*+* Uticha Marmon: „Mein Freund Salim“ *+*

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mein freund salim
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Liebe Lesefreunde,

das Flüchtlingsthema ist gerade in aller Munde und so hätte ich nun kein aktuelleres Buch als „Mein Freund Salim“ lesen können.

Wer jetzt aber denkt, dass dieses Kinder- und Jugendbuch einen umfassenden Überblick über die „Flüchtlingsproblematik“ gibt, irrt und das ist auch gut so. Denn Kinder brauchen meist keine großartigen theoretischen Kompendien zu zwischenmenschlichen Themen. Sie erfassen oft intuitiv ein Problem und gehen es auf eine Art und Weise an, die uns Erwachsenen oft mit der Zeit verloren gegangen ist – so auch hier.
„Mein Freund Salim“ konfrontiert die jüngeren Leser sehr kindgerecht mit dem Thema. Reißt vieles an, gibt weniger Antworten als eher Ansätze zum Nachdenken und gemeinsamen Besprechen vieler Sachverhalte.

Sehr schön finde ich, wie Kinder es oft schaffen, für größere und kleinere Unterschiede Lösungen zu finden, anstelle in häufiger Erwachsenen-Manier das Unbekannte in eine „Schublade“ zu legen und ziemlich schnell als unpassend zu deklarieren. Die Kinder der Geschichte zeigen jedoch, dass man sicher nicht jedes Problem lösen kann, aber dass man oft schnell und einfach in kleineren Bereichen helfen kann und sei es nur, indem man seine Freundschaft schenkt und dem anderen ein wenig die Angst nimmt und ihm zu verstehen gibt, dass er nicht alleine gelassen wird, sodass das Fremde sich nicht mehr ganz so fremd anfühlt.

Salim ist ein Junge auf der Flucht. Aber das wissen die Kinder nicht, als sie auf ihn aufmerksam werden. Sie wundern sich lediglich über seine komische Kleidung, sein merkwürdigen Verhalten, spüren aber auch seine Angst und Zutraulichkeit ihnen gegenüber. Lange rätseln sie, was es mit dem fremden Jungen auf sich hat. Als sie endlich eine Möglichkeit der Verständigung gefunden haben, sind sie erleichtert und erleben, wie leicht es sein kann, mit jemandem echte Freundschaft zu schließen und jemandem ein Stück Glück zu schenken.

Dennoch endet das Buch nicht mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ – das hätte auch überhaupt nicht zu der sensiblen und sehr weitreichenden Thematik gepasst. Das Ende ist offen, umweht von einer optimistischen Stimmung. Die Geschichte rund um Salim und seine Freunde ist recht einfach und grob gestrickt, was ich gut finde. Denn so gibt sie den Lesern und ihren Eltern eine sehr schöne Grundlage, um über die Zustände in anderen Ländern, den Druck der Menschen in Krisengebieten zur Flucht, und allem, was daraus resultieren kann, zu reden und die verschiedenen Möglichkeiten der Probleme zu erfassen.

Inhalt:
Obwohl Hannes und seine Schwester Tammi nicht immer ein Herz und eine Seele sind, halten die Geschwister zusammen, wenn es darauf ankommt. Zum Beispiel wenn eine Geisterbahn für das Schulfest gebaut werden soll. Oder wenn der Vogeljunge plötzlich in ihrem Leben auftaucht und alles durcheinanderwirbelt. Salim heißt er und spricht kein einziges Wort Deutsch. Aber das ist Hannes und Tammi egal, denn für sie steht fest: Freunde müssen nicht dieselbe Sprache sprechen, um einander verstehen zu können.
Nach und nach erfahren die beiden, warum Salim immer ganz allein am Schulzaun steht. Sich manchmal in Schränken versteckt. Und warum er so fürchterliche Angst hat. Salim ist ein Flüchtling aus Syrien. Auf dem langen Weg nach Europa hat er das Allerwichtigste verloren: seine Familie.

Infos zum Buch:
„Mein Freund Salim“ von Uticha Marmon ist im Juli 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-7348-4010-4 im Magellan Verlag erschienen. Das Kinderbuch umfasst 160 Seiten und wird für junge Leser ab 8 Jahren empfohlen.

Quelle: Magellan Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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Eine Antwort zu *+* Uticha Marmon: „Mein Freund Salim“ *+*

  1. tinaherrlich schreibt:

    Mein Mann und ich kommen gerade von einer Infoveranstaltung über Flüchtlinge in unserem Ort. Und da passt deine schöne Buchvorstellung ja gerade richtig! 🙂 Das Buch möchte ich auch unbedingt noch lesen – am liebsten mit meinem Sohn zusammen. 🙂

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