*+* Irve fragt… Christine Sylvester *+*

cs6Liebe Christine,.
vielen Dank, dass du dich zu einem Interview für meinen Blog bereit erklärt hast!
Bevor ich dich gleich mit meinen Fragen bombardiere, wäre es lieb, wenn du ein paar Worte (oder auch mehr) zu dir und deinem Leben sagen könntest!
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Mein Leben gefällt mir, schließlich habe ich es mir so ausgesucht. Kein Tag sieht genauso aus wie der andere … Allerdings tut ein bisschen „Alltag“, also persönliche Rituale, soziale Gewohnheiten usw. auch ganz gut. Ohne solche Fixpunkte weiß man die mentalen Höhepunkte nicht wirklich zu schätzen.
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Natürlich bin ich kein Fan von Steuererklärungen und Arztbesuchen, von Krankheiten, Todesfällen, miesen Beziehungen, Enttäuschungen und anderen Krisen. Aber man kann das Leben ja nicht damit verbringen, sich vor Zukünftigem zu fürchten … Jedenfalls möchte ich das nicht. Ich betrachte lieber, was da ist und freue mich darüber, als zu lamentieren, was alles schief gelaufen ist oder noch schief laufen könnte.
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Ich möchte da nicht allzu privat werden. Nur soviel: Ich habe zwei tolle Kinder, sie haben einen außergewöhnlichen Vater, ich habe echte Freunde, und ich habe vor gar nicht so langer Zeit erst begriffen, wie immens viel ich von meiner Mutter immer noch lerne. Sie vermittelt mit ihrer Haltung zum Leben aktiv, dass Resignieren keine Option ist, egal, in welcher Lebenslage. Wenn man etwas nicht ändern kann, muss man seine Einstellung dazu ändern und authentisch bleiben.
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Also, mein Leben ist authentisch, energiereich und inspirierend. Vielleicht gibt es ein bisschen wenig Schlaf, aber ich arbeite daran 😉

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Erinnerst du dich an das erste Buch, das du gelesen hast?
 Hast du als Kind gerne gelesen bzw. liest du gerne?
Nein, ich erinnere mich nicht wirklich. Aber gelesen habe ich als Kind sehr gern – von ‚Hotzenplotz‘ über ‚Nesthäkchen‘ bis zu den ‚Drei Fragezeichen ???‘. Richtig viel allerdings dann als Jugendliche, am liebsten Romane, Theaterstücke und Biografien.
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Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch heute noch jedes Buch für ein gutes (!) Gespräch zur Seite lege … Okay, es sei denn, es ist ein unfertiges Man
uskript 😉
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Welches ist dein Lieblingsbuch – von dir und von einem anderen Autor/In?
Oje … DAS Lieblingsbuch gibt es bei mir nicht. Aber natürlich habe ich Bücher, die mich besonders begeistert oder eben beschäftigt haben. Ich lese sehr gern Bücher von Haruki Murakami (Favorit: „Kafka am Strand“), Milan Kundera (Favorit: „Die Unsterblichkeit“), José Saramago (Favorit: „Das steinerne Floß“).
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Bei meinen eigenen Büchern ist mein Favorit „Schattenleben“. Das erschien (wie „PsychopathenPolka“) 2014. Da ich allerdings mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit orientiert bin, habe ich schon wieder neue Favoriten, eigentlich drei aktuelle Manuskripte, darunter ganz speziell ein Roman, der mehr Liebe als Krimi zum Inhalt hat.
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Wann und warum fingst du an, selbst zu schreiben?
Irgendwann in der Grundschulzeit bzw. dann in der fünften Klasse habe ich angefangen, meine Gedanken aufzuschreiben. Es war so eine Art Tagebuch, das aber nicht mich zum Inhalt hatte, sondern eine fiktive Person.
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Ich habe mich allerdings jenseits davon schreibtechnisch mehr mit Realitäten befasst als mit Fiktion: Mit zwölf Jahren habe ich beschlossen, Journalistin zu werden. In meiner Schulzeit floss weitaus mehr Energie in die Schülerzeitung als in de
n Unterricht.
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Abgesehen davon mochte ich philosophisch angehauchte Literatur schon immer gern und habe mir schriftlich Fragen gestellt, die man nicht wirklich abschließend beantworten kann. Schreiben führt ja nie zu einer Lösung, sondern ist immer ein Prozess; und es unterstützt das Denken.
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Das Warum kann ich also nur so in etwa beantworten.
Mir macht es einfach Spaß. Ich bin auch sonst gern kreativ, aber Schriftsprache ist das Ausdrucksmittel, das mir am meisten liegt.
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Welches Buch oder welche Geschichte von dir wurde als erstes veröffentlicht?
Vermutlich ein Interview in der Schülerzeitung, oder eine Kurzgeschichte, oder doch eine Reportage oder ein Kolumnentext? Ja, doch. Ich glaube, es war ein Kolumnentext über Jugendstudien in der Schülerzeitung mit dem Titel: „Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben“.
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Bisher kenne ich nur „Psychopathenpolka“ von dir, einem Dresden-Krimi mit der unkonventionellen Ermittlerin Lale, einer Figur, die mir sehr gut gefällt! Was könnte ich sonst noch alles von dir lesen? Schreibst du nur im Spannungsfach oder bist du auch in anderen Genres zuhause?
Ja, hauptsächlich ist es Spannung wie zum Beispiel die Serie rund um Kommissarin Lale Petersen und ihre skurrile Truppe. (Lale-Krimis bis zur „Polka“ sind „Barocke Engel“, „Muschebubu“, „Oh du tödliche“ und „Pätschwörk“; Letzteres ist allerdings ein Theaterstück.)
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Auch meine neue Serienfigur Kökkenmöddinger gerät in die Situation, Verbrechen aufzuspüren, auch wenn er kein klassischer Ermittler ist, sondern Taxifahrer.
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„Sachsen-Sushi“ ist aber zum Beispiel ein so genannter Frauenroman. „Der Verlobte“ ist zwar ein Krimi, aber mehr eine Persiflage oder eben auch eine Hommage an Agatha Christie & Co.
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Außerdem habe ich auch einen Roman für Kinder geschrieben und bin an diesem Genre weiter dran.
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Und wie schon gesagt: Der spannende Liebesroman ist derzeit mein Anliegen. Das Morden geht allerdings sicherlich weiter 😉
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Wie betreibst du die Recherchen für deine Fälle?
Nun ja, ich gehe los und probiere, wie sich eine Mordmethode am besten macht, wer von nervigen Mitmenschen am meisten stört und dann passe ich auf, dass ich nicht erwischt werde. Darüber dann Bücher zu veröffentlichen, ist eine sehr gute Tarnung – quasi der perfekte Mord 😉
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Nee, im Ernst: Ich bin Journalistin und habe Recherchieren gelernt. Ich lese Fachbücher, ich bin im Internet unterwegs, und ich spreche mit Menschen, die vom Fach sind – je nach Thema natürlich. Wenn ich nicht viel zu recherchieren habe, wird mir eher flau. Außerdem finde ich den Kontakt mit realen Menschen sehr wichtig, und auch die Details – zum Beispiel auch die Probleme der Polizeiarbeit.
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Wo schreibst du am liebsten?
Das Wo spielt keine so große Rolle. Allerdings schreibe ich wohl die meisten Texte einfach am heimischen Schreibtisch. Ich unterhalte mich allerdings in fast jeder Lebenssituation mit meinen Romanfiguren.
Das Wie allerdings macht es einfacher, denn das Meiste schreibe ich erstmal handschriftlich, weil man damit die Gedanken in Bewegung bringt. Oft schreibe ich direkt nach dem Aufwachen erstmal ein paar Seiten; dabei ergibt sich automatisch die Fokussierung auf aktuelle Projekte. Das sind natürlich nicht nur Bücher, denn ich unterrichte auch Medienprojekte und entwickle im Schreiben Ideen.
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Wie kannst du am besten entspannen?
Musik, Kerze, Rotwein, gute Gespräche, Freunde, ein schönes Essen, Menschen, Spaziergänge, Tanzen, Sex – alles, was Bewegung für Kopf und Körper bedeutet. Ich finde auch Arbeiten nicht anstrengend, sondern sehr bereichernd, wenn es im Hier und Jetzt stattfindet. Eigentlich möchte ich den Kopf nicht ausknipsen, sondern finde auch Spannung sehr entspannend 😉
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Welche literarischen Zukunftspläne hast du?
Oho, gefährliche Frage … Aus der Antwort könnte dann vielleicht ein Science-Fiction-Plot hervorgehen 😉
Also, zunächst mal die Lale-Reihe fortsetzen, und natürlich auch den Neuen, den Kökkenmöddinger. Der Dresden-Bezug ist mir schon sehr wichtig.
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Außerdem möchte ich dieses Jahr noch meinen Thriller fertig umsetzen, den schon erwähnten Liebesroman. Kurzkrimis für verschiedene Anthologien in verschiedenen Verlagen sind derzeit in Arbeit.
Soweit die aktuellen „Baustellen“.
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Perspektivisch möchte ich zudem gern einen philosophisch angehauchten Roman veröffentlichen, an dem ich seit Jahren immer mal wieder zwischendurch arbeite. Darin geht es um die Bedeutung des Schmunzelns …
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Welches sind für dich die größten Probleme und Schwierigkeiten als Autorin?
Nun ja, dass so ein Tag nur 24 Stunden hat, ist blöd 😉
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Ansonsten wohl das, was Kreativberufe so mit sich bringen: Unwägbarkeiten und Planungsunsicherheiten. Jeder Unternehmer schlüge die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er unter solchen Bedingungen strategisch handeln sollte. Allerdings bin ich auch freie Dozentin, und diese Tätigkeit würde ich sowieso für keinen noch so garantierten Bestseller aufgeben.
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Werden wir dich bei der nächsten Frankfurter bzw. Leipziger oder einer anderen Buchmesse antreffen?
In Leipzig auf jeden Fall. Da stelle ich den Auftakt zu meiner neuen Krimireihe rund um Herrn Kökkenmöddinger vor. Der Titel lautet: „Neue Meister, alte Sünden“. Und bestimmt habe ich noch ein paar Kurzkrimis für Leipzig im Gepäck.
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Hast du ein Lebensmotto?
Ach, Mottos oder Motti habe ich so einige, die sich je nach Situation auch mal widersprechen 😉 Ich fasse es mal so zusammen: Immer in Bewegung bleiben – vor allem im Kopf!
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Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass alle Menschen, die mir wichtig sind, glücklich sind. Ist ein ziemlich dicker Wunsch, weil er viele Menschen betrifft. Und es kommt noch dicker: Ich wäre unglaublich gern in der Lage, dazu aktiver beizutragen.
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Was wünschst du mir für die Zukunft 😉
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Erstmal alles, was du dir selbst so wünschst. Oder mal ganz energisch ausgedrückt: Sei glücklich, aber hopp-hopp!
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Ich danke dir sehr für die Zeit, die du dir für dieses Interview genommen hast!

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Viel Erfolg für deine weitere Schriftsteller-Karriere….ich freue mich auf deine nächsten Bücher, vor allem den kommenden Dresden-Krimi 😉

 

 

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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6 Antworten zu *+* Irve fragt… Christine Sylvester *+*

  1. literatwo schreibt:

    Boahr – was für ein langes Interview. Danke für die vielen Worte, liebe Christine und die Fragen, liebe Heike. Freue mich aufs nächste Treffen 🙂

  2. Pingback: *+* Wochenshow #6 *+* | Irve liest...

  3. zimttraeumereien schreibt:

    Grandios, einfach nur grandios und steigert die Vorfreude auf weitere Dresdenabenteuer von Lale ins unermessliche 😀 danke dafür!

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