*+* Kai Meyer: Die Seiten der Welt – Nachtland“ *+*



26-6

Liebe Lesefreunde,

vor einigen Monaten steckte Furia in den bis dahin größten Abenteuern ihres Lebens. Sie lernte Libropolis kennen, lernte dort Exlibri kennen….aber warum erzähle ich euch das eigentlich? Das wisst ihr doch alles so gut wie ich!

Mit dem Tod ihres Vaters hat sich so vieles geändert. Furia fand ihr Seelenbuch und seitdem gab es für ihr Können kein Halten mehr. Vor allem nicht, seitdem eine fähige Bibliomantin sie unterrichtete – und das aus gute Grund! Der Widerstand gegen die Adamitische Akademie formierte sich und da war die Hochkunst der Bibliomantik gefragt.

„Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern. Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.“

Glücklicherweise kämpfte sie nicht allein. Die Widerstandsbewegung war groß und kam dennoch nicht zum Ziel. Die Gegner waren mächtig und wussten die Pläne der Rebellen zu vereiteln. Diese ließen sich jedoch nicht ins Bockshorn jagen.

Es ging Schlag auf Schlag und die Kämpfer erlebten nicht wenige Überraschungen. Es taten sich Abgründe auf – charakterlich wie auch in der Welt der Bibliomantik. Glaubte ich, Libropolis sei der einzige Lebensraum dieser Spezies, wurde ich bald eines Besseren belehrt. Als ob EIN Refugium für diese überschäumende Welt der Seelenbuchmenschen und Exlibris ausreichen könnte!

Dabei hatte ich ja so ein kleines bisschen mein leichtsinniges Leseherz an diese Buchstadt verloren. Erinnerte mich noch gut daran, wie Furia hier im ersten Band von ihrem Seelenbuch gefunden wurde und erlebte voller Staunen, wie die Rebellen hier ganz eiskalt ausgetrickst wurden. Aber auch die Nebenschauplätze dieses Refugiums sind jeder Erwähnung wert. So gerne stromerte ich durch die Ladenzeilen, schaute mir die Büchermassen an, spähte herüber zum Schwarzmarkt der Exlibri, schnupperte mich durch die bibliomantsiche Parfümerie und schaute dem bunten Treiben zu. Aber nicht zu lange, denn es gab viel zu tun!

Wir wollten doch der Adamitischen Akademie entgegentreten, es mit den verbliebenen Drei Häusern aufnehmen, um die Lesewelt zu retten! Aber das war schwerer als gedacht, denn einige der Familienmitglieder waren durchaus durchtrieben. Für ihre Macht gingen sie sogar über Buchleichen. Diese bibliomantischen Kreaturen tun der Welt der Bücher gar nicht gut. Ein Wechsel an der Macht wäre nicht verkehrt, was nicht nur ich so sah….
Dies war aber nicht das einzige Problem der Adamitisc
hen Akademie, eine viel größere Gefahr drohte von ganz woanders. Und diese rührte von Furias Eingriff in die Vergangenheit, den sie aus der Not heraus im ersten Teil zu tun gezwungen war.
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26-7.
Schon „Die Seiten der Welt“ waren sehr kreativ und versetzten mich ein ums andere Mal ins Staunen, aber „Nachtland“ ist von der überbordenden Phantasie des Autors gesättigt und ich zitiere nun eine Frage, die in diesem Buch von großer Bedeutung ist:

„Wo kommen die Ideen her?“

Wie kann ein Mensch alleine so viele, so gute, so klug miteinander verschachtelte, so mitreißende Ideen haben?
Während des Lesens unterlag ich einem Dauerstaunen, ertappte mich sehr of, wie ich mit offenem Mund da saß und las oder auch mit offenem Mund dasaß – das Buch herabgesunken – und über das Gelesene sinnierte, mir ein weiteres Stück meines Kopfkinos ansah.

Die Phantasie erreichte neue Dimensionen, die Kreativität hat ein unglaubliches Netz erschaffen, das alle Ideen, Denkanstöße und Kreaturen miteinander verknüpft. Nichts geht ohne das andere, alles bedingt sich gegenseitig, ist eng miteinander verwoben – aber das merkt der Leser erst viel später.

„Die Gerüche des Papiers, des Leders und der Geschichten waren wie eine warme Decke, die sie einhüllte und willkommen hieß.“

In diesem zweiten Teil der Trilogie werden viele Fragen beantwortet, viele Handlungsstränge abgeschlossen, aber es bleibt noch genug offen, um schon jetzt ganz vorfreudig auf den finalen Teil zu warten. Aber kann wirklich ein einziges weiteres Buch reichen, um alle Geheimnisse dieser grandiosen Welt zu lüften und der Zukunft der Bibliomantik ein sicheres Heim zu bauen?

Kai Meyers atemloser, fesselnder Stil machte es mir sehr leicht, zwischen die Seiten der Geschichte zu springen, mich vom Fluss des Erzählens treiben zu lassen, die Welt der Bibliomantik kennen und lieben zu lernen. Manchmal verging ich fast vor Sorge um die Charaktere, die mir ans Herz gewachsen waren und ich weinte so manche leise Buchstaben-Träne.

Hatte ich „Die Seiten der Welt“ spontan zu meinem Seelenbuch ernannt, verleihe ich „Nachtland“ nun den Titel Suchtbuch. Denn bis zum großen Finale werde ich es ganz bestimmt nochmal gelesen oder aber gehört haben…zu wundervoll und groß ist diese Welt des Autors, als dass ich sie ein Jahr lang ruhen lassen wollte.

Während ich diese Zeilen niederschreibe, legt sich die Dämmerung über das Land. Ich schaue durch das Fenster in die bibliomantische Welt und sehe, wie Nassandra, die aus dem Wald der toten Bücher stammt, langsam ihre Gestalt einer jungen Frau in die einer Birke verwandelt und denke, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um euch an meinen Worten teilhaben zu lassen.

An dieser Stelle möchte ich ein  ❤ -liches Dankeschön an zwei Rebellen, die gemeinsam mit mir in den Reihen des Widerstands gekämpft haben, loswerden: Julia von den Zimtträumereien und Arndt von der buchigen Sternwarte AstroLibrium, deren Rezensionen mit dem jeweiligen Blognamen verlinkt sind. Es hat vieles leichter gemacht, dass ihr dabei wart!


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Inhalt:
Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern: Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.
Immer tiefer dringt Furia in die magische Welt der Bücher vor.
Das phantastische Reich mit seinen uralten Bibliotheken und
Geschichten wird von den tyrannischen Drei Häusern regiert.
Von einem geheimen Ort aus, dem Sanktuarium, herrschen sie über
die Geschicke aller Bibliomanten und Exlibri. Doch Furia und ihre
Gefährten leisten Widerstand. Um ihre Welt von den Unterdrückern
zu befreien, begeben sie sich auf die gefährliche Suche durch die
verborgenen Refugien nach dem Zentrum der Macht – und stoßen
auf das größte Geheimnis der Bibliomantik.

Infos zum Autor:
Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der wichtigsten deutschen Phantastik-Autoren. Er hat über fünfzig Romane veröffentlicht, Übersetzungen erscheinen in dreißig Sprachen. Seine Geschichten wurden als Film, Hörspiel und Graphic Novel adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet.

Infos zum Buch:
„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer ist im Juni 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-8414-2166-1 im FJB Fischer Verlag erschienen. Der Jugend-Fantasy-Roman ist der zweite Teil einer Trilogie. Er umfasst 591 Seiten und ist auch als Ebook und Hörbuch erhältlich.
Quelle: Fischerverlage

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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8 Antworten zu *+* Kai Meyer: Die Seiten der Welt – Nachtland“ *+*

  1. zimttraeumereien schreibt:

    Es war eine tolle Reise durch die Refugien mit euch und ich freue mich jetzt schon wie verrückt auf Teil 3 🙂

    • irveliest schreibt:

      Ja, unsere Wettflüge auf den Bookboards waren wirklich genial….und Teil 3, ach…frag mich mal…brauche Teil 1+2 dringend als Audios, das ist klar….Genießen mit allen Sinnen *lach*

  2. Kai Meyer schreibt:

    Schönen Dank für die tolle Rezension, Heike! 🙂

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  5. verenajulia schreibt:

    Hach…eure Begeisterung! Ich kann das gar nicht oft genug betonen, wie sehr mir das gefällt, wie sehr ich mich mit euch freue! Ganz toll ❤ eine tolle Rezension meine Liebe! 🙂

    • irveliest schreibt:

      Liebe Verena, na dein Kommi geht runter wie Öl!!! Ich verfolge aber auch sehr gerne begeisterte Lesewege und lasse mich dann oft vorfreudig anstecken 🙂

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