*+* Linwood Barclay: „Fenster zum Tod“ *+*

fenster_zum_tod-9783426213568_xxl*+* Aus harmlos wird todernst *+*
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Inhalt:
Bei einem virtuellen Spaziergang am Computer durch Manhattan ist Thomas vor Schreck wie gelähmt:
Im Fenster eines Hauses ist eine menschliche Gestalt zu erkennen, über deren Kopf eine Plastiktüte zusammengezogen wird. Thomas ist fest überzeugt, einen Mord beobachtet zu haben. Doch niemand schenkt ihm Glauben – denn er leidet an Schizophrenie. Und am nächsten Tag ist die Aufnahme verschwunden.
Hat er sich alles nur eingebildet?
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„Barclays bislang bestes Buch, Hitchcock hätte die Geschichte geliebt. Großartige Unterhaltung – ein Meister der Spannung.“ Stephen King
(Quelle: Droemer-Knaur-Verlag)
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Das Cover:
Es ist in hellen Farben gehalten. Der HIntergrund ist weiß, gräulich schattiert. Man sieht eine Hand, aus der Blut läuft. Auch nach der Lektüre des Buches sehe ich keinen prägnanten Zusammenhang zum Inhalt. Durch die Farbgebung und Schlichtheit ist es ein eher ungewöhnliches Cover für den Thrillerbereich, sodass es dieses Layout gut gewählt wurde.
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Meine Meinung:
Die Geschichte nimmt seinen Ausgangspunkt kurz nach dem Tod von Adam Kilbride. Daraufhin kehrt sein Sohn Ray für eine Weile zurück ins Elternhaus, um sich vorübergehend um seinen Bruder zu kümmern.
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Zunächst hat das Buch nicht viel von einem Thriller. Die beiden Brüder werden dem Leser vorgestellt. Obwohl sich der Autor dafür viel Zeit nimmt, fand ich die Beschreibungen durchweg interessant und kurzweilig.
Dieser Erzählstil zieht sich durch das ganze Buch. Viele Details werden erwähnt, durchleuchtet. Die Länge der Beschreibungen war für mich ideal gewählt. Ich las den gesamten Thriller mit großem Interesse, konnte keine Längen ausmachen und war fasziniert von der Entwicklung, die die Story nahm.
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Je weiter ich beim Lesen voran kam, umso mehr verstand ich die Detailliebe des Autors. Unglaublich raffiniert waren hier Sachverhalte und Personen miteinander verstrickt. Die Spannung stieg von Kapitel zu Kapitel und kurz vor Schluss gab es eine Überraschung, die ganz am Ende sogar noch getoppt werden konnte.
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So wie die Tüte, die dem Mordopfer über den Kopf gezogen wurde und nach und nach immer enger anlag und die Silhouette des Gesichts immer deutlich hervortreten ließ, genauso empfand ich den Schreibstil des Autors.
Die Protagonisten, aber auch die Handlung selbst, bekamen ebenfalls nach und nach immer mehr Tiefe, immer mehr Details traten zutage, die Konturen wurden so scharf und klar wie ich es selten erlebt habe. Und doch, trotz all der Nähe zu den Protagonisten hatte ich das Gefühl, dass doch noch nicht alles offenbart war. Derart getrieben durchlas ich den Thriller in großer Geschwindigkeit. Ich wollte endlich wissen, wie alles zusammenhing.
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Und das erfuhr ich auch. Mit viel Staunen und Anerkennung stellte ich fest, wie perfekt hier ein Detail zum anderen passte und sich einfügte. Es erinnerte mich an gut geschmierte Zahnräder, die fast widerstandslos ineinander übergreifen.
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Nicht nur der Plot hat mich völlig überzeugt, auch die Besetzungscouch der Darsteller ist grandios.
Ray, der Illustrator, der sich liebevoll um seinen Bruder kümmert. Er versucht die perfekte Lösung für Thomas zu finden, nachdem der Vater verstorben ist. Denn Thomas ist psychisch krank, er leidet an Schizophrenie und wäre in einer betreuten Einrichtung besser versorgt als alleine im Elternhaus.
Durch diese Krankheit leidet Thomas an der phantastische Vorstellung, er habe von der amerikanische Regierung den Auftrag sich sämtliche Straßenpläne der Städte der Welt einzuprägen. Bei seiner Arbeit am PC und seinen Spaziergängen in der virtuellen Welt macht er eine Entdeckung, die tiefgreifend in das Leben der beiden Brüder eingreift. Denn als Ray für seinen Bruder nach Manhattan fährt, um Thomas fixer Idee nachzugehen, setzt dies einen Rattenschwanz an Reaktionen in Gang…..
Aber auch alle anderen Handlungsträger waren perfekt aufeinander abgestimmt, hatten ihre Geschichte, ihre Eigenarten, wurden sehr gekonnt in Szene gesetzt. Das verlieh dem Thriller einen Effekt des „Mittendrin statt nur dabei“-Gefühls.
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Thomas betrachtet bei seinen virtuellen Spaziergängen die Straßen aus mehreren Perspektiven. Und genauso arbeitet auch der Autor. Es gibt verschiedene Erzählstränge. Rays Sicht der Dinge und seine Erlebnisse werden in der Ich-Form geschildert. Jedoch wird oft derselbe Zeitabschnitt noch aus anderen Perspektiven beschrieben, je nachdem welche der für die Geschichte wichtigen Personen davon betroffen ist.
Diese Beleuchtung von mehreren Seiten habe ich als sehr belebend empfunden, denn es war sehr interessant zu lesen, welche Hintergründe die zunächst aus Rays Sicht beschriebenen Dinge hatten und was noch alles daran hing.
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Unterm Strich bin ich nach wie vor sehr begeistert von diesem Thriller. Von Plot über die Umsetzung bis hin zum Schreibstil habe ich nicht den kleinsten Kritikpunkt finden können!
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„Fenster zum Tod“ war mein erster Thriller aus der Feder von Linwood Barclay, aber ganz bestimmt nicht mein letzter.
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Mein Fazit:
So wie dem Opfer am Fenster wird der Geschichte eine Plastiktüte übergezogen und die feinen Details traten nach und nach ans Licht. Thrill vom Allerfeinsten! Das macht 5 Sterne von mir!
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Infos zum Buch:
„Fenster zum Tod“ ist im November 2012 unter der ISBN-Nr. 978-3-426-21356-8 bei Droemer-Knaur erschienen. Das Buch umfasst 592 Seiten und ist auch als Ebook erhältlich.
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Infos zum Autor:
Linwood Barclay, geboren 1955, stammt aus den USA, lebt aber seit seiner Kindheit in Kanada. Er studierte Englische Literatur an der Trent University in Peterborough, Ontario, und arbeitete bis 2008 als Journalist. Im „Toronto Star“, Kanadas größter Tageszeitung, hatte er eine beliebte Kolumne. Sein erster Thriller, „Ohne ein Wort“(2007), war auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Toronto.
Weitere Informationen unter http://www.linwoodbarclay.com
(Quelle: Droemer-Knaur-Verlag)
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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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