*+* Rachel McIntyre: „Sternschnuppenstunden“ *+*

Liebe Lesefreunde,

Hand aufs Herz: Wer von uns wurde im Teenie-Alter nicht geärgert oder getriezt? Schön war es nicht, aber man konnte es aushalten. Aber auch nur, weil die Drahtzieher rechtzeitig einen Rückzieher gemacht haben. Zumindest in meiner Jugend war das so. Es gibt einige wenige wirklich schäbige Erinnerungen…..aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was Lara, die weibliche Hauptfigur dieses Jugendromans, ertragen muss.
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9-7
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Angefangen bei fiesen Bemerkungen und Szenen ihrer „Kollegen“ steigerten sich diese schließlich bis hin zu Sachbeschädigung und Körperverletzung.
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Am schlimmsten waren für meine Lesegefühle
noch nicht einmal die Täter selbst sondern viel schlimmer noch die Mitläufer, die blind und ohne Mitgefühl die Keule geschwungen und mitgemacht haben.
Aber man kennt das ja – nicht nur aus der Literatur, wie beispielsweise bei „Die Welle“ – leider macht man auch im Alltag viel zu oft die Erfahrung, dass es für viele
rückgratlose Menschen einfacher ist, den Weg des kleinsten Widerstandes zu gehen. Und der lautet wegsehen, oder, was noch schlimmer ist: mitmachen…..
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 Wenn selbst die beste Freundin noch ins feindliche Lager überläuft, wird es zappenduster. Schwarz wie ein Nachthimmel. Umso erfreuter war ich, als in Laras persönlichen stockfinsterer Nacht eine Sternschnuppe ihren Himmel erhellt und für etwas Glanz in ihrem Leben sorgt.
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Der Vertretungslehrer bringt ein strahlendes Leuchten in ihr wahres Horror-Leben. Er ist nicht nur eine einzige kleine Sternschnuppe, sondern wirft einen wahren Schwarm davon an Laras Nachthimmel. Immer wieder sorgt er für ein Highlight in ihrem trostlosen Leben.
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Ich freute mich sehr für sie. Endlich gab es jemanden, der sie verstand. Im Idealfall sollten diesen Beistand Eltern und beste Freundin leisten, aber die Freundin hatte sich wie schon erwähnt bereits aus dem Staub gemacht….ihr sternschnuppiges Leuchten vergangener Zeiten war zu
Sternenstaub verglüht. Und auch die Eltern vermochten es nicht, strahlende Akzente im Leben ihrer Tochter zu setzen – eher das Gegenteil war der Fall!
So gab es nun endlich einen Menschen, der sich Lara und ihrer Sorgen annahm. Ich freute mich wirklich sehr für sie, jedoch hatte diese Erleichterung auch einen faden Beigeschmack, denn
keine Sternschnuppe leuchtet ewig. Und nach dem verglühten Strahlen scheint die anschließende Dunkelheit noch finsterer….
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Neben meinen positiven Gefühlen dieser Entwicklung sorgte ich mich um Lara, denn es birgt schon eine
gewisse Brisanz in sich, wenn sich eine Schülerin und ein Lehrer zu sehr aufeinander einlassen, da können schnell die Grenzen zwischen Vertrauensperson und Schutzbefohlener verschwimmen….und dann säße Lara noch tiefer in der Patsche und ihr verständnisvoller Lehrer gleich mit.
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So bangte ich beim Lesen gleich in doppelter Hinsicht. Ich litt mit Lara bei jeder neuen Mobbing-Attacke und hoffte immer wieder aufs Neue, dass sie – mal von der Unterstützung ihres Lehrers abgesehen – einen Ausweg aus der Misere finden würde.
Und ich hatte große Sorge um das Verhältnis der beiden, bzw., dass aus ihrer wachsenden Vertrautheit kein solches entstehen würde.
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Rachel McIntyre hat ihre langjährigen Erfahrungen als Lehrerin in diesen Jugendroman einfließen lassen und man merkt schnell….dass das, was süß scheint, – zumindest manchmal – auch einen sc
hrecklichen Nachgeschmack haben könnte.
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Dieser wundervolle Page-Turner besticht durch seine ungeschönte, realistische Betrachtens- und Herangehensweise an Laras Probleme. Das Leben ist leider nicht immer „Friede, Freude, Eierkuchen“.
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Inhalt:
Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere. 

Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.

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Zum Buch:
Sternschnuppenstunden“ von Rachel McIntyre ist im Januar 2015 unter der ISBN-Nr 978-3-7348-5007-3 im Magellan-Verlag erschienen. Der berührende Jugendroman umfasst 304 Seiten und wird vom Verlag für ein Lesealter ab 14 Jahren empfohlen.
Quelle: Magellan – Der Verlag mit dem Wal

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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10 Antworten zu *+* Rachel McIntyre: „Sternschnuppenstunden“ *+*

  1. Kathrin schreibt:

    Das Buch steht bei mir schon seit der Vorschau auf dem Wunschzettel und wenn ich nun deine Rezi lese,merke ich, dass es die lange Vorfreude mehr als wert ist. Und ich fürchte, dass dieses Buch kein Happy End in sich birgt, was in Anbetracht der Themen auch nachvollziehbar wäre…

    • irveliest schreibt:

      Das Buch hat ein sehr gut gewähltes, realistisches Ende, das mich zunächst etwas erstaunt hat. Etwas anderes würde bei dieser Geschichte aber nicht wirklich passen.
      Viel Spaß beim Lesen!

      • Kathrin schreibt:

        Realistisch klingt sehr gut! Ich habe bisher nämlich die Erfahrung gemacht,dass Filme (und zum Teil auch viele Bücher) zum Thema Mobbing entweder zu unwahrscheinlich positiv oder zu dramatisch enden. Ich freu mich,wenn/dass es bei den „Sternschnuppenstunden“ anders ist 🙂

      • irveliest schreibt:

        Ich fand es sehr glaubwürdig, aber mach dir am besten ein eigenes Bild 🙂

      • Kathrin schreibt:

        Das werde ich auf jeden Fall,sobald ich wieder mehr Lesezeit habe und der SUB etwas geschrumpft ist 😉

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