*+* Claudia Rusch: „Zapotek und die strafende Hand“ *+*

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zapotek und die strafende hand
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Liebe Lesefreunde,

wer kennt das nicht?
Der Job verlangt einem alles ab und man sehnt sich nach einer möglic
hst langen Auszeit, in der man sich vielleicht gar einen Lebenstraum erfüllen möchte.
Zapotek hat diesen Traum wahr gemacht, zumindest den ersten Teil: Jahrelang hat er auf einen Teil seines Lohns verzichtet, um sich endlich ein Sabbatical leisten zu können. Sein Lebenstraum lautet: Einmal zu Jan Mayen zu segeln und diese Insel in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Und hier hakt sein gut durchdachter Plan leider. Denn er muss zunächst in seine Heimat, auf die Insel Stralsund. Dort ist der Hausmeister seines Anwesens überraschend verstorben. Nun heißt es,
schnell einen Nachfolger zu finden, oder – noch besser – das Familienerbe zu verkaufen…
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Doch als Zapotek auf Stralsund ankommt, legen sich gleich mehrere Schlingen um ihn, die ihn zunächst an die Insel fesseln. Sie sind einerseits privater – sehr privater – Natur und in diesem Punkt holt ihn seine Vergangenheit, die er längst vergessen glaubte, wieder ein.
Andererseits kommt trotz seiner Auszeit der Polizist in ihm durch…..als Zapotek nämlich feststellt, dass der Tod seines Verwalters einen höchst seltsamen Beigeschmack hat und sich merkwürdigerweise kurz zuvor ein tödlicher Unfall ereignet hatte….
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Mit dieser ganz speziellen Type Henning Zapotek hatte mich die Autorin sogleich im Sack. Obwohl dieser Kriminalroman weitaus mehr Roman als Spannung in sich trägt, was ich bei Krimis eigentli
ch gar nicht so gerne habe, wusste mich Claudia Rusch durchaus zu fesseln. Die Autorin legte ein strahlendes Inselfeeling mit ordentlich Stralsunder Lokalkolorit über eine sehr interessante, ausgewogene Mischung an sehr individuellen Charakteren, die mich – auch wenn ich sicher nicht mit allen sympathisierte, alle zu überzeugen wussten. Vom vermeintlich dümmlichen Eheweibchen über einen ausgewachsenen Choleriker bis hin zu einem innerlich zerrissenen Opfer des damals zweigeteilten Deutschlands und vielen anderen detailliert gezeichneten Charakteren war alles dabei, was das Leserherz begehrt. Diese Vielfalt an Charakteren trug die Geschichte um den beurlaubten Kommissar und bewirkte fast schon eine Verselbstständigung bei der Aufklärung der Todesfälle.
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Die Autorin sorgte mit einigen Überraschungen in der Entwicklung ihrer Protagonisten für so manche Irrung und Wirrung und ließ plötzlich mörderische Schatten auf die Todesfälle fallen…..
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Mit einigen dieser Wendungen hatte ich mehr oder weniger gerechnet, was meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Denn den ganz großen Clou zum Schluss konnte ich nicht erahnen und war selbst erstaunt, welche Hintergründe sich da auftaten. Wie Zapotek mit diesen Informationen umging, gefiel mir
sehr – überhaupt agierte dieser Urlaubs-Kommissar im Hinblick auf seine aktuell offiziell ruhende Tätigkeit stets plausibel, gut nachvollziehbar und mit Augenmaß.
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Sehr freute ich mich, dass sich diese Fähigkeit nicht nur auf das Dienstliche beschränkte, denn auch im privaten Bereich schien er seine Probleme in den Griff zu bekommen und fand eine sehr zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten, sodass er endlich – wenn auch mit etwas Verspätung – zu Jan Mayen aufbrechen konnte!
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„Zapotek und die strafende Hand“ ist ein etwas anderer Kriminalroman, bei dem der Spannungsaspekt nicht die Hauptrolle spielt.
Als Ausgleich bekommt der Leser dafür ein tolles Ostsee- und vor allem Stralsund-Feeling. Dieser Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit versetzt den Leser leicht in buchige Urlaubsstimmung.
Untermalt ist der Roman mit den Problemen der früheren DDR, die dadurch einen größeren Leserkreis sehr persönlich ansprechen könnten.
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Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und ich befand mich über weite Strecken im Lese-Genuss-Flug durch das Buch!

Wer ruhige Krimis mag, der weniger durch Spannung als durch seine Charaktere und liebevollen Lokalkolorit punktet, sollte hier zugreifen!

Infos zum Buch:
„Zapotek und die strafende Hand“ von Claudia Rusch ist im März 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-426-51504-4 im Droemer-Knaur-Verlag erschienen. Der Kriminalroman umfasst 288 Seiten und ist auch als Ebook und Hörbuch erhältlich.
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Inhalt:
So hat Henning Zapotek, Hamburger Kriminalhauptkommissar, sich sein Sabbatjahr nicht vorgestellt: Statt mit Kurs aufs Nordpolarmeer der drohenden Midlife-Crisis davonzusegeln, findet er sich in seinem ungeliebten Heimatdorf Klokenzin bei Stralsund wieder, um einen Mord aufzuklären. Ein charismatischer Kommissar, ein spannender Fall und Dialoge voller Witz und Tempo – das sind die Zutaten für diesen charmanten Ostsee-Krimi!
Quelle: Droemer-Knaur

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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