*+* Irve fragt…. Susanne Markgraf *+*

Susanne-Markgraf_1008457924_1375456467020_lLiebe Susanne,

vielen Dank, dass du dich zu einem Interview für meinen Blog bereit erklärt hast!

Bevor ich dich mit meinen Fragen bombardiere wäre es nett, wenn du dich mit ein paar Sätzen selbst vorstellen könntest!

Geboren bin ich 1962 in Leverkusen, meine Eltern waren ungarische Flüchtlinge und erst kurz vor meiner Geburt siedelten sie aus ihrer Einraumwohnung in eine komfortable 3-Zimmerwohnung um, die für die nächsten 17 Jahre mein Zuhause sein sollte.

1980 schenkte ich einer wundervollen Tochter das Leben, der ich von Herzen dankbar bin, dass ich ihr beim Großwerden zusehen, und manchmal auch helfen durfte. Um mehr Zeit mit meiner Tochter verbringen zu können als es mit einem klassischen nine-to-five-job möglich gewesen wäre, machte ich mich mit meinem mittlerweile verstorbenen Mann selbstständig, und beschickte Märkte mit Schmuck und allem Schönen, was sich gut verkaufen ließ. In den 1990ern zogen wir kurzentschlossen in den Süden und lebten sechs Jahre in Palma de Mallorca. Auch dort etablierten wir gemeinsam einen Handel und genossen Meer, Sonne und das Leben.

In meiner Freizeit absolvierte ich sowohl in Deutschland, als auch später auf der schönen Insel, zahlreiche Lehrgänge, Seminare und Workshops im Bereich der Psychotherapie, der Persönlichkeitsentwicklung und der alternativen Medizin. Daraus entwickelte sich vor einigen Jahren „ARRIVAL„.

 

Heute lebe ich in Nürnberg, und gehe meiner Passion, dem Schreiben, nach wann immer ich kann.

SuMa2

Vielen Dank für diese ersten Einblicke, kommen wir nun zu meinen Fragen:

  1. Erinnerst du dich an das erste Buch, das du gelesen hast?
    Ja, das war Pippi Langstrumpf. Es gab diese kleinen blauen Bücher damals, und das Lesen war pures Vergnügen für mich.
  2. Hast du als Kind gerne gelesen bzw. liest du gerne?
    Tatsächlich habe ich als Kind Bücher verschlungen, ich konnte nicht genug bekommen, und viele Leseerlebnisse sind mir noch heute in lebhafter Erinnerung. Heute lese ich in Phasen, derzeit schwelge ich in historischen Wälzern, je dicker, desto besser – wenn ich allerdings gerade an etwas schreibe, lese ich wenig bis gar nicht.
  3. Welches ist dein Lieblingsbuch – von dir und von einem anderen Autor/In?
    Da weiß ich kaum, wo ich anfangen soll … Das Buch, das mich zu lautem Lachen beim Lesen gebracht hat war ‚Jacke wie Hose‘ von Rita Mae Brown. Ich mag nach wie vor, wie sie die Charaktere beschreibt – Heldinnen von nebenan, die mich daran erinnern, dass wir alle Schwächen haben und mit ihnen liebenswert sind, und – das man sich selbst nicht ganz so ernst nehmen sollte. Die am längsten währende Gänsehaut hat mir ‚Es‘ von Stephen King verursacht. In die Sprache verliebt war ich bei den Büchern von Wilkie Collins, und in meiner Jugend war ich nachhaltig beeindruckt von Max Frisch. Meine Lieblingsgeschichte von mir selbst ist ‚Die wilde Jule und die Punktefee‘, noch nicht veröffentlicht, aber das kann ja noch werden. Darin leidet ein kleiner Fliegenpilz ganz schrecklich darunter, keine Punkte zu haben. Die wilde Jule holt die Punktefee zu Hilfe, und gemeinsam schaffen sie es, den depressiven Fliegenpilz zum Lachen zu bringen. Ob mit oder ohne Punkte wird dann zu lesen sein.
  4. Wann und warum fingst du an, selbst zu schreiben?
    An mich nicht schreibend kann ich mich kaum erinnern. Sobald ich es konnte, kamen die Geschichten. Es sind einfach so viele davon in mir drin, dass sie hin und wieder raus müssen, um Platz für Neues zu schaffen.
  5. Welches Buch oder welche Geschichte von dir wurde als erstes veröffentlicht?
    Der Tuareg“ war die erste SuMa1Geschichte, die in einer Anthologie veröffentlicht wurde, vor ca. 15 Jahren. Darin verlässt eine Frau für ihren wiederkehrenden Traum, in dem ein Tuareg zu ihr spricht, ihr gesamtes bisheriges Leben, ihre Komfortzone, um es in der heutigen Sprache auszudrücken.
  6. Welches ist dein bevorzugtes Genre und in welcher Kategorie wirst du vermutlich nie schreiben?
    Auf ein Lieblingsgenre will ich mich nicht festlegen, dafür ist es viel zu spannend alles mögliche zu probieren, aber einen Horrorschocker werde ich wahrscheinlich nicht schreiben.
  7. Wo schreibst du am liebsten?
    Mein Schreib-Flow hat mehr mit der Atmosphäre als mit örtlichen Gegebenheiten zu tun. Harmonie ist unterstützend, aber auch der Duft von frischem Kaffee. Wenn die Unendlichkeit vor mir liegt und ich nie mehr aufhören müsste, es sei denn, ich wollte es. Dann schreib ich am liebsten.
  8. Wie kannst du am besten entspannen?
    Bei allem, was ich ganz bewusst tue.
  9. Worüber kannst du dich freuen und was ärgert dich?
    Freuen kann ich mich über viele Dinge, ein Lächeln in der U-Bahn, eine gelungene Formulierung, ein schönes Gespräch, leckeres Essen, Frühstück im Bett …
    Was mich ärgert … vorschnelle Urteile, der Schubladen – Automatismus, mit dem ich mich selbst und andere begrenze.
  10. Warum schreibst du für die Öffentlichkeit? Möchtest du unterhalten, informieren, aufrütteln oder schlichtweg einfach nur Geld verdienen?
    Ganz allgemein gesprochen, suche ich bisweilen die Bestätigung. Ist der Prozess des Schreibens eher eine Sache zwischen mir und mir, so ist es für mich ein wunderbarer Augenblick, wenn ein fertiges Werk andere Menschen zu berühren vermag. Auf  ‚Die Goldatmerin‘ bezogen hat es sich letztendlich mehr oder weniger so ergeben. Nachdem ich das Manuskript an viele Verlage versendet hatte und Absagen bekam oder auch gar nichts hörte, lag es für einige Jahre in der Schublade, bis Andrea el Gato es entdeckte und den Mut hatte, es zu veröffentlichen. Davon, von der Schriftstellerei leben zu können, bin ich momentan allerdings Lichtjahre entfernt.
  11. Wann hattest du die Idee, deine persönlichen Erfahrungen mit der Allgemeinheit zu teilen? Hast du zunächst nur für dich geschrieben und es hat sich einfach so ergeben, dass dein Buch öffentlich wurde oder hast du es bewusst darauf angelegt, deine Geschichte anderen zur Verfügung zu stellen?
    „Die Goldatmerin“ zu schreiben war ein therapeutischer Prozess, der mich durch meine eigene Trauma-Bewältigung begleitet und getragen hat. Ich hatte damals SuMa3keine Ahnung und schon gar nicht den Plan, das daraus einmal ein Buch werden würde. Bevor ich das Manuskript das erste Mal Verlagen vorgestellt habe, sind einige Jahre vergangen.
    In diesen Jahren habe ich viele traumatisierte Menschen kennenglernt, viele Geschichten gehört, und mich hat nicht losgelassen, dass das Opferdasein sehr oft nicht nur eine Phase darstellte, sondern viel zu häufig zu einer Endlosschleife ohne Ausweg geworden war. Ich wollte einfach sagen: Das kann man so machen, muss man aber nicht. Als Alternative gibt es immer das ‚Jetzt‘.
  12. Die Umsetzung des Missbrauchsthemas in ein sehr positives Märchen ist sehr kreativ gelungen und hat mich sehr berührt. Hattest du schon immer eine solch überbordende Phantasie? Oder hast du sie dir angeeignet, um besser deine Erfahrungen ausgleichen zu können?
    Woher auch immer meine Phantasie rühren mag: Danke. Ich selbst empfinde sie gar nicht als überbordend. Ich schreib einfach auf, was mir so durch den Kopf geht und schmücke es vielleicht mit ein, zwei Extra – Elementen aus. Einen 1:1 Tatsachenbericht zu schreiben ist mir quasi unmöglich, weil mir beim Schreiben immer gleich mehrere Parallel-Universen auf einmal zur Verfügung stehen – und die wollen alle beachtet werden. Ob sich meine Phantasie aufgrund der traumatischen Erlebnisse in meiner Kindheit entwickelt hat, ober ob sie schon vorher da war – das kann ich nicht beantworten.
  13. Wie kamst du darauf, deine Erlebnisse so umzusetzen, dass man dein Buch auf zweierlei Art und Weise lesen kann, nämlich entweder einfach als Fantasy-Geschichte oder aber indem man auch zwischen den Zeilen liest und als Leser teilweise sehr viel aus deinem Buch mitnehmen kann? Oder war dies ursprünglich so gar nicht beabsichtigt?
    Das war in der Tat nicht beabsichtigt, ist aber ein erstaunliches und erfreuliches Ergebnis. Noch mehr freut mich, wenn LeserInnen etwas für sich aus ‚Der Goldatmerin‘ mitnehmen können. Ich kann mir gerade keinen schöneren Sinn vorstellen.
  14. Welche literarischen und sonstigen Zukunftspläne hast du?
    Aktuell schreibe ich an ‚Simia Simiabi – Der Weg der Steinharfe‘. Dieses Projekt möchte ich bis zum Ende des Jahres fertiggestellt haben und ich würde sehr gern mal ein Drehbuch schreiben. Außerdem plane ich in diesem Jahr wieder einige ARRIVAL-Workshops zu geben mit dem Fokus auf Meditation, Achtsamkeit und natürlich dem Goldatmen. Ich halte Dich darüber gern auf dem Laufenden.
  15. Welches sind für dich die größten Probleme und Schwierigkeiten als Autor?
    Zeit. Das Schreiben drängt in mir wesentlich öfter, als ich ihm Raum geben kann. Das ist ein Dauerdilemma, für das ich momentan noch keine akzeptable Lösung gefunden habe. Die Problematik, als No-Name AutorIn einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen ist hinlänglich bekannt, bei der Goldatmerin kommt natürlich noch die Thematik hinzu. Es gibt schlicht und ergreifend kaum Buchhandlungen, die sich an ein Buch über Missbrauch heranwagen, es sei denn, man hat einen berühmten Namen. Ich hätte irgendwo noch einen Vampir einbauen müssen, um bei den Einkäufern mehr als drei Sekunden Zeit zu haben 🙂 Das ist sehr schade, weil ich der Meinung bin, dass die Goldatmerin mehr zu bieten hat als ein schwieriges Thema.
  16. Werden wir dich bei der nächsten Frankfurter bzw. Leipziger oder einer anderen Buchmesse antreffen?
    Ja, im März werde ich meine Verlegerin Andrea el Gato auf der Buchmesse in Leipzig am Stand des http://verlagshaus-el-gato.de/ besuchen.
  17. Was wünschst du dir für die Zukunft?
    Noch mehr den Augenblick und das, was mir gegeben wurde und wird, wert zu schätzen.
  18. Was wünschst du mir für die Zukunft 😉
    Was hättest Du denn gern? Ich schreib Dir Deine Welt, wiedewiedewie sie Dir gefällt 🙂
    Davon abgesehen wünsche ich Dir liebevolle Begegnungen, aus denen Du Kraft für den ganz normalen Wahnsinn schöpfen kannst.

SuMa4

Anmerkung: Das ‚goldene‘ Bild ist der Hintergrund zum Cover und dieses Original hängt in meiner Wohnung – eine meiner persönlichen Farbmeditationen auf Leinwand.

Susanne, ich danke dir sehr für die Zeit, die du dir für mich und hoffentlich viele Leser genommen hast!
Natürlich möchte ich sehr gerne von dir auf dem Laufenden gehalten werden! Lasse es mich wissen, wenn dein Buch „Simia Simiabi – Der Weg der Steinharfe“ fertiggestellt ist! Auch für dein persönliches Lieblingsbuch  ‚Die wilde Jule und die Punktefee‘ drücke ich dir die Daumen….dass es hoffentlich bald veröffentlicht werden kann…
Auf meinem Blog ist immer ein Plätzchen für dich frei.

Viel Erfolg für deine weitere Schriftsteller-Karriere und dein Engagement und alles Gute für deine Seminare und Work-Shops!!

SuMa1Liebe Leser/Innen,

Susanne Markgraf war so lieb, „Irve liest…“ zwei signierte Exemplare ihres wunderbaren Buches Die Goldatmerin“ für eine Verlosung zur Verfügung zu stellen!!

Habt ihr Interesse? Ein Klick auf das Cover leitet euch weiter!!

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *+* Irve fragt…. Susanne Markgraf *+*

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