*** Irve fragt… Robert Preis ***

Lebenslauf von Robert Preis

11Robert Preis wurde am 8. August 1972 in Graz geboren. Er studierte Publizistik und Ethnologie in Wien, verbrachte eineinhalb Jahre als Zivildiener in Kroatien und war dort Mitbegründer einer Jugendzeitschrift. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er als Redakteur der Kleinen Zeitung in Graz. Sein Debütroman erschien 2007 („Schatten über Anderswo“, Verlag Federfrei) und ist im Fantasy-Genre angesiedelt. Mit „Das Gerücht vom Tod“ (Leykam, 2009) legte er einen Historischen Roman vor ehe er im März 2012 – wieder bei Federfrei – mit „Trost und Spiele“ und „Graz im Dunkeln“ ins Krimifach wechselte. Preis lebt mit seiner Familie in der Nähe von Graz.

Lieber Robert,
vielen Dank, dass du dich zu einem Interview für meinen Blog bereit erklärt hast!
Sehr gerne!

Bevor ich dich mit meinen Fragen bombardiere wäre es nett, wenn du dich mit ein paar Sätzen selbst vorstellen könntest!
Die Morde passieren mir meist in der Früh. Bevor ich zur Arbeit gehe und nachdem die Kleinen in Kindergarten und Schule geparkt sind – geschieht es. Dann verändert sich alles und aus dem beschaulichen Graz wird für mich ein Ort fieberhafter Terrorakte, maßloser Mordfälle und verzweifelter Ermittler. Ich mag es, wenn der Tag so beginnt :-). Ganz schlimm ist es nur, wenn ich die Szene, an der ich gerade arbeite, nicht zu Ende schreiben kann. Dann bin ich unausstehlich – bis zum nächsten Morgen. So bin ich.

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Und nun zu meinen Fragen:

Erinnerst du dich an das erste Buch, das du gelesen hast?RP4
Ja, „Feuer um Mitternacht“ von Boy Lornsen. Wir mussten das von der Schule aus lesen und es hat mich furchtbar genervt. Zum Bücherfreak hat mich Karl May mit „Winnetou I bis III“ und Daniel Defoe mit „Robinson Crusoe“ gemacht.

Hast du als Kind gerne gelesen bzw. liest du gerne?
Ich habe erst als Jugendlicher viel gelesen, eine Leidenschaft, die bis heute nicht nachlässt. Ich lese ständig an einem oder mehreren Büchern und den Winter liebe ich alleine schon deshalb, weil ich da mit der Straßenbahn fahre und deshalb noch mehr Zeit dafür habe.

Welches ist dein Lieblingsbuch – von dir und von einem anderen Autor/In?
Mein Lieblingsbuch ist immer das aktuelle. Da steckt noch am meisten Energie drinnen, von dem erzähle ich den Leuten und lese daraus vor. Ich bin aber irrsinnig froh, „Das Gerücht vom Tod“, einen historischen Roman über Graz, geschrieben zu haben. Da war die Recherche wie ein Abenteuer, und die Geschichte ist mir richtig gut gelungen ;-).

Lieblingsbücher anderer Autoren habe ich wirklich viele. Fred Vargas’s Adamsberg-Krimis zum Beispiel oder „Das Leben war schneller“ von Xavier Moret. Ich bin aber vor allem Fantasy-Fan und da sind es Tad Williams („Der Blumenkrieg“) und Neil Gaiman („Niemalsland“), die mich begeistern.

RP7Wann und warum fingst du an, selbst zu schreiben?
In der Oberstufe weckte mein Deutschlehrer die Begeisterung in mir, während des Studiums war es ein Kulturverein in Judenburg, der mit Schreibwerkstätten Lust auf mehr machte. Und dann kamen meine Kinder auf die Welt, und die Welt der Geschichten explodierte.

Welches Buch oder welche Geschichte von dir wurde als erstes veröffentlicht?
1996 veröffentlichte ich den Kurzgeschichtenband „Im blauen Dunst“. Eine Sammlung von Texten, die völlig unpolitisch aber unter großem Zigaretteneinfluss entstanden sind. Deshalb der Titel.

Welches ist dein bevorzugtes Genre und in welcher Kategorie wirst du vermutlich nie schreiben?
Derzeit ist es der Krimi. Mit Sicherheit schreibe ich eines Tages wieder einen Historischen Roman. Vielleicht ein Fantasy-Abenteuer. Sicher nie gibt’s aber nicht. Wer weiß, wo das Leben einen hin treibt.

Wo schreibst du am liebsten?
In meinem Büro zu Hause. Das ist der geschützte Bereich, den ich brauche. Skizzen oder Textentwürfe mache ich aber sehr gerne auch im Kaffeehaus und im Zug.

Wie kannst du am besten entspannen?
Bei absoluter Stille.

RP9Worüber kannst du dich freuen und was ärgert dich?
Ich freue mich, wenn Szenen vor meinem inneren Auge auftauchen und ich dabei merke, dass sie stark genug sind und nicht sofort aufgeschrieben werden müssen. Oft trage ich sie tagelang mit mir mit, denke sie immer und immer wieder durch, sie verändern sich, werden besser, dichter und irgendwann – in der Stille – schreibe ich sie auf. Das ist ungemein befreiend und zufriedenstellend!

Mich ärgern meine Fehler. Ich bin von Natur aus kein extrem sorgfältiger Mensch, gerade bei Langtexten quäle ich mich aber extra, um nur ja keine inhaltlichen oder stilistischen Fehler zu machen. Hier Perfektion zu gelangen, wird mir aber ewig verwehrt bleiben. Wenn ich dann bei Lesungen über Fehler stolpere ist das wirklich ärgerlich. Obwohl: Dieser Ärger hat ehrlich gesagt meist auch nur die Dauer eines Zungenschnalzers.

Warum schreibst du für die Öffentlichkeit? Möchtest du unterhalten, informieren, aufrütteln oder schlichtweg einfach nur Geld verdienen?
Das waren jetzt vier ziemlich gute Gründe fürs Schreiben. Meine Hauptintention ist das Unterhalten. Die Leute sollen „mich“ gerne lesen und sich dabei unterhalten. Bei meinen Sachbüchern möchte ich natürlich Information weitergeben, und ja, wenn es eines Tages sein soll, hätte ich bestimmt nichts dagegen, richtig fette Kohle mit dem Schreiben von Büchern zu machen. Ich schreibe aber sicher, um gelesen zu werden und nicht nur für mich selbst. Ich will gelesen werden – das ist mein Antrieb.

Wie kamst du auf die Idee, das Grazer Tunnelsystem mit dem Thema „Außerirdische“ zu verknüpfen?
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Die unterirdischen Gänge waren vor Jahren Thema einer Reportage für die Zeitung, für die ich arbeite. Ich lernte den international tätigen Wissenschaftler und Höhlenforscher Heinrich Kusch kennen, schrieb weiterhin über seine spannende Forschungstätigkeit und irgendwann (2012) war klar: Jetzt wird ein Roman daraus. Als Romanautor tue ich mir auch leichter als ein Wissenschaftler und Journalist: Ich kann Gedanken einfach weiterspinnen.

Hattest du bei Dolores jemanden als „Vorlage“ oder ist sie komplett erdacht? Sie ist ja ein so facettenreicher Charakter, jedenfalls für mich. Einerseits habe ich ihr sehr großes Mitgefühl entgegengebracht, andererseits war ich froh, dass sie nur im Buch existiert.
Nein, Dolores ist ein frei erfundener Charakter. Und mir ging es ganz gleich mit ihr, wie Dir. Ich möchte ihr auch nicht im wirklichen Leben begegnen. So liebenswürdig sie auch ist, sie ist vor allem unberechenbar. Das war gleichzeitig aber auch jene Charaktereigenschaft, die sie für meine Geschichte unentbehrlich machte.

Welche literarischen Zukunftspläne hast du?
Einen dritten, vielleicht auch einen vierten Trost soll es auf alle Fälle geben. Aber ganz ehrlich: Der ganz große Plan ist, eines Tages vom Bücherschreiben leben zu können.

Welches sind für dich die größten Probleme und Schwierigkeiten als Autor?
Die Vermarktung. Ich habe das fertige Buch, bis dahin läuft eigentlich alles ganz gut, doch nun muss das Ding raus. Ich renne also zu den Buchhandlungen, verteile Plakate, mache Termine aus. Ich kümmere mich um Lesungen, kümmere mich um deren Bewerbung. Ich RP10poste in Sozialen Medien, bastle an der Homepage, schicke Newsletter aus und kontaktiere die Presse. Das mache ich derzeit seit drei Monaten. Und auch wenn es riesigen Spaß macht, zu dem Gesamtpaket einfach dazugehört: Ich fand einfach keine Zeit, auch nur eine Zeile an meinem neuen Buch zu schreiben. Das ist mein derzeit allergrößtes Problem.

Werden wir dich bei der nächsten Frankfurter bzw. Leipziger oder einer anderen Buchmesse antreffen?
Sehr gerne. Ich bin vielleicht wie 2012 wieder in Leipzig dabei, auch bei der Criminale in Nürnberg oder dem Krimifest in München. Mal sehen, fix ist derzeit nichts.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Dass es allen rund um mich herum – meiner Familie, meinen Freunden – gut geht, und dass mir so gute Bücher gelingen, dass ich wieder einmal von Dir interviewt werde!

Was wünschst du mir für die Zukunft 😉
Glücksmomente. Erfolg. Und natürlich: Berge voll großartiger Bücher!

Ich danke dir sehr für die Zeit, die du dir für mich und hoffentlich viele Leser genommen hast!

Viel Erfolg für deine weitere Schriftsteller-Karriere!

RP6Wer von euch nun neugierig auf den Autor geworden ist und das Buch „Graz im Dunkeln“ noch nicht kennt,

hat die Möglichkeit, ein Exemplar des Buches zu gewinnen.

Klickt auf das Cover und ihr gelangt zum Verlosungsbeitrag.

Wer mal schauen mag, was ich zum Buch zu sagen habe, kann dem Rezi-Link folgen!

https://irveliest.wordpress.com/2013/10/02/standing-ovations/

Viel Spaß beim Lesen und Mitmachen!!!

Bis bald…

Im nächsten Monat lest ihr bei „Irve fragt….“
mein Interview mit Susanne Markgraf, Autorin des Buches
„Die Goldatmerin“

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Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
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2 Antworten zu *** Irve fragt… Robert Preis ***

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