*+* Helene Hanff: „Die Herzogin der Bloomsbury Street“ *+*

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Liebe Lesefreunde,

als Helene Hanff vor gut 20 Jahren begann, Bestellungen in einem Londoner Antiquariat aufzugeben, entwickelte sich sehr schnell eine Herzensangelegenheit daraus. Wie man leicht in „84 Charing Cross Road“ verfolgen konnte, wuchsen sich die zunächst rein geschäftlichen Kontakte zu einer literarischen Freundschaft quer über den Ozean aus. Helene Hanff pflegte zu der Belegschaft des Antiquariats einen herrlichen Briefwechsel und mehr als einmal erwuchs auf beiden Seiten der Schreibpartner der Wunsch, Helene möge doch nach London kommen. Die Neugier auf ein gemeinsames Kennenlernen war groß. Der Wille war stets da, aber das Schicksal ließ diese Reise nach London jahrzehntelang nicht zu, bis schließlich Freund Zufall zur Hilfe kam.

 

Helene Hanff hatte ihren Briefwechsel mit ihren Londoner Geschäftsfreunden veröffentlicht. In New York, wo die lesefreudige Dame lebte, war dieses Buch eines unter vielen und erregte nicht viel Aufmerksamkeit – in London hingegen schon. Die Autorin wurde mit Einladungen in die bitische Hauptstadt überhäuft. Es gelang ihr, die Termine so unter einen Hut zu bekommen, dass sie nach 20 Jahren des Wartens endlich ihren Plan, London zu sehen und zu erleben, wahr machen konnte.

Und da begann das Lesevergnügen für mich. Nein, falsch, es ging weiter. Hatte seinerzeit schon „84 Charing Cross Road“ mein Leserherz erfreut, so setzte „Die Herzogin der Bloomsbury Street“ genau an dieser Stelle an und führte den Spaß fort. Zwar in einem ganz anderen Erzählstil – der erste Roman war komplett in Briefform gehalten – aber die Sprache war dieselbe.
Amüsant, leicht schnodderig, ehrlich – ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schildert Helene Hanff in Tagebuchform dem Leser ihre Reiseerlebnisse.

Zieht ihn ins Vertrauen, dass sie – in New York alles andere als bekannt oder gar berühnt – ihre Wochen in London bis ins Äußerste genießt, wo sie sich wie eine Herzogin fühlt. Sie wird verehrt, hofiert und hat dort die schönste Zeit ihres Lebens. Dass es nur dort so exquisit für sie zugeht, müssen die Briten schließlich nicht wissen – es reicht, wenn sie sich ihrem Tagebuch, also uns Lesern offenbart 🙂

Neben ihrer „Marketingtour“ für ihren Roman erlebt sie die Stadt ihrer Träume auf ihre ganz persönliche Art und Weise. Durch die detaillierten und lebhaften Schilderungen der Sightseeing-Touren ließ ich mich leicht von Helenes Liebe und Begeisterung für diese Stadt mitreißen. Der Londoner Flair ist wunderbar eingefangen. Als Sahnehäubchen hätte ich mich sehr über einen Stadtplan mit allen besuchten Zielen im Anhang gefreut, um diesen Aufenthalt noch besser nachvollziehen zu können.

Zudem nahm ich gerne mit ihr gemeinsam bei sämtlichen offiziellen Terminen teil. Diese Dame hat so eine nette, charmante Art, der man sich einfach nicht entziehen kann – zumindest war es bei mir wieder so – und ich freute mich auf jedes weitere Event mit ihr. Denn sehr oft bot sie witzige und geistreiche Anekdoten dar, die dem Roman an vielen Stelle eine ganz besondere Würze verliehen. Ebenso unterstreichen die vielen Erwähnungen literarischer Größen den besonderen Stil des Romans.

Durch den lebhaften, flüssigen, flotten Schreibstil liest sich das Buch viel zu schnell.
Dankenswerterweise hängt dem eigentlichen Roman noch ein sehr warmherziges, liebevolles Nachwort von Rainer Moritz an. Er hat mir mit seinen Worten aus der Seele gesprochen, wie er erläutert, wie es sowohl zu „84 Charing Cross Road“ als auch zu „Die Herzogin der Bloomsbury Street“ kam und welche Verwandlung die Autorin während ihres Londoner Aufenthalts machte. Der Romantitel ist perfekt gewählt!

Allen, den ich mit meinen Worten ein bisschen Lust auf die Abenteuer von Helene Hanff gemacht habe, wünsche ich viel Lesevergnügen….und eine gute Reise nach London!

Inhalt:
ach Jahrzehnten ist es endlich so weit: Helene Hanff, die London nur durch ihren Briefwechsel mit der Buchhandlung Marks & Co kennt, besucht die Stadt ihrer Sehnsucht und literarischen Helden. Ihr Terminkalender ist übervoll, denn Helene Hanff möchte sich nichts entgehen lassen. Zwar tritt die introvertierte New Yorkerin in die unterschiedlichsten Fettnäpfchen, macht mit ihrem unvergleichlichen Charme aber alles wieder wett. Sie wird – wenn auch nur vorübergehend – zur »Herzogin der Bloomsbury Street«.

 

Zum Buch:
Meine Ausgabe des Buches „Die Herzogin der Bloomsbury Street“ ist unter der ISBN-Nr. 978-3-455-60022-3 im Atlantik Verlag erschienen. Der Roman umfasst 208 Seiten und ist neben der gebundenen Ausgabe auch als Ebook erhältlich.
Quelle: Atlantik Verlag

 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Helene Hanff: „Die Herzogin der Bloomsbury Street“ *+*

  1. Cindy schreibt:

    Hui, ich habe noch gar nicht mitbekommen, dass auch dieses Buch in der gleichen wunderschönen Aufmachung erschienen ist. Danke für diese tolle Vorstellung, ich werde dann wohl demnächst in die Buchhandlung tigern.

    LG Cindy

  2. Pingback: *+* Wochenshow #40 *+* | Irve liest...

  3. Simone Richter schreibt:

    Hatte ich mir nach dem tollen „84 Charing Cross Road“ voriges Jahr geholt, leider liegt es noch ungelesen hier :/

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