*+* Stuart Neville: „In ewiger Ruhe“ *+*

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in ewiger ruhe 2
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Liebe Lesefreunde,

Rheas Onkel Raymond ist tot – und ihr fällt die Aufgabe zu, sein Haus auszuräumen und die Hinterlassenschaften zu inspizieren. Als sie beim letzten Zimmer angekommen ist, dem Schlafzimmer des Onkels, findet sie dort sein Tagebuch. Es ist kein gewöhnliches Tagebuch, sondern eine Ansammlung schaurigster Erinnerungen. Raymond war ein Serienmörder und hat seine Taten nebst kleinen Erinnerungsstücken zusammengefasst. Ein Tagebuch des Grauens…

Ebenso findet Rhea an diesem Ort der Abartigkeiten ein Foto, das neben dem Onkel und einigen Unbekannten auch Rheas Vater zeigt. Was hat das zu bedeuten? Steckt ihr Vater, oder gar alle Menschen vom Foto hinter den grausamen Taten? Wie auch immer, zumindest eine Person musste ein großes Interesse daran haben, die Beweisstücke zu beseitigen, denn in das Haus des Onkels wird eingedrungen, das Tagebuch entfernt und Rhea getötet. Welch ein Glück, dass sie sich zuvor ihrem früheren Freund Jack Lennon anvertraut hatte.

Jack ist die tragische Figur dieses Thrillers. Er, der aus etwas zweifelhaften Gründen vom Dienst suspendierte Polizist, der zu allem Überflus auch noch große private Probleme hat, wird zum Rettungsanker für Rhea. Leider verstirbt sie kurz nachdem sie den Mann in ihren Fund eingeweiht hat und da Jack es ist, der Rhea findet und am Tatort bei der Leiche angetroffen wird, gilt er für die Polizei ganz schnell als Hauptverdächtiger.
Jack tat mir wirklich leid. Denn an seinem Beispiel wird deutlich, was das Leben aus einem machen kann, obwohl man ein reines Gewissen und das Herz am rechten Fleck hat.

Umso mehr hoffte ich, dass er es schaffen würde, den Mörder ausfindig zu machen und zu stellen, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass er etwas mit Rheas Tod zu tun haben sollte, auch wenn die Polizei mehr als überzeugt von seiner Schuld war.

Atemlos recherchierte ich mit Lennon, stellte Nachforschungen an und war mir ganz schnell sicher, wer der Täter war. Hätte ich nur etwas aufmerksamer gelesen, dann hätte ich nicht mit diesem Tunnelblick versucht, weitere Hinweise für meinen Verdacht zu finden.

In ewiger Ruhe“ hat mich voll getroffen….
… In meine Psyche, denn immer wenn ich Einträge aus dem Tagebuch las, wurde mir ganz anders. Fassungslos musste ich zur Kenntnis nehmen, was in dem kranken Kopf des Onkels vorgegangen war und dass er das Monster in sich leider immer wieder freigelassen hatte.
… In mein Herz, denn die Charaktere waren so menschlich gezeichnet – bekanntlich gibt es nicht nur gute Menschen – und das Schicksal, das sie zu erdulden hatten, war bei jedem von ihnen sehr realistisch ausgearbeitet.

Trotz der privaten Passagen ist der Thriller zum größten Teil vom Fall geprägt. Der Autor hat dadurch in meinen Augen eine gute Ausgewogenheit zwischen spannenden und entspannenden Phasen gefunden.

Zum guten Schluss werden sowohl der Mord an Rhea als auch die personellen Verstrickungen um das Foto lupenrein aufgelöst und ich bin noch rechtzeitig vom Holzweg auf den richtigen Ermittlungspfad umgestiegen – völlig begeistert davon, wie gut es dem Autor gelungen ist, mich an der Nase herumzuführen.

Jeder hat letzten Endes das bekommen, was er verdient hat, was mich das Buch zufrieden zuklappen ließ. Jedoch ist das Ende, was das Schicksal zweier Charaktere betrifft, offen. Dies lässt mich ganz stark auf einen weiteren Thriller von Stuart Neville hoffen.

Stuart Neville hat einen Belfast-Fall geschaffen, der weniger vom Lokalkolorit der Stadt als mehr durch diverse Einwürfe zu Irlands politischer Situation geprägt ist. Dies empfinde ich als sehr passend zu einigen Themen, die innerhalb der Geschichte angeschnitten werden.

Überhaupt konnte mich der Thriller von der ersten Seite an überzeugen und wird definitiv nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein!

Inhalt:
Rea Carlisle glaubt an ihr Glück. Sie hat von ihrem Onkel, den sie kaum kannte, ein Haus in Belfast geerbt, doch als sie aufräumt, findet sie ein Buch – und erfährt Ungeheuerliches. Offensichtlich war ihr Onkel ein Serienmörder. Minutiös listete er auf, wann er wen getötet hat. Rea wendet sich an den einzigen Polizisten, dem sie vertraut. Jack Lennon jedoch hat seine eigenen Probleme. Er ist suspendiert, man will ihm seine kleine Tochter wegnehmen. Zuerst glaubt er Rea ihre abenteuerliche Geschichte nicht. Doch dann ist sie tot – und er wird verdächtig, sie ermordet zu haben.

Zum Buch:
Meine Ausgabe von „In ewiger Ruhe“ von Stuart Neville ist im April 2015 unter der ISBN-Nr 978-3-7466-3113-4 im Aufbau Verlag erschienen. Der Thriller umfasst 400 Seiten und ist als taschenbuch und als Ebook erhältlich.

Zum Autor:
Stuart Neville, geb. 1972 in Armagh/Nordirland, hat sich in vielen Berufen versucht: Er war Bäcker, Musiker, Komponist, Verkäufer und Hand-Double für einen irischen Schauspieler. Er gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren Nordirlands. Bisher sind als Aufbau Taschenbuch erschienen: „Die Schatten von Belfast“, „Blutige Fehde“, „Racheengel“ und „In ewiger Ruhe“ (alle mit Jack Lennon). Sowie im Verlag Rütten & Loening: „Der vierte Mann“. Mehr zum Autor unter: http://www.stuartneville.com

Zum Übersetzer:
Wolfgang Thon lebt als freier Übersetzer in Hamburg. Er hat viele Thriller, u. a. von Brad Meltzer, Joseph Finder und Paul Grossman ins Deutsche übertragen.

Quelle: Aufbau Verlag

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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