*+* Katrin Tempel: „Mandeljahre“ *+*

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mandeljahre

Liebe Lesefreunde,

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Ich liebe Mandeln und so ist es kein Wunder, dass ich an diesem Cover hängenblieb. Eine Schale dieser Früchte vor einem zarten, leichten Hintergrund. Schlicht, aber dennoch wunderschön für mich.
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Auch der Rückentext des Romans sagte mir sehr zu
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Dort, wo die Mandelbäume blühen …
Als Katharina die Jugendstilvilla ihrer Familie an der pfälzischen Weinstraße entrümpelt, findet sie Fotoalben und Erinnerungsstücke ihrer Urgroßmutter Marie. Die lebenslustige Ehefrau eines gn
adenlosen Großunternehmers erlebte den Aufstieg und Fall einer deutschen Kaffeeröster-Dynastie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts – und sie verheimlichte ihre wahren Gefühle für den Mann, den sie nicht lieben durfte.“
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Die eigentliche Geschichte ist in eine kleine Rahmenhandlung, gebildet von Prolog und Epilog, eingebettet. Katharina und ihr Mann nehmen sich ein paar Tage frei, um Katharinas Erbe zu sichten und zu entrümpeln. Schließlich soll die Jugendstilvilla möglichst schnell verkauft werden.
Aus möglichst schnell wird jedoch nichts, denn das Gemäuer birgt so manche Überra
schung und gibt Katharina tiefe Einblicke in das Leben ihrer Uroma Marie. So kommt es, dass sie sich nach kurzer Zeit alleine ihrem Erbe stellt und die umfangreichen Erinnerungen und Aufzeichnungen durchsieht. So kann die junge Frau schließlich einen Großteil des Lebens ihrer Urgroßmutter rekonstruieren und die Autorin lässt den Leser an diesem bemerkenswerten Leben teilhaben, indem sie Maries Geschichte von 1907 an, als sie 19 Jahre alt war und kurz vor ihrer Verlobung stand, bis 1945, nach Kriegsende, erzählt.
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Nebenbei flicht Katrin Tempel sehr geschickt und im Umfang angemessen die Geschichte Deutschlands inklusive der beiden Weltkriege ein.
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Marie von Rabenhorsts Familie steht kurz vor dem Ruin. So springt die junge Frau, d
ie zeit ihres Lebens dazu erzogen wurde, gehorsam zu sein, in die Bresche. Sie heiratet den besten Freund ihres Bruders. Dieser ist ein kluger Kopf, der seine Ideen zu vermarkten weiß und schon bald kann sie samt ihrer gesamten Familie wieder im Luxus schwelgen. Jedoch ist der Preis, den sie dafür zu zahlen hat, sehr hoch. Alle gewinnen dabei, nur sie selbst verliert. Marie erträgt ihr Schicksal dennoch tapfer und findet Mittel und Wege, ihr Leben erträglicher zu machen.
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Katrin Tempel schildert Maries Geschichte über einen Zeitraum von 38 Jahren. Sie erzählt chronologisch, wenn auch nicht gleichmäßig, sondern macht klug gewählte Zeitsprünge, in denen man nur die markanten Stationen im Leben der Frau erlebt. So werden Längen jeglicher Art verm
ieden, man erfährt jedoch das, was man wissen muss, um die Entwicklung der Charaktere und der Romanhandlung gut nachvollziehen zu können.
Es war schön, sämtliche Höhen, Tiefen und Wendepunkte mitzuerleben.
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Der Roman besticht zudem durch einen lebendigen Schreibstil. Ich war gleich mittendrin in der Geschichte, sowohl in der Rahmenhandlung als auch in der eigentlichen Erzählung.
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Die Charaktere sind allesamt sehr ausdrucksstark geschaffen. Ob es sich nun um die weibliche Hauptfigur Marie, oder auch nur kleinere Nebenfiguren handelt, sie besaßen alle eine große Tiefe, wirkten echt und authentisch. Dadurch fiel es mir leicht, Sympathien zu entwickeln. Von
einigen Charakteren distanzierte ich mich hingegen recht schnell.
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Vor diesem emotionalen Hintergrund habe ich mitgelitten, gehofft, geweint, manchmal auch große Freude empfunden – stellenweise sehr intensiv.
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Mandeljahre ist für mich ganz großes Kino!
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Ich hoffte auf eine nette F
amiliengeschichte vor dem Hintergrund zweier Kriege und bekam einen Roman de luxe.
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Für mich passte alles, Plot, Charaktere, Schreibstil, Lesestimmung waren perfekt aufeinander abgestimmt und sowohl Titel als auch Cover passen perfekt zur Geschichte.
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Ich konnte oft ganz tief eintauchen, war still versunken in das Buch – die Taschentücher immer zur Hand, denn oft haben mich die Schilderungen sehr berührt.

Manchmal wäre ich sehr gerne in die Geschichte gesprungen, um Marie zu trösten oder zu helfen, ich mochte sie sehr. Ebenso ihre Urenkelin Katharina. Auch sie hat ihren ganz persönlichen Lebensweg gefunden, nachdem sie ihre Uroma kennenlernen durfte.

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Mit Mandeljahre habe ich ein Juwel am Firmament des Bücherhimmels entdeckt.
Die Geschichte an sich, der Stil, die Stimmung, die sich während des Lesens in mir breitmachte, das alles hat mich sehr für das Buch eingenommen. Der Roman trägt als „I“-Tüpfelchen teils biografische Züge aus der Familiengeschichte des Mannes der Autorin, denn die Kaffeewerke, um die es sich im Roman dreht, gab es wirklich. Ebenso viele der Charaktere, die jedoch von der Autorin für „Mandeljahre“ umbenannt wurden.
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„Die geschichtlichen Fakten und Ereignisse wurden für diesen Roman so sorgfältig recherchiert, wie es mir irgend möglich war. Die beiden Weltkriege, Besatzung und Befreiung und auch die Gründung der Weinstraße – das alles ist historisch korrekt…..natürlich habe ich für die Romanhandlung einiges hinzuerfunden“
(Zitat der Autorin aus ihrem Buch).
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Info zum Buch:
„Mandeljahre“ von Katrin Zempel ist im Februar 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-492-30497-9 im Piper-Verlag eschienen. Der Roman umfasst 448 Seiten und ist auch als Ebook erhältlich.
Quelle: http://www.piper.de/buecher/mandeljahre-isbn-978-3-492-30497-9
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Info zur Autorin:
Katrin Tempel wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie als Journalistin, heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift »LandIdee«. Außerdem schreibt sie Drehbücher (unter anderem den historischen ZDF-Zweiteiler »Dr. Hope«) und Romane. Mit »Holunderliebe« und »Mandeljahre« gelangen ihr große Publikumserfolge. Unter dem Namen Emma Temple veröffentlicht sie bei Piper weitere Romane, zuletzt »Die Nebel von Connemara«. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Bad Dürkheim an der Weinstraße.
Quelle: http://www.piper.de/autoren/katrin-tempel-2537

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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3 Antworten zu *+* Katrin Tempel: „Mandeljahre“ *+*

  1. Anke schreibt:

    Ich hatte ja schon mit dem Buch geliebäugelt. Nach deiner Einschätzung werde ich es nun ganz bestimmt lesen.

    Liebe Grüße

    Anke

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