und die Schulkinder dürfen wirklich ihr Abenteur antreten.
Ein Abenteuer wird es in vielerlei Hinsicht – mehr mag ich zum Inhalt nicht sagen. 

Die Geschehnisse waren hin und wieder an alte Klassiker angelehnt, was ich aber nicht schlimm finde, denn man kann das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Nur die Geschichten drum herum, und das ist hier geschehen. Kirsten Boie drückt auch diesem Band aus der Reihe (es ist mittlerweile schon der achte!) den typischen „Möwenweg“-Stempel auf, was für regelmäßige Leser dieser Kinderbuch-Serie ein gewisses literarisches „Nach Hause Kommen“ bedeutet.

Obwohl schon sieben Geschichten voran gegangen sind, kann man „Ferien im Möwenweg“ auch ohne deren Vorkenntnisse lesen. Die Kinder werden inklusive ihrer Eltern und der relevanten Nachbarn sehr ausführlich vorgestellt. Überhaupt ist dieses „sehr ausführlich“ eine Eigenschaft, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Alles, vor allem Handlungen und Gedanken, werden äußerst detailliert und kleinschrittig beschrieben. Das ist sehr schön, wenn man ruhige Geschichten mag, aber wenn man ein eher ungeduldiger kleiner Leser ist, hat man an einigen Stellen das Gefühl, ein wenig auf der Stelle zu treten, weil die Handlung nur langsam voran kommt und manchmal etwas stockt.

Auf jeden Fall halte ich die gesamte Reihe für ein schönes Gegengewicht zu den unruhigen, hektischen Büchern, in deren Geschichten es Schlag auf Schlag zugeht und man beim Lesen kaum zur Ruhe kommt, weil ständig neue Impulse gesetzt werden.
Dagegen fällt „Ferien im Möwenweg“ für mich eher in die Kategorie „Entspannungslesen“, was vor allem sehr gut in die aktuelle Ferienzeit passt!

Ganz nebenbei werden neben Themen wie Freundschaft und Zusammenhalten auch solche wie Verantwortung und Umweltbewusstsein eingeflochten. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger der Erwachsenen, sondern die Kinder selbst bringen diese Themen auf den Tisch, was für die kleinen Leser sicher viel überzeugender ist.

Inhalt:
Möwenweg-Ferien für alle: Noch nie war der Sommer so schön!
Tieneke soll ihre Ferien ganz allein bei entfernten Verwandten auf einem Bauernhof verbringen. Da hat sie doch schon Heimweh, bevor sie überhaupt losgefahren ist! Doch Jul hat eine gute Idee: Warum fahren nicht alle Kinder gemeinsam dorthin? Die Verwandten sind zwar etwas überrumpelt, sagen aber zu. Und damit beginnen für die Kinder aus dem Möwenweg die schönsten Ferien aller Zeiten: mit Zelten, Johannisbeersaft, Mitternachtsparties und Baden im See!
Die perfekte Ferien- und Kinderidylle, unnachahmlich von Kirsten Boie erzählt und hinreißend von Katrin Engelking farbig illustriert. Band 8 der erfolgreichen Serie.

Zum Buch:
„Ferien im Möwenweg“ von Kirsten Boie ist im Oetinger Verlag unter der ISBN-Nr. 978-3-7891-2025-1 erschienen. Das Buch wird vom Verlag für Kinder ab 8 Jahren empfohlen und ist auch als Ebook erhältlich.

Autorin:
Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, studierte dort Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger Universität, die Universität Southampton/Großbritannien. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft über die frühe Prosa Bertolt Brechts. Sie arbeitete als Lehrerin in einem Gymnasium, wechselte auf eigenen Wunsch später an eine Gesamtschule. 1983 adoptierte sie mit ihrem Mann ihr erstes Kind. Auf Verlangen des vermittelnden Jugendamtes musste sie ihre Berufstätigkeit aufgeben – so waren die Zeiten damals – , um sich ganz dem Kind widmen zu können. Inspiriert durch die eigene Situation schrieb sie so ihr erstes Kinderbuch »Paule ist ein Glücksgriff«. Ihr Debüt wurde ein beispielloser Erfolg (Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur). Und Kirsten Boie selbst erwies sich als Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur.
Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, die von ihrer enormen literarischen Vielseitigkeit, großem Einfühlungsvermögen, vor allem aber von ihrem sozialen Engagement Zeugnis geben.
Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: „Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht.“
2007 wurde Kirsten Boie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet.
Quelle: Oetinger Verlag

 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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