*+* Sophie Hannah: „Die Monogramm-Morde“ *+*

Die-Monogramm-Morde-9783455600162_xlLiebe Lesefreunde,
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da sitze ich nichts ahnend im Pleasant’s Coffee House, halte einen kleinen Tee-Plausch mit Fee, der supernetten, herzensguten Bedienung, und ehe ich mich versehe, nimmt
Hercule Poirot am Nachbartisch Platz! Als ich noch überlegte, ob ich diesen Grand Signeur des Krimiwesens ansprechen sollte oder lieber doch nicht, war der Platz bei ihm auch schon besetzt…
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Eine zu Tode erschreckte Frau hatte sich bei ihm niedergelassen und – ja ich gebe es zu, ich habe
gelauscht – was sie Poirot erzählte, weckte meine Aufmerksamkeit und Neugierde aufs Äußerste…
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Als ich von „Hercule Poirot – reloaded“ hörte, war ich sehr skeptisch, ob
dieser neue Fall der gewohnten Manier des korrekten, scharfsinnigen Belgiers würde gerecht werden können. Wer die „alten“ Krimis rund um den Ermittler kennt, wird den fast schon schrulligen Stil der Altmeisterin Agatha Christie noch vor Augen haben. Die Figur Hercule Poirot selbst, der ganz penibel konstruierte Fall, die meisterliche Feinarbeit auf dem Weg zur Lösung, der Charme des Erzählstils….
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Mir war ein wenig bange, ob Sophie Hannah all dies angemessen würde nachbauen können. Da es bekanntlich heißt „Probieren geht über studieren“ begann ich ganz gespannt, „Die Monogramm-Morde“ zu lesen….und war
ganz schnell begeistert!
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 Die Autorin hat es geschafft, die Fußspuren Christies perfekt zu treffen. Mal abgesehen von der etwas zu verschlungenen Hintergrundgeschichte bekommt sie von mir die volle Punktzahl für ihren ersten eigenen ersten Hercule Poirot-Krimi.
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Sehr gut gefallen haben mir die sprachliche Umsetzung, die Schilderung der Atmosphäre an den Schauplätzen, die feine Herausarbeitung der Charaktere.
Im Café stieg mir der einzigartig gute Kaffeegeruch in meine Nase. Bei den
Gesprächen, die der Belgier führte, spürte ich seinen intensiven Blick, wenn die Menschen um ihn herum nicht seinen brillanten Gedankengängen folgen konnten. Und vieles mehr.
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Die von der Autorin neu inszenierte Figur des Scotland Yard-Mannes
Catchpool gefiel mir sehr gut. Auch er verhinderte, dass „Die Monogramm-Morde“ ein lauwarmer Abklatsch der alten Fälle wurde. Catchpool gab dem Neubeginn frischen Wind, auch wenn Poirot meistens an der nicht vorhandenen Geistesgegenwärtigkeit des Scotland-Yard-Mannes verzweifelte.
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Wer sollte ihm auch das Wasser reichen? Er, Mister Perfekt in der Disziplin der
Indizien-Klauberei, spürt jede Lüge auf. Wenngleich ich sagen muss, dass Hannah Sophie auch ihm alles abverlangte. Er musste jede einzelne seiner grauen Zellen aktivieren, um diesem verknoteten Fall Herr zu werden.
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Aber was war eigentlich passiert?
 Im Bloxham-Hotel waren drei Tote gefunden worden. Sie alle waren in gleicher Art und Weise aufgebahrt, ebenso war jedem von ihnen ein Manschettenknopf in den Mund gelegt worden.
Schon bald ergab sich eine Spur, die 16 Jahre zurück in die
Vergangenheit in ein Dorf in Devon führte.
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Poirot und Catchpool ermitteln mal gemeinsam, mal getrennt voneinander, tauschen ihr Wissen aus und machen sich ihre Gedanken….wobei der arme Catchpool so oft den Kürzeren zog.
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Äußerst amüsiert verfolgte ich die belehrenden Gespräche zwischen den beiden Herren. Immer wenn ich dachte, jetzt sei der Fall gelöst, kam ein Einwand – natürlich von Poirot, dem Mann, der alles in Betracht zog und Lüge um Lüge entlarvte und war sie noch so klein!
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So wähnte ich mich einige Male
kurz vorm Ziel, saß gedanklich schon im Pleasant’s Coffee House, um meinen armen grauen Zellen, die mit denen Poirots bei weitem nicht Schritt halten konnten, die nötige Erholung zu gönnen, als es wieder hieß:
„Ah maintenant….non….so war es nicht“.
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Da hat es die Autorin ein wenig zu gut gemeint. Mir hätte die eine oder andere Schleife weniger besser gefallen, zumal es selbst für den aufmerksamen Leser immer schwieriger wurde, Wahrheit und Lüge auseinanderzuhalten, um den roten Faden nicht zu verlieren.
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Ansonsten kann ich nur sagen:
Formidable, meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt!
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Infos zum Buch:
„Die Monogramm-Morde“ von Sophie Hannah sind im September 2014 unter der ISBN-Nr. 978-3-455-60016-2 im Atlantik-Verlag erschienen. Der Kriminalroman umfasst 368 Seiten und ist auch als Ebook und Hörbuch erhältlich.
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Inhalt:
1920 erschien der erste Kriminalroman von Agatha Christ
ie. Seither haben sich ihre Bücher weltweit mehr als zwei Milliarden Mal verkauft. Jetzt haben die Erben von Agatha Christie erstmals der Veröffentlichung eines neuen Romans zugestimmt, der die beliebteste Figur der Schriftstellerin wieder zum Leben erweckt. Die Bestsellerautorin Sophie Hannah ist seit ihrem dreizehnten Lebensjahr ein großer Fan von Agatha Christie: »Es ist Hercule Poirot und Miss Marple zu verdanken, dass ich Krimiautorin geworden bin. Ich fühle mich unendlich geehrt, dass man mir dieses wunderbare Projekt anvertraut hat.«
Quelle: lovelybooks.de

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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5 Antworten zu *+* Sophie Hannah: „Die Monogramm-Morde“ *+*

  1. zimttraeumereien schreibt:

    Das klingt so richtig mega toll spannend 😀 will auch 😀

  2. Pingback: *+* Wochenshow #8 *+* | Irve liest...

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