*+* Astrid Rose: „Mana Loa – Seelenbande“ *+*

. mana loa .
Liebe Lesefreunde,
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zwei Jahre nach dem Auftaktband der Mana Loa Trilogie (Familienbande) habe ich den ersten Teil der Fortsetzung gelesen. Obwohl doch eine recht lange Zeitspanne zwischen den beiden Büchern liegt, war mir Familienbande noch sehr gut im Gedächtnis haften geblieben und ich hatte keine Schwierigkeiten, mich in die Fortsetzung hineinzufinden.
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Die personellen Verstrickungen sind ähnlich bunt, unvorhersehbar und überraschend wie im ersten Teil. Einige der Charaktere aus Familienbande spielen auch in diesem Teil eine größere Rolle, andere nicht, dafür wird Seelenbande mit neuen Figuren aufgerüstet. Durch einen umfassenden Stammbaum zu Beginn des Buches versteht man die Verstrickungen und Verknüpfungen der Charaktere auch ohne Vorkenntnisse des ersten Buchs.
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Die schwangere Nina und Ben sind frisch verheiratet und genießen die erste Zeit ihrer Flitterzeit unbeschwert, bis immer mehr Wolken am Glückshorizont aufziehen. Schon bald ist sich Nina Bens uneingeschränkter Liebe nicht mehr sicher und fühlt sie sich – nachdem sie ihrem Mann mehr als ein Geheimnis entlockt hat – manchmal sehr unwohl in seiner Gegenwart. Ich staunte ein ums andere Mal, welche Überraschungen Astrid Rose aus dem kreativen Autorenärmel gezogen hat, nicht nur was den Charakter Ben betraf.
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Julia, eine Klatschreporterin, wirft – wann immer es geht – ein schlechtes Licht auf Nina und sorgt somit für weitere schlimme Momente im Leben der schwangeren Magie-Trägerin. Diese hat zunehmend undurchsichtige Visionen, die ihr das Leben schwer machen. Nina weiß lange Zeit nicht, wie diese zu deuten sind. Auch ahnt sie nicht, welche Personen diese schrecklichen Szenen betreffen.
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Auch im wahren Leben wird es immer gefährlicher für Nina und ihre Familie. Ihr Mann Ben sowie ihr Schwager Tom sind im Besitz sehr wertvollen technischen Know-Hows. Um dieses an sich zu bringen, sind gewisse windige Gestalten auch bereit, über Leichen zu gehen. Als wenn das nicht schon problematisch genug wäre, machen es die weitläufigere Familie und vermeintliche Freunde dem frischgebackenen Ehepaar auch nicht gerade leichter.
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So weit ein knapper Einblick, so gut, jedoch fehlte mir über weite Strecken der rote Faden in diesem zweiten Teil. War ich in Familienbande noch sehr begeistert von der gut gemeisterten Ausgewogenheit diverser Genres innerhalb des Romans, sah ich mich hier im ersten Drittel überwiegend mit den Bereich Erotik konfrontiert. Die Autorin versteht es sehr gut, in diesem Genre zu schreiben – sehr gefühlvoll und ästhetisch – und das Thema passt durch die Flitterzeit von Nina und Ben auch definitiv in den Roman. Für einen Erotikroman wäre die Menge auch passend gewesen. Den hatte ich aber nicht gekauft und es war mir stellenweise einfach zu viel davon – das Thema begleitete mich in den aktiven Handlungen, reflektierenden Gedanken sowie in Ninas Visionen – und viel zu wenig aus anderen Bereichen. Die Ausgewogenheit, die später im Roman immer mal wieder zum Tragen kam, hätte ich mir durchgängig gewünscht – so wie im ersten Teil. Vielleicht habe ich die Messlatte durch diesen Vergleich auch sehr hoch gehängt, das mag sein.
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Der rote Faden der mir lange Zeit ganz fehlte, tauchte später in Form mehrerer Fädchen auf, die sich leider bis zum Ende nicht verknüpft hatten. In sich abgeschlossen war Seelenbande nicht. Ich hatte eher den Eindruck, als ob der zweite und dritte Teil als ein umfangreiches Buch geschrieben wurden, das dann in der Mitte geteilt wurde, sodass dann erst zum Ende der Trilogie alle diese Fädchen ihren Platz im hawaiianichen Muster von Man Loa bekommen würden.
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Die arme Nina tat mir ganz schön leid. Schwanger wie sie war, musste sie Termine, Verpflichtungen und andere Tätigkeiten im Wahnsinnstempo absolvieren. Eine Verschnaufpause gab es selten für sie. Ebenso erging es aber auch mir als Leser. Das Erzähltempo war sehr hoch, manchmal fühlte es sich an wie Lesen im Zeitraffer. Ich wurde von Handlung zu Handlung gezogen, konnte selten in den Szenen verweilen und in der Geschichte somit leider nicht Fuß fassen. Wahrscheinlich wurde ich deshalb weder mit den Charakteren warm noch konnte ich die magischen Verstrickungen schnell genug erfassen. Mit ein bisschen mehr Ruhe im Fahrwasser wäre ich sicher emotionaler berührt worden. Wenn mehr Raum und Zeit gewesen wäre, mich in all die vielen Richtungen, die der Roman angerissen hat, hineinzufinden.
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Glücklicherweise gibt es ganz verschiedene Vorlieben, auch beim Lesen. Ich habe hier lediglich meine ganz persönliche Meinung dargelegt. Seelenbande hat mich bei Weitem nicht so erreicht wie es damals Familienbande gelungen war.
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Ich möchte dennoch eine Leseempfehlung aussprechen. All denen, die gerne erotische Literatur mögen, die es kurz und knackig beim Erzählen lieben, die gar keine langatmigen Ausschweifungen haben wollen, die auf Cliffhanger abfahren…euch dürfte der zweite Teil der Mana Loa Trilogie sehr gut gefallen!

.Infos zum Buch: „Mana Loa – Seelenbande“ von Astrid Rose ist im August 2014 unter der ISBN-Nr. 978-1500487218 bei Create Space erschienen. Der Fantasyroman umfasst 364 Seiten und ist auch als Ebook erhältlich.
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Inhalt:  Zwei Herzen, die im Einklang schlugen. Zwei Seelen, die einen Gedanken trugen. Verführt von der Sünde, geteilt in schwerer Stunde. Jahrhunderte überwunden, haben sie sich wieder gefunden. Drei Schicksale, zwei Wege, mehr als ein Leben. Wird es jemals eine Zukunft geben? Eigentlich könnte Nina an der Seite ihres Mannes ein glückliches Leben führen, doch das Schicksal hat andere Pläne. Mit jedem Tag wächst ihre heilige Kraft und sie wird von unheilvollen Visionen heimgesucht … Zum Glück hat Nina eine große Familie, die ihr weiterhin zur Seite steht und ein alter Freund eilt ihr zu Hilfe. Doch welches Interesse verfolgt Daniel, der ihr aus dem Schatten heraus nicht mehr von der Seite weicht?
Quelle: Amazon.de

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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