*+* Sebastian Fitzek: „Passagier 23“ *+*

Passagier-23-9783426199190_xlLiebe Lesefreunde,
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wer von euch war schon alles auf einer Kreuzfahrt? Ich hoffe, ihr seid alle vollzählig nach Hause zurückgekehrt….
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Diese Geschichte hat mir einmal mehr vor Augen geführt, wie schnell einem etwas zustoßen kann, wie viele kopfkranke, verrückte Menschen es gibt….Natürlich, es ist ein Buch, die Story ist erdacht, aber dennoch…. Einige der im Buch verwendeten Schicksale sind bzw werden sehr ähnlich ablaufen und bei diesem Gedanken wurde mir etwas mulmig… Einige andere konstruierte Fälle wiederum waren sehr kreativ, aber trotzdem…
Was eine kranke Psyche alles anzurichten vermag, das will ich gar nicht so genau wissen…
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In diesem Thriller pulsiert das Leben, er strotzt vor Irrungen und Wirrungen, vor Holzwegen, aber er enthält auch versteckte, kleine Hinweise. All dies, ebenso die raffinierten Verstrickungen sind gut getimt und perfekt platziert. Und das Thema, um das es im Kern geht, überwarf mein Leserherz mit einer düsteren Stimmung.
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Schon der Prolog macht Lust auf mehr Buch, es werfen sich Fragen auf, die alle geklärt werden und auf einmal ist dieses Buch eine runde Sache….völlig rund, alles logisch und schlüssig, so wie ich es lesetechnisch sehr schätze.
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Aber worum geht es in „Passagier 23“ eigentlich?
Kurz nachdem Kommissar Martin Schwartz eher widerwillig an Bord der Sultan
gegangen war, wurde er schmerzhaft mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er war schon einmal auf diesem Schiff….die damalige Kreuzfahrt hatte er gemeinam mit seiner Frau und Sohn angetreten, heimgekehrt ist er allein, denn seine Lieben gingen über Bord… Zufriedenstellend aufgeklärt wurde dies nie und das Schicksal seiner Familie begleitet diesen Thriller zunächst unterschwellig, wird schließlich selbst zum Thema und erfährt eine Aufklärung, mit der so wohl niemand gerechnet hätte.
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 Jedoch war dies nur Beiwerk, denn an Bord geholt wurde Schwartz eigentlich wegen einer anderen Sache.
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Immer wieder fragte ich mich, worauf alles hinauslaufen würde. Hingen alle Auffälligkeiten miteinander zusammen oder hatte ich es möglicherweise mit zwei Handlungskreien zu tun, die sich nur stellenweise zufällig berührten?
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 Sebastian Fitzek versteht es in seinem Thriller hervorragend, den Spannungspegel stets hoch zu halten. Daran sind die kurzen Kapitel nicht ganz unschuldig, ebenso wenig die veschiedenen Örtlichkeiten bzw. gut herausgearbeiteten Charaktere, zwischen denen er stets springt.
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Er hat sein Kreuzfahrt-Abenteuer aus vielen Handlungsfäden gestrickt. Zunächst ahnt man nicht, worauf die einzelnen Schicksale der Menschen hi
nauslaufen werden. Es ist nicht so, dass hier jede Geschichte – so wie auf dem Traumschiff – sein (gutes) Ende findet. Man könnte fast schon sagen, die Sultan ist ein Albtraumschiff, auf dem sich alle Fäden zu einem dicken Seil des Schicksals vereinen.
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Ich kam bei diesem hohen Erzähltempo kaum zum Verschnaufen, aber ehrlich gesagt wollte ich es auch nicht. Die Spannung war stellenweise zum Greifen nahe und ich musste unbedingt wissen, wie es ausgeht, wie alles zusammenhängt……und nach einer soliden Aufdröselung aller offenen Fragen hat der liebe Herr Fitzek dann noch eins draufgesetzt!

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Mal von einigen Übertreibungen, die diese Story überhaupt nicht nötig gehabt hätte, fand ich „Passagier 23“ sehr überzeugend und kann diesen Titel – vor allem für Fitzek-Fans – nur weiterempfehlen.
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Infos zum Buch:
Passagier 23“ von Sebastian Fitzek ist im Oktober 2014 unter der ISBN-Nr. 978-3-426-19919-0 im Verlag Drömer Knaur erschienen. Der Thriller umfasst 432 Seiten und ist auch als Ebook erhältlich.

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Inhalt:
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt …
Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten
Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm…
Quelle: Verlag Droemer Knaur

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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8 Antworten zu *+* Sebastian Fitzek: „Passagier 23“ *+*

  1. wunschbaeumchen schreibt:

    Ich bin ein großer Fitzek-Fan und verschlinge alle seine Bücher in Windeseile. Er ist ein Autor, der bei mir gleich nach Stephen King kommt und immer wieder die erstaunlichsten Ideen für seine Storys hat. Passagier 23 habe ich noch nicht gelesen, aber Deine Rezension verspricht mal wieder große Lust auf einen Fitzek-Abend.

    LG Dany

  2. Simone Richter schreibt:

    Ich habe den „Augensammler“ hier zu liegen. Damit werde ich erstmal anfangen und sehen, ob Fitzek etwas für mich ist. Von Beckett mit „Die Chemie des Todes“ war ich z. B. enttäuscht…

    • irveliest schreibt:

      Ich glaube, Fitzek ist ein Fall für sich…
      Die Augen-Thriller sollen ganz gut sein. Mal sehen, vielelicht wage ich mich da auch mal dran.
      Die Chemie des Todes reizt mich auch etwas…aber zu wenig, um sie wirklich zu lesen, fürchte ich 🙂

      • Simone Richter schreibt:

        Im Vorfeld wurde ich nur lobend auf den Thriller verwiesen, aber diesen Stand konnte das Buch für mich leider nicht erfüllen. Warum wählt Simon Beckett eine Forensiker-Koryphäe als Titelhelden, wenn dieser Umstand dann nicht richtig ausgenutzt wird? Außerdem fand ich den Plot-Aufbau und die in Anführungszeichen gesetzte Gespräche ziemlich langweilig und vorhersehbar, genauso wie für mich die rasche Erkenntnis des Mörders. Das sind wirklich negative Beeinflussungen um einen Thriller genussvoll zu lesen. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Schraube der Spannung erst in den letzten 100 Seiten richtig aufbaut und selbst da, wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte, ob der plumpen vorhersehbaren Wendungen.
        Fazit: Für mich war das ein gewöhnlicher Thriller ohne außergewöhnliche Spannung, außergewöhnlicher Grausamkeit und nicht außergewöhnlich packend!

      • irveliest schreibt:

        Ist ja oft so, wenn zu viel gelobt wird, bin ich mittlerweile sehr skeptisch. Oft hält das Buch dann für meine Erwartungen nicht, was es verspricht. Das ist mir zB mit „Ein Buchladen zum Verlieben“ so gegangen. Kennst du es zufällig?
        Ich finde die Forensik in Thrillern auch immer sehr spannend, aber wenn das Potential nicht genutzt wird, ist es sehr schade.

  3. Pingback: *+* Wochenshow #5 *+* | Irve liest...

  4. Simone Richter schreibt:

    Ja, „Ein Buchladen zum Verlieben“ wollte ich (fast) mal lesen… Aber dann kamen mir die negativen Rezensionen zuvor ;). Also habe ich lieber „84, Charing Cross Road“ gelesen, was mir wirklich, wirklich gefiel. Jedoch loben Beckett echt alle… Weiß auch nicht.

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