*+* Gunnar Kunz: „Unberührbar“ *+*

unberuehrbar-gunnar-kunz*+* Ein kleiner Schnitt….und alles ist anders *+*
😀 😀 😀

Kurzbeschreibung:
Jason soll beschnitten werden. Ob das wohl weh tut? Nein, sagen alle, es ist vielleicht ein bisschen unangenehm, mehr nicht. Aber warum weicht sein Freund Hakan dann allen Fragen aus? Warum reißt jeder, mit dem er darüber reden will, bloß dumme Witze? Warum huschen alle so schnell wie möglich über das Thema hinweg, als fürchteten sie, eine verbotene Tür zu öffnen und etwas Schreckliches herauszulassen? (Quelle: amazon.de)

Das Cover:
Es ist gezeichnet und wir sehen eine geschlossene Rosenknospe. Das Cover nimmt somit Bezug auf ein Zitat, das zum Ende der Geschichte verwendet wird.

Meine Meinung:
Die Beschneidung von Jungen ist ein heißes Eisen, denn zumeist geschieht es als geheimes Ritual hinter verschlossenen Türen. Jedoch lassen auch überraschend viele, eigentlich fortschrittliche, Eltern ihre Söhne beschneiden, ohne groß darüber nachzudenken. Dabei begründen sie dies mit Argumenten, die sich hartnäckig halten. Und außerdem ist so eine Beschneidung doch ein Routine-Eingriff…was kann da schon schiefgehen? Jede Menge, wie wir in dieser Kurzgeschichte erfahren. Jason wird gegen seinen Willen beschnitten und ist danach nicht mehr derselbe, der er vorher war. Das versetzt seine Eltern noch nicht wirklich in Panik. Erst als sich das ramponierte beste Stück des Sohnes entzündet und immer übler aussieht, konfrontieren sich die Eltern endlich mit dem Thema. Ich bin selbst Mutter und in mir schrie es, wie man nur so blauäugig sein Kind operieren lassen kann, ohne Grund und gegen den Willen des eigenen Fleisches und Blutes. Anstatt sich vor der geplanten OP zu informieren, tun Jasons Eltern dies also hinterher und sie wundern sich sehr und sind erschüttert, was sie dort über den Eingriff und dessen Folgen erfahren.

Mir gefällt dieser versteckte, erhobene Zeigefinger sehr, den der Autor da den Menschen zeigt, die es ja eigentlich nur gut meinen, aber den Meinungen und Empfehlungen anderer blind folgen, ohne ihr eigenens Hirn einzuschalten. Was ich allerdings sehr schade fand, war die sprachliche Umsetzung. Den Wortschatz eines Neunjährigen schätze ich schon so ein, dass er mehrere Bezeichnungen für seinen kleinen Freund hat und man als Leser eigentlich nicht unbedingt zigmal dasselbe Wort lesen bräuchte. Bei den Recherchen zum Eingriff prasselten die Infos zu geballt auf mich ein. Es war mir in diesen Passagen eher so, als ob ich selbst am PC recherchiere, als dass ich eine Geschichte lese.
Mir hätte es besser gefallen, diese Fakten in einem ausführlichen Gespräch zwischen Vater und Mutter darzustellen. So wäre auch mehr Möglichkeit gewesen, deren „Läuterung“ besser herauszuarbeiten.

Mein Fazit:
Ein sehr sensibles Thema, das für meinen Sprachgeschmack besser hätte umgesetzt werden können. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Infos zum Buch:
„Unberührbar: oder: Nur ein kleiner Schnitt“ von Gunnar Kunz ist am 18. September 2013 unter der ISBN-Nr 978-1492711834 erschienen und auch als eBook erhältlich. (Quelle: amazon.de)

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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