*+* Maja Nielsen: „Feldpost für Pauline“ *+*

 Feldpost-fur-Pauline-9783836957755_xs*+* Reise ein eine andere Zeit *+*
😀 😀 😀 😀 😀

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Über das Buch:
Post für Pauline Lichtenberg! Eine Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg – mit fast 100 Jahren Verspätung zugestellt! Was zunächst nur eine kuriose Pressegeschichte ist, wird für die 14-jährige Pauline zu einer berührenden Reise in die Vergangenheit. Wer war ihre Namensvetterin Pauline, an die der Liebesbrief gerichtet ist? Wer war Wilhelm, der diese Feldpost aus einem Schützengraben in Verdun an seine Verlobte in der Heimat geschrieben hat? Und was hat es überhaupt auf sich mit dem Ersten Weltkrieg? Wer hat da gegen wen gekämpft – und warum? Mit detektivischer Neugier macht sich Pauline daran, gemeinsam mit ihrer Großmutter Oma Lieschen das Geheimnis des Briefes zu ergründen. Sie erfährt von einer großen Liebe in einer schrecklichen Zeit – und begegnet auch sich selbst auf eine überraschende Weise ganz neu. (Quelle: Gerstenberg-Verlag)

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Das Cover:
Eine junge Frau und ein heimgekehrter Soldat liegen sich in den Armen. Erleichterung, Verzweiflung, Hoffnung liegen in dieser Szene. Das Cover spricht mich sehr an, denn mich interessiert die Geschichte dieser beiden Menschen.

Meine Meinung:
Stellen Sie sich vor, Sie bekommen Post, die zwar an Ihren Namen, aber nicht an Sie persönlich adressiert ist….
Nun stellen Sie sich weiter vor, es handelt sich um keine gewöhnliche Post, sondern um Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg, die mit fast 100-jähriger Verspätung ausgeliefert wird.
Und: Sie sind ein Teenager, als Ihnen dies widerfährt! Unglaublich, oder?

Das dachte Pauline auch. Was das Mädchen dann mit dieser Feldpost machte…und was letzten Endes auch diese Feldpost mit ihr machte, habe ich in dem berührenden Buch „Feldpost für Pauline“ von Maja Nielsen gelesen.

Nachdem Pauline mit ihrer Mutter den mysteriösen Brief gelesen hat, beginnen sie viele Gedanken zu umtreiben. Vor allem stellt sie fest, dass sie nicht viel über der den 1. Weltkrieg weiß. Sie beschließt, ihre Oma zu besuchen. Denn diese besitzt noch eine alte Hutschachtel voller Erinnerungs-Schätze ihrer eigenen Mutter.
Pauline und ihre Oma tauchen tief ein in den Briefen und Gedanken der Uroma, die ebenso wie das Mädchen Pauline heißt. Dabei gelingt es der Autorin sehr gut die damalige Stimmung und Situation zu skizzieren.
Zu Beginn der „Reise in die Vergangenheit“ wird die Kennenlerngeschichte von Pauline senior und einem gewissen Wilhelm erzählt und nebenbei einige geschichtliche Daten eingewebt.
Jedoch stand diese Liebe zunächst unter keinem guten Stern, denn bedingt durch die sich überschlagenden Kriegs-Ereignisse hatten die jungen Leute kaum Gelegenheit, sich richtig kennenzulernen.

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Aus falschem Ehrgeiz angestachelt ist damals die gesamte Schulklasse Wilhelms, der auch Paulines Bruder angehörte, in den Krieg gezogen. Der Kaiser hatte ja versprochen, dass es nur ein kurzer Einschnitt in das Leben sein würde….
Bald begriffen die Menschen, dass auch ein Kaiser irren kann und die schlimmste Zeit ihres Lebens begann.
Frau Nielsen hat diesen Tiefpunkt der deutschen Geschichte zu einer für die Zielgruppe sehr ansprechenden Erzählung gemacht.
Denn das Buch handelt keineswegs nur um den Ersten Weltkrieg. Sie vergisst den Handlungsstrang der Gegenwart nicht. In diesem dürften sich viele Jugendliche wiederfinden, denn Pauline hat Stress mit ihrem Freund und ist auch in vielen anderen Punkten repräsentativ für ihre Altersklasse.

Als sie beim nächsten Besuch bei ihrer Oma über die näheren Kriegszustände erfährt, beginnt sie über ihre eigenes Leben nachzudenken.
Die Autorin beschreibt die Auswirkungen des Krieges sehr gut. Hier wird nicht reißerisch berichtet sondern eher von der Warte eines neutralen Beobachters geschildert. Die Situation an der Front, die Kämpfe, die Verletzungen, die schrecklichen hygienischen Zustände….aber auch der hohe Stellenwert von Kameradschaft und Zusammenhalten werden nicht ausgelassen.

Die Situation bei den Daheimgebliebenen ist aber auch nicht besser. Pauline zeigt ihre Solidarität, indem sie aus freien Stücken beim Roten Kreuz hilft, um die verletzten Soldaten zu versorgen.
Ich finde es sehr gut, dass dieses Buch die heutige Jugend mit diesen Themen konfrontiert. Denn Krieg bedeutet nicht nur Kampf und Tod, sondern auch vielmehr Entbehrungen, Darben und Hoffen. Dinge, die wir alle nicht am eigenen Leib erfahren haben und sie hoffentlich nie werden erfahren müssen.
Das Mädchen bekommt zunehmend ein Gefühl für die Erlebnisse ihrer Urgroßeltern und sieht ihr eigenens Leben in vielen Facetten mit ganz anderen Augen und zieht daraus die entsprechenden Schlüsse.

 

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Auch wenn „Feldpost für Pauline“ ein Jugendbuch ist, hatte es eine starke Wirkung auf mich. Schnell lesen konnte ich das Buch nicht, denn ich geriet während der Lektüre in viele Phasen des Nachdenkens.

Dieser Ausschnitt soll nur ein Beispiel sein:
„Den Krieg hat er mit nach Deutschland gebracht. Der tobt jetzt in seinem Kopf!“

Nur 96 Seiten stark, hat es doch mehr Inhalt und Denkimpulse zu bieten als viele wesentlich dickere Bücher!

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Mein Fazit:
Diese kreative Idee, den Ersten Weltkrieg in den Fokus zu rücken, dürfte bei der Zielgruppe ins Schwarze treffen! Ich vergebe 5 Sterne und halte das Buch für Jugendliche als sehr geeignet!

Infos zum Buch:
„Feldpost für Pauline“ von Maja Nielsen ist unter der ISBN-Nr. 978-3-8369-5775-5 im Gerstenberg Verlag erschienen. Es umfasst 96 Seiten und ist für Jugendliche ab 13 Jahren empfohlen.

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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4 Antworten zu *+* Maja Nielsen: „Feldpost für Pauline“ *+*

  1. Sabine schreibt:

    Liebe Irve,
    danke für den Lesetipp! Was mir als Jugendliche das Thema Erster Weltkrieg erschütternd und eingänglich nahe gebracht hat, war Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“. Dieses Buch verliert wohl auch nie an Schlagkraft.

    • irveliest schreibt:

      Sabine, ich glaube, das habe ich nie gelesen. In der Schule wurden wir Schuljahr für Schuljahr in mehreren Fächern mit dem Zweiten Weltkrieg übersättigt, sodass ich ganz lange rein gar nichts mit dem Thema Krieg zu tun haben wollte. Nun bin ich aber „runtergefahren§ genug, um mich wieder literarisch damit befassen zu können.

      Für Erwachsene kann ich zu diesem Thema auch sehr „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther, auch aus dem Gerstenberg Verlag empfehlen. Es ist zwar auch ein Jugendbuch, erreicht dafür aber eine für mich unglaubliche Tiefe.

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