*+* Rita Falk: „Zwetschgendatschikomplott“ *+*

Zwetschgendatschikomplott

Liebe Lesefreunde,

neulich habe ich einen Leseurlaub in Niederkaltenkirchen verbracht. Mal wieder die Eberhofers besuchen, war ja schon länger nicht da. Und was soll ich sagen…rein zufällig herrschten wieder Mord und Totschlag in diesem feinen Dorf, frag nicht!

Den Franzl habe ich kaum zu Gesicht bekommen, so war er mit den drei toten Dirndl-Trägerinnen beschäftigt. Und ganz nebenbei hat er noch das gute alte Dorf-Flair vor dem Möchtegern-Image einer Großstadt bewahrt.

Zum Glück hat sich seine Familie meiner angenommen, allen voran die Oma – wer mag sie nicht? Eingefleischte Eberhofer-Fans wissen jetzt wohl, was ich meine. Ein neuer Provinz-Krimi von Rita Falk ist fast schon wie ein buchiges nach Hause kommen.
Die Charaktere sind einem so vertraut, deren private Geschichten entwickeln sich ständig plausibel weiter, die Hauptpersonen bleiben dieselben und werden wie bisher nur durch die Protagonisten rund um den jeweiligen Fall, hier die Dirndl-Morde, ergänzt.

Der Rudi, einer von Franzls Freunden, sitzt gemütlich auf seinem Balkon, als ihm auffällt, dass die Krähe, die auf der Brüstung hockt, einen Finger im Schnabel hält. Das ist ja an und für sich gar nicht so lustig, aber Rita Falk mit ihrer Wahnsinns-Schreibe macht daraus – wie aus dem gesamten Krimi – ein Festival für die Lachmuskeln. Ich las „Zwetschgendatschikomplott“ überall, wo es gerade möglich war und wurde ziemlich oft gefragt
„Was lesen Sie denn da? Ist das gut? Sie grinsen ja die ganze Zeit….“
Ja, es ist gut, sehr sogar! Und ich kann auch den sechsten Teil dieser Reihe nur empfehlen!

Auch Neueinsteiger dürften keine Probleme haben, sich in dem Dorf einzuleben, denn der Personenkreis rund um den Eberhofer ist eigentlich recht überschaubar.

Ich weiß nicht, was mich mehr begeistert hat, der gut konstruierte Fall mitsamt seiner Auflösung oder meine Niederkaltenkirchener, die ich alle schon längst in mein Krimiherz geschlossen habe.

Sei es die schwerhörige Oma, die jedem Schnäppchen hinterherjagt und vehement ihre Meinung vertritt, aber auch so viel Herz hat, dass man gar nicht anders kann als sie zu mögen.
Oder der verwitwete Herr Papa, der seine Freizeit am liebsten mit den Beatles und etwas Stoff verbringt. Leider hat er es mehr mit seinem Leopold-Sohn und nicht so mit dem Franz, was ihm einen Minuspunkt einbringt, denn der Leopold, naja….aber seine Frau und Kind sind hingegen zuckersüß!
Und die Freunde vom Franzl, na die müssen auch sein, aber absolut! Und auch seine on-off-Freundin Susi findet ihren Platz im Zwetschgendatschikomplott, wenn auch einen sehr ungewöhnlichen 😉
Aber der gefiel mir sehr…

Wer mehr wissen mag, liest am besten ganz schnell das Buch und ich bin mir sicher: Ihr werdet es nicht bereuen ❤

Inhalt:
Der Rudi zieht ins Schlachthofviertel und staunt, als ihm eine riesige Krähe einen abgetrennten Frauenfinger zu Füßen legt. In ihrem sechsten Fall ermitteln der Eberhofer und der Rudi im Münchner Rotlichtmilieu – denn der Finger gehörte einer ermordeten Prostituierten. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe …

Infos zum Buch:
Zwetschgendatschikomplott“ von Rita Falk ist im April 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-423-26044-2 bei dtv premium erschienen. Der Provinz-Krimi umfasst 272 Seiten und ist auch als Ebook und Hörbuch erhältlich.

Infos zur Autorin:
Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.

Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.

Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend – sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von »dahoam«.

Mit ›Hannes‹ und dem ›Funkenflieger‹ zeigt sie sich von einer neuen, überraschenden Seite, indem sie wahrhaftige, universelle Geschichten erzählt, die niemanden ungerührt lassen.

Quelle: dtv

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Rita Falk: „Zwetschgendatschikomplott“ *+*

  1. tinaherrlich schreibt:

    Ja mei! Der Franz – des is freilich ganz a feiner Bub! 😉
    Ich begegne ihm gerade in München beim „Sauerkrautkoma“ und werde mich danach sofort auf das „Zwetschgendatschikomplott“ stürzen. 🙂 Das ist wirklich ein Leseurlaub! Total entspannend, erfrischend und erheiternd. 🙂
    LG von Tina

    • irveliest schreibt:

      Sauerkrautkoma ist auch sehr töfte!!! Ich freue mich schon auf das nächste Buch….Leberkäsjunkie…hihi das klingt wieder nach einer Mordsgaudi!!

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