*+* Willi Voss: „Bitteres Blut“ *+*

bitteres_blut-9783866809581_xl*+* Lorinsers erster Fall *+*
😀 😀 😀
.
Inhalt:
„Ich schwör, dass der Thorsten Böse da gehangen hat!“, behauptet Bauer Hollenberg steif und fest. Doch von der angeblichen Leiche fehlt jede Spur, lediglich ein Strick und ein blutverschmierter Turnschuh finden sich an dem verwitterten Denkmal. Nur zur Sicherheit beginnt Kriminalobermeister Lorinser, Fragen zu stellen. Böse ist verschwunden, so richtig leiden konnte den Kleinstadt-Playboy niemand und seinem Adoptivvater schlägt offener Hass entgegen. Mehr wollen die Ortsansässigen nicht sagen, selbst die Schutzpolizei gibt sich uninteressiert, und auf Lorinsers Dienststelle in Diepholz machen die Kollegen sich über die fehlende Leiche des jungen Kriminalpolizisten lustig.
Aber irgendetwas stimmt hier nicht mit der ländlichen Idylle am Dümmer und so schnell wirft Lorinser die Flinte nicht ins Moor.
(Quelle: Sutton-Verlag)
.
Das Cover:
Ein Strick, von dem Blut auf den Titel des Buches tropft…..schwarzer Hintergrund….Ich fand das Cover nicht sehr aussagekräftig, was meine Neugier entfachte.
.
Meine Meinung:
Thorsten „Thörstchen“ Böse wurde erhängt und dann wieder abgeknüpft…behauptet ein Zeuge. Aber wo ist dann der Tote? Gibt es überhaupt eine Leiche? Oder hat sich da jemand einen bösen Scherz erlaubt?
.
„Bitteres Blut“ ist Lorinsers erster Fall. Genauso wie er sich an sein Team gewöhnen musste, musste ich mich an diesen Krimi gewöhnen.
.
Der Schreibstil ist sehr eigenwillig. Viele Personen werden ins Spiel gebracht, manche tauchen später wieder auf, andere haben nur einen einmaligen Auftritt. Die Vielzahl an Charakteren verwirrte mich immer wieder, denn teilweise wurden sie schnell hintereinander in das Geschehen eingeführt. Die Schauplätze wechselten schnell und nur selten gab es Raum für Vertiefungen bei den Protagonisten. Durch das von mir als rasant empfundene Erzähltempo gab es von einigen amourösen Abzweigungen der beiden Kommissare einmal abgesehen, keine Phasen der Ruhe, wo ich das Gelesene hätten sacken lassen können. Auch legte der Autor sehr viele Fährten an, von denen viele ins Nichts liefen.
.
Viele Charaktere blieben sehr blass, da sie nur kurze Auftritte bekamen und der Autor keine Zeit darauf verwendet hat, dem Leser einen Hintergrund zu diesen Personen zu verschaffen. Andere der Handlungsträger sind wesentlich tiefer angelegt, auch überzeugend dargestellt. In diesem Protagonisten steckte richtig Leben drin, was mir gut gefiel.
Bis auf zwei Personen waren mir alle Figuren unsympathisch bis äußerst unsympathisch. Vielleicht war dies ein weiterer Grund, warum ich mit diesem Krimi nicht wirklich warm werden konnte.
.
Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war das Tappen im Dunkeln bis kurz vor Schluss. Viele Protagonisten hätten theoretisch den Mord begehen und die Leiche beseitigen können. Zum Ende hin lichtete sich das Dickicht, die Puzzleteile fielen an ihre Stellen und ich wusste Bescheid!
.
Dieser Krimi hätte mit ein bisschen mehr Ausführlichkeit an vielen Stellen sein Potential besser entfalten können. Vielen Charakteren hätten mehr Raum nicht geschadet, auch hätte ich bei dieser Vielzahl an Handelnden ein Personenregister sehr begrüßt. Des Weiteren hat der Autor einen sehr interessanten geschichtlichen Hintergrund, was die Verflechtung einiger Personen miteinander betrifft, geschaffen. Hintergründe, die bis zum Zweiten Weltkrieg zurückgehen, Hintergründe, die man meiner Meinung nach nicht mit einigen Sätzen an verschiedenen Stellen gut an den Mann bzw. Leser bringen konnte, da sie ziemlich kniffelig waren.. Man erfuhr die Zusammenhänge nur Bröckchen für Bröckchen bis sich ein leidlich verständliches Gesamtbild ergab.
.
Spannungsmäßig schwankte „Bitteres Blut“ sehr. Das häufige Springen zwischen den Personen und die Wechsel der Schauplätze verwirrten mich mehr als dass sie meine Neugier gesteigert hätten. Oftmals kam es mir so vor, als würden wir auf der Stelle treten. Wo der Krimi aber sehr bei mir gepunktet hat, sind die verschiedenen Befragungen und Vernehmungen. Diese Passagen haben mir richtig gut gefallen. Ebenfalls gut gelungen sind die Verstrickungen im Ort, die stellenweise Hassliebe zwischen den Dorfbewohnern, dieses „typisch Dorf“ in vielen Dingen halt.
.
Mein Fazit:
Für mich war dieser Kriminalroman ein klarer 3-Sterner. Ich möchte dennoch für diejenigen eine Empfehlung aussprechen, die es gerne temporeich und verworren mögen und nicht so sehr auf Detailwissen aus sind wie ich.
.
Infos zum Buch:
„Bitteres Blut“, ein Dümmer-Krimi aus der Feder von Willi Voss ist unter der ISBN-Nr. 978-3-86680-958-1 im Sutton-Verlag erschienen. Das Buch umfasst 320 Seiten und ist auch als Ebook erhältlich.

.

Advertisements

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
Dieser Beitrag wurde unter Krimis veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s