*+* Klaviatur der Worte mit Tiefenwirkung *+*

 

Wer-soll-denn-das-anziehen--bitteschon-9783498064235_xsSusanne Schedel: „Wer soll denn das anziehen, bitteschön“
:-D :-D :-D :-D :-D

Rückentext:
Was tun, wenn das alte Leben nicht mehr so recht passen will und das neue nur langsam Gestalt annimmt?
Drei Frauen stehen am Wendepunkt. Die eine flüchtet vor den Zumutungen des Alltags in ein italienisches Schloss. Die andere, eine Modestudentin, stürzt sich in die Welt der Stoffe und Farben. Und eine Dritte findet im Casino das kleine Glücksversprechen, das ihr am Lebensende bleibt. Von Jugend und Alter , Männern und Frauen, von den Verwicklungen und Verwandlungen, die – zunächst kaum wahrnehmbar – das Leben fundamental verändern können, erzählen diese Geschichten. Und von den beglückenden, traurigen und komischen Konsequenzen.

„Pures Erzähltalent.“ (NDR)

Das Cover:
Eine Frau schaut mit leicht geöffnetem Mund nach oben, eine Hand an der Schulter, jedoch sehen wir nur einen Ausschnitt der Frau. Dies ist schon ein Hinweis auf die Geschichten im Buch, denn diese sind nicht abgeschlossen sondern mit offenem Ende. Sie beginnen mittendrin und enden einfach irgendwann, sodass der Leser seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann. Ganz schlicht informiert uns der Buchumschlag noch über den Titel und die Autorin des Buches.

Meine Zusammenfassung:
„Huntsville“, „Wer soll denn das anziehen, bitteschön?“, „Weißt du noch, dieser schreckliche Film mit Brad Pitt“, „Acht“, „Papageien aus Neuseeland“, „Worauf man sich einlässt“, „Geh aus, mein Herz“ und „Der fernste Punkt“ sind die acht Kurzgeschichten dieses Buches. Sie stehen in keinerlei Zusammenhang, sind völlig autark. Die Geschichten zusammenzufassen macht keinen Sinn. Zum einen sind es keine langen Romane sondern sowieso schon recht kurze Erzählungen, zum anderen spielt meines Erachtens ereilt die Aussage der Geschichten den Leser auf einer anderen Ebene.

Meine Meinung:
Frau Schedel spielt bei „Wer soll denn das anziehen, bitteschön“ mit der Sprache und sie beherrscht es meisterhaft. Die Schilderungen sind oft kurz und knapp aber voller Intensität und Aussagekraft. Beim Lesen dieses Buches machte sich in mir eine selten erlebte Faszination breit. Ich erlebte einige Situationen in ihrer teilweisen Surrealität und spürte die Besonderheit der Aussagen. Diese teils mehrdeutigen Sätze und die Spielerei mit der Sprache lösten etwas in mir aus, was ich nicht greifen kann, mich aber völlig fesselt. Eigentlich liebe ich sonst den sehr ausführlichen Stil, aber dieses krasse Gegenteil der objektiven Beschreibung gefällt mir auch. Eben dass kein Kopfkino aufkommt, bzw. nur kurz aufflammt und somit die eigene Kreativität ganz stark zum Zug kommen kann, intensiviert die Gefühle während des Lesens. Zum Beispiel hat mich „Papageien aus Neuseeland“ sehr beeindruckt. Kennen wir nicht alle dieses Gefühl, im falschen Film zu sein? Ich denke man ist schneller in einer ausweglosen Situation als man denkt. Einer meiner Lieblingssätze aus dieser Kurzgeschichte lautet: “Noras Wege saßen voller schwarzer Vögel, die nicht gereizt werden durften. Überall hockten sie und flatterten, ein lebender Verhau aus Schnäbeln, Krallen und Flügelspitzen.“ Andere Sätze, die mir sehr gefielen, waren z.B. aus „Huntsville“:“ Alle zwei bis drei Kilometer stand ein Haus am Straßenrand. Ihre Folge riss nicht ab, trotzdem bildeten sie keinen Zusammenhang und standen weit genug auseinander, um sich nicht zu kennen.“ oder „Ein mönchisches Gefühl breitete sich in meinem Inneren aus, das neu war und andere Dinge scharfstellte als bisher.“, entnommen aus der Geschichte „Der fernste Punkt“ und last but not least „Es hatte Augenblicke gegeben, in denen mich der Mangel sicher gemacht hatte und ruhig, weil er, wie eine Primzahl, nicht mehr teilbar war außer durch eins und durch sich selbst.“ zitiert aus „Der fernste Punkt.“
All diese Sätze sind zwar aus dem Kontext gerissen, geben aber einen Einblick in den Schreibstil der Autorin. Wenn diese Sprachkompositionen bei Ihnen dieselben „Aaaahs“ und „Oooohs“ auslösen wie bei mir, dann dürfte Ihnen dieses Buch sehr gefallen.

Ich jedenfalls vergebe die volle Sternenzahl!

Über irveliest

Wie ihr euch sicher schon denken könnt lese ich sehr gerne, am liebsten Krimis und Thriller, aber auch niveauvolle Romane, Kinder- und Jugendbücher. Meine Lieblingsbuchhandlungen sind unsere kleine Buchhandlung am Ort und zum ordentlichen Stöbern Thalia in der Nachbarstadt. Online stöbere ich am liebsten bei lovelybooks und auch bei Amazon nach Büchern...
Dieser Beitrag wurde unter Romane veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu *+* Klaviatur der Worte mit Tiefenwirkung *+*

  1. Pingback: *+* Irve hilft….Wunsch- und Tausch-Liste *+* | Irve liest...

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.