*+* Robin Sloan: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ *+*

CAM00765*+* Penumbrien ist ein weites Land *+*
😀 😀 😀 😀 😀

 

Beschreibung:
Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra ist ein spannendes literarisches Rätsel und ein inspirierendes und philosophisches Buch voller einzigartiger Charaktere und visionärer Ideen.

„Eine gewiefte Parodie auf Fantasy-Abenteuer, eine amüsante Reportage aus der Welt der kalifornischen Tekkies, eine spitze Satire der Allmachtsphantasien von Google.“ (Quelle: Randomhouse)

Das Cover:
Es zeigt Bücherregale. Durch die gezielte Anordnung des Lesestoffs und somit entstandener Freiräume entsteht der Scherenschnitt eines Kopfes. Der Einband ist ein Hingucker und weckte mein Interesse für das Buch sofort. Nach er Lektüre kann ich nur bestätigen, wie gelungen das Cover ist, denn es nimmt direkten Bezug auf eine entscheidende Phase des Buches.

Meine Beschreibung:
Clay Jannon hat Glück. Kurz nachdem er seinen Job als Web-Designer verloren hatte, fand er gleich einen neuen Arbeitsplatz. Clay war nicht wählerisch und so störte es ihn nicht, dass er nun anstatt im Cyberspace tätig zu sein, zur Nachtschicht in einem verstaubten Buchladen erscheinen sollte.

Schon bald bemerkt der junge Mann Merkwürdigkeiten, denn nur die Bücher im Eingangsbereich des Geschäfts wurden verkauft. Die Leseexemplare aus dem hinteren Ladenteil von Ajax´Penumbras Bibliothek waren nicht jedem zugänglich. Diese Bücher wurden nicht verkauft sondern nur an ausgewählte Mitglieder mit merkwürdigen Ausweisen verliehen, was von Clay extrem genau in einem Logbuch nachgehalten werden musste.
Aus Langeweile, denn nachts kamen weniger als eine Hand voll Kunden, bastelte sich der Nachtschichtmann eine digitale Version seines Arbeitsplatzes. Vorwissen genug hatte er dank seines alten Jobs dazu.
Jedoch verhalf ihm der Zufall zu einer Vertiefung dieser Arbeit am virtuellen Modell, denn die Kundin Kate arbeitete bei Google und kannte das neueste dortige Know-How. Mit ihrer Methode, „Bill Gates, vermittelt von den Teletubbies“ erweiterte Clay sein Wissen rasend schnell und machte sich daran, alte Logbuch-Daten der Bibliothek zu visualisieren.
Was er dabei entdeckte, verschlug ihm den Atem!
Er hatte die Lösung gefunden, wusste aber nicht wovon…..

 

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An dieser Stelle muss ich es sagen: Der Schreibstil von Robin Sloan hat mir sehr gut gefallen. Er schreibt beschwingt, fröhlich, manchmal etwas flapsig, hat immer mal einen netten Spruch auf den Lippen…..aber er beschreibt auch sehr gut. Der Leser weiß immer so viel wie Clay und man ist somit stets auf einer Wissensstufe mit dem jungen Mann. Dadurch, dass viele Dinge sehr ausführlich beschrieben wurden fühlte ich mich wie Clays Schatten, sei es auf der Arbeit oder auch privat. Egal ob man nun die Ausstattung der Bibliothek nimmt oder auch die technischen Hintergründe, die zweifellos von Nöten sind, um das große Ganze zu verstehen, der Autor vermittelt gerade so viel an Informationen, die man braucht, um wissend genug zu sein und auch um sich gut unterhalten zu fühlen.

Der Traum von der Unsterblichkeit ist das Herz dieses Romans, wodurch die komplexe Geschichte immer wieder genährt wird. Zunächst für mich überhaupt nicht erkennbar, lief später alles immer stärker auf diesen Gedanken zu. Ich erwartete zunächst, als mir dieser tragenden Aspekt klar war, eine ähnliche Lösung wie bei Harry Potters „Stein der Weisen“. Jedoch hatte ich noch viele Seiten Lesegenuss vor mir bis der Autors seine Auflösung präsentierte.

Mein Leseherz lachte bei diesen bunten Lesestunden. Die anfangs etwas leichte Story mauserte sich ab Clays überraschender Entdeckung zu einer sehr spannenden Angelegenheit. Die Auflösung an sich überraschte mich nicht wirklich, jedoch begeisterte mich der Weg bis zum Ziel ein ums andere Mal durch viele interessante Wendungen und Gedankenimpulse.

Was ist eigentlich Wissen? Welches Wissen ist wertvoller? Sloan teilt ein in altes, tradionelles und „modernes“ Wissen, beleuchtet alle Arten auf interessante Weise und ich war über weite Strecken sehr gespannt, was denn nun das große Rätsel würde lösen können. Ist das „Arbeiten von Hand“ besser als „Das gezielte Abrufen bewährten Wissens“? Lässt sich die große Frage, um die es sich in diesem Buch dreht letzten Endes durch High Tech á la Google und Co. lösen, oder sollte es etwa einen ganz anderen Königsweg geben?

 

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Ich überlegte hin und her, spürte bei der „Handarbeit“ der Mitglieder einen Hauch sowohl von „Der Name der Rose“ als auch „Dan Brown“, fühlte mich an den google-lastigen Stelle wie in einer Persiflage zu dem Unternehmen, denn Sloan skizziert äußerst kreativ die modernen Zukunftsvisionen. Als ich mich selbst zum Schluss hin im finalen Teil einer Fantasy-Trilogie wiederfand, klatschte ich innerlich Beifall über dieses Spinnennetz, was der Autor durch die überzeugende Nutzung seiner vielfältigen Möglichkeiten gewoben hatte.

Ganz besonders gefallen haben mir Lesefreak die buchigen Liebeserklärungen, die Robin Sloan auf vielfältige Weise in sein Buch hat einfließen lassen. Mal leise, mal deutlicher und auch mal ganz stark ist alles ganz klar durchwoben vom Herzschlag der Literatur.

 

Mein Fazit:
Literische Rätsel eingebettet in eine großartige Geschichte, die mir zahlreiche Impulse zum Nachdenken an die Hand gab. Was kann ich anderes tun, als dieses Buch mit 5 Sternen zu bewerten?

Infos zum Buch:
„Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan ist im März 2014 unter der ISBN-Nr. 978-3-89667-480-7 im Blessing Verlag erschienen. Das Buch umfasst 352 Seiten und ist auch als eBook erhältlich.

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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5 Antworten zu *+* Robin Sloan: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ *+*

  1. ClauDia schreibt:

    Hi Irve 🙂 habs mir grad auf den Reader geladen und bin jetzt noch gespannter 😉 danke für die Rezi und liebe Grüße
    Claudia

    • irveliest schreibt:

      Sehr gerne, liebe Claudia…dafür mache ich das hier ja 😉
      Gib mir Bescheid, wie es dir gefallen hat, ja? Die Bewertungen sind ja nicht nur positiv!

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  4. Simone Richter schreibt:

    Auch dieses Buch steht auf meinem Wunschzettel!

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